Motto „Frei leben ohne Gewalt“ Aktionstag in Bramsche gegen Übergriffe gegen Frauen

Die blaue Flagge wurde am Freitagvormittag auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten Ruth Große-Brauckmann (hinten, links von Bürgermeister Heiner Pahlmann) gehisst. Foto: Stadt BramscheDie blaue Flagge wurde am Freitagvormittag auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten Ruth Große-Brauckmann (hinten, links von Bürgermeister Heiner Pahlmann) gehisst. Foto: Stadt Bramsche

Bramsche. „Gewalt reißt tiefe Wunden“ – unter diesem Motto haben engagierte Frauen am Freitagvormittag gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bramsche, Ruth Große-Brauckmann, auf den Antigewalttag aufmerksam gemacht. Mit kleinen Heftchen mit Pflastern und den Kontaktdaten der Beratungsstellen waren sie auf dem Wochenmarkt unterwegs (siehe weiteren Bericht auf Seite 19). Danach wurde die Flagge der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ vor dem Bramscher Rathaus als sichtbares Zeichen gehisst.

„Gott sei Dank war es ein ruhiges Jahr, bei mir gab es wenige Beratungsfälle in Bezug auf Gewalt gegenüber Frauen“, berichtete Ruth Große-Brauckmann von ihrer Arbeit. Trotzdem ist dieses Thema in der Gesellschaft präsent. Heike Bartling von der Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS) sagte, dass Gewalt nicht weniger geworden ist, denn die Frauenhäuser in der Region sind sehr belegt. Oft können Frauen nicht mehr aufgenommen werden, weil die Frauenhäuser überbelegt seien.

„Von der besinnlichen Adventszeit sprechen derzeit viele, aber im familiären Umfeld ist das oft nicht der Fall“, sagte Ann Oldiges, Leiterin der Bramscher Polizei. Sie betonte, dass niemand hinter seinen eigenen vier Wänden in einer solchen Situation alleine bleiben sollte. Neben der Zivilcourage sei Prävention ein wichtiger Aspekt, um schon vor einer Eskalation auf die problematische Situation einzuwirken, so Oldiges.

Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen wie „Terre des Femmes“ jedes Jahr zum 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen thematisiert wird. Hintergrund war der „Fall Mirabal“. Die Schwestern Mirabal, Mitglieder der „Movimiento Revolucionario 14 de Junio“, wurden 1960 in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt und schließlich ermordet. 1981 wurde bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen der 25. November zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen und 1999 offiziell durch die Vereinten Nationen aufgegriffen.


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