2015 auf bisherigem Niveau Stadtwerke Bramsche: Strom- und Gaspreis unverändert

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Viel Geld kostet die Energieversorgung. Für die Kunden der Stadtwerke bleiben Strom- und Gaspreis im kommenden Jahr gleich. Foto: dpaViel Geld kostet die Energieversorgung. Für die Kunden der Stadtwerke bleiben Strom- und Gaspreis im kommenden Jahr gleich. Foto: dpa

Bramsche. Für die Kunden der Stadtwerke Bramsche gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Die Bezugspreise für Strom und Gas steigen nicht. Die schlechte: Sie sinken auch nicht.

Manch einer hatte womöglich gehofft, durch die zum 1. Januar 2015 sinkende Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) künftig weniger für Strom zahlen zu müssen. „Die EEG-Umlage sinkt tatsächlich zum 1. Januar von 6,24 Cent pro Kilowattstunde auf 6,17 Cent“, sagt Dieter Holzgrefe. Zugleich, so erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke, müsse das Bramscher Unternehmen ab dem kommenden Jahr höhere Netzengelte bezahlen. „Auch dies ist eine staatliche Vorgabe, an der wir vor Ort nichts ändern können“, so Holzgrefe. Das Netzentgelt werde dem Endverbraucher künftig mit einem Bruttopreis von 7,14 Cent pro Kilowattstunde (kwh) statt wie bisher mit 6,39 Cent pro kwh berechnet. „Diese Erhöhung wird also durch die sinkende EEG-Umlage nur aufgefangen“, betont Holzgrefe. Was diese Berechnungen konkret bedeuten, erklärt Vertriebsleiter Frank Ballmann: „Im Grundversorgungstarif mit einem Jahresverbrauch bis 3200 kWh, in dem die meisten Stadtwerke-Kunden eingruppiert sind, beträgt der Arbeitspreis pro kWh wie auch in diesem Jahr 0,2290 Euro netto plus einen Verrechnungspreis von 4,50 Euro monatlich.“

Keine Änderungen gibt es auch beim Preis für Gas. „Wir haben unseren Bezugspreis für Gas von der Ölpreisentwicklung abgekoppelt“, sagt Geschäftsführer Holzgrefe. Dies bedeute, „dass wir die Preise für den Endverbraucher nicht gleich hochziehen müssen, wenn der Ölpreis so hoch ist wie noch vor einigen Monaten.“ Auf der anderen Seite komme es aber auch zu keiner Absenkung, wenn das Öl so vergleichsweise günstig sei wie derzeit.

Bei der Berechnung des Gaspreises, so erläutert Vertriebsleiter Ballmann, spielen ebenfalls verschiedene Umlagen eine Rolle. Dabei sei für das aktuelle Jahr 2014 eine sogenannte Regelenergieumlage „auf 0 gesetzt worden“, sagt Ballmann. „Dies haben wir durch die Senkung des Gaspreises zu Beginn dieses Jahres gleich an unsere Kunden weitergegeben“, erinnert Ballmann. Nun werde die genannte Umlage aber wieder eingeführt. „Wir kaufen also weiterhin recht günstig ein, werden aber mit höheren Kosten belastet“, so der Vertriebsleiter weiter. Insgesamt gleich es sich so aus, „dass wir für unsere Endkunden die Preise nicht zu erhöhen brauchen“.

Die Verbrauchsdaten werden ab dem 9. Dezember bei Geschäftskunden und vom 22. bis 31. Dezember bei Privatkunden abgelesen. „Bis zum 12. Januar haben Kunden auch die Möglichkeit, die Zählerstände selbst abzulesen und uns zu übermitteln“, erklärt Julia Klassen von der Service-Einheit der Stadtwerke. Dies sei telefonisch möglich, per E-Mail oder auch über die Homepage der Stadtwerke ( www.stadtwerke-bramsche.com ), die erst in der vergangenen Woche neu gestaltet an den Start gegangnen ist. Erstmals sind, nach einer Testphase im vergangenen Jahr, nun annähernd alle Ableser mit einem Smartphone ausgestattet, in das die Verbrauchsdaten eingegeben werden. „Eine enorme Arbeitserleichterung für uns, da wir die Daten direkt auslesen können“, so Stadtwerke-Mitarbeiter Matthias Poggemöller.

Ab dem 19. Januar werden die Abrechnungen verschickt.


Die Strompreise kommen nach der erstmalig erfolgenden Senkung der Umlage zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) auf 6,17 Cent für das kommende Jahr etwas in Bewegung. Einzelne Anbieter senken zum 1. Januar leicht die Preise. Aber in der Region Osnabrück tut sich zum Jahreswechsel wenig an der Tariffront. RWE hat seine Festpreis-Kunden angeschrieben und senkt zum Beispiel ab Januar den „36 max“-Tarif um 0,374 Cent oder 1,6 Prozent pro Kilowattstunde (kWh). Unternehmenssprecher Mario Leikop: „Bei der Grundversorgung rechnen wir derzeit noch. Hier liegen noch nicht alle Preiskomponenten vor, sodass erst in nächsten Jahr mit einer Entscheidung zu rechnen ist.“ Beim Gas blieben die Tarife in 2015 stabil. Stadtwerke Osnabrück: Der Energieversorger wird zum Jahresbeginn laut Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer bei den Strom- und Gaspreisen „nichts machen“. Eine Entscheidung hinsichtlich einer möglichen Strompreissenkung werde erst Anfang 2015 erfolgen, da bei den Nutzungsentgelten erst im Laufe des Dezember endgültig alle Komponenten feststünden. Hörmeyer: „Beim Gas bleibt alles beim Alten.“ Stadtwerke Georgsmarienhütte: Der GMHütter Strom- und Gasanbieter sieht vorerst keine Notwendigkeit für eine Anpassung. Geschäftsführer Wilhelm Grundmann: „Sämtliche Preise bleiben zum Jahresbeginn erst einmal stabil. Wir geben unseren Kunden bei Strom, Gas und Wasser eine Preisgarantie bis Ende 2015.“ Ten Hagen: Die Teutoburger Energie Netzwerk Genossenschaft senkt nur Erdgas-Produkte mit Preisgarantie. Ten-Sprecherin Maike Sczuka: „Bei der Grundversorgung ändert sich nichts.“ Elektrizitäts-Genossenschaft Hasbergen: Auch hier wird es zu Jahresbeginn keine Änderungen geben. Stadtwerke Lengerich: Auch hier bleiben die Strom- und Gaspreise erst einmal wie bisher. Wer noch keine Post von seinem Energieanbieter bekommen hat, geht in jedem Fall mit unveränderten Strom- und Gas-Preisen ins neue Jahr. Denn sechs Wochen vor Quartalsende müssen den Kunden eventuelle Änderungen mitgeteilt werden – das wäre Mitte dieser Woche gewesen.

Was alles in den Strompreis einfließt:

Netzentgelte: Entgelte, die Stromnetzbetreiber für die Durchleitung von den Netznutzern erheben.

Konzessionsabgabe: Entgelt an die Kommune zur Mitbenutzung von Verkehrswegen durch Versorgungsleitungen.

Strom-Energiesteuer: Steuer auf den Energieverbrauch.

EEG-Umlage: Gefördert wird die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien.

KWK-G Umlage: Gefördert wird die ressourcenschonende gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme.

§ 19 StromNEV-Umlage: Damit wird die Befreiung stromintensiver Unternehmen von Netzentgelten finanziert.

Offshore-Haftungsumlage: Mit dieser Umlage werden Risiken der Anbindung von Offshore-Windparks an das Stromnetz abgesichert.

Abschalt-Umlage: Sie dient zur Entschädigung großer Stromabnehmer für das Herunterfahren des Stromverbrauchs zur Vermeidung eines „Blackouts“ im Stromnetz.

Mehrwertsteuer: Die Mehrwertsteuer wird für den gesamten Strompreis mit all seinen Bestandteilen erhoben.

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