Theke kommt unter den Hammer „Herzstück der Alten Post“ in Bramsche soll raus

Von Heiner Beinke

Lothar Dierkes und Michaele Klein hinter der Theke der Gaststätte Alte Post.Lothar Dierkes und Michaele Klein hinter der Theke der Gaststätte Alte Post.

Bramsche. „Da kriegt man die Tränen in die Augen.“ Dagmar Völkmann spricht aus, was viele Stammgäste der Gaststätte „Alte Post“ denken. Die stellvertretende Bürgermeisterin ist „entsetzt“, dass die Theke ebenso verkauft werden soll wie das ganze Inventar, wenn zum Jahresende erst einmal Schluss ist in der Traditionsgaststätte.

So ist es ausgehandelt worden beim Gütetermin vor Gericht im Mai . Insolvenzverwalter Axel Klages wollte damals 25000 Euro für die Theke und die Küche der Gaststätte haben. Der Stadt war das zu viel Geld. Und so kommt es nun, wie es damals geregelt wurde.

Für den 17. Januar, 11 Uhr, kündigen die „Abromeit-Auktionen“ in Belm als Geschäftspartner des Insolvenzverwalters eine Versteigerung an. „Zum Aufruf kommt das komplette Inventar der Gaststätte „Alte Post“, in Bramsche“, heißt es auf der Internetseite .

In der Gaststätte selbst liegen Flugblätter aus, dass „ab sofort“ Gebote für das Inventar abgegeben werden können. Und weiter: „Wer also noch eine Theke, Stehtisch, Hocker oder sonst noch etwas braucht...“

Insbesondere auf die Theke wird Lothar Dierkes seitdem immer wieder angesprochen. „Das ist ja auch kein Wunder, das ist für mich und viele Stammgäste das Herzstück der Alten Post“, sagt der Wirt, der im März 2013 Insolvenz angemeldet hatte. Insbesondere im Sommer, wenn auswärtige Gäste zum ersten Mal in die Gaststätte kämen, gebe es immer wieder viel Lob für die schöne Theke, die so viel Atmosphäre schaffe. Die ersten Gebote gebe es bereits, zwar nicht auf die Theke, aber auf diverse andere Einrichtungsgegenstände.

Der Ausverkauf verstärkt noch die Wehmut beim Wirt, der 16 Jahre lang der „Lothar“ von der „Alten Post“ war. Inzwischen hat er, genau wie Michaele Klein und die anderen Mitarbeiter auch, die Kündigung bekommen. „Die hat Herr Klages uns persönlich überreicht, verbunden mit einem Dank für unser Engagement“, erzählt Dierkes, der über den Insolvenzverwalter „nichts Negatives sagen kann. Alle Zusagen uns gegenüber hat er eingehalten.“

Michaele Klein erlebt dann schon zum zweiten Mal die Schließung einer Traditionsgaststätte. Zuvor war sie im „Wicküler“ tätig gewesen. Ihre Pläne, diese Gaststätte zu übernehmen, zerschlugen sich, das Lokal steht heute noch leer. Eine Übernahme der Alten Post ist für die Bramscherin jedoch kein Thema: „Viel zu groß und zu teuer. In der Gastronomie kriegt man doch keine Kredite.“

Der 31. Dezember ist sein letzter offizieller Öffnungstag. „Da machen wir morgens Frühstück und abends eine ganz besondere Silvesterfeier“, erzählt der Wirt. Dann ist Auf- und Ausräumen angesagt, bis zum 15. Januar. Ab dem Tag übernimmt die Stadt und beginnt mit den Sanierungsarbeiten. Und für Bramscher Kneipengänger eine schwere Zeit.

Pressesprecherin Dagmar Paschen bekräftigte gestern, die Stadt habe kein Interesse an dem Inventar. Der Fokus liege auf der Sanierung und der Neuverpachtung. Hier gebe es einen Interessenten, mit dem derzeit Gespräche geführt würden, sowohl seitens der Verwaltung als auch der Politik. Der neue Pächter soll nach Möglichkeit an der Neugestaltung der „Alten Post“ beteiligt werden, die nach der Sanierung im Mai wieder öffnen soll.