Fit-Serie: Wandern mit dem TuS Mehr als 11500 Schritte rund um Sögeln gemacht

Von Marcus Alwes


Bramsche. „Nein“, sagt Peter Neumann, „das Wetter hält uns generell nicht von einer Wanderung ab.“ Heute sowieso nicht, weil die Sonne sich am Himmel zeigt. Aber auch an anderen Tagen nicht. „Wir hatten schon überraschenden Eisregen. Oder wir sind vier Stunden im Regen gewandert“, erinnert sich Neumann. Ich treffe ihn und seine Mitstreiter aus den Reihen des TuS Bramsche, um in den kommenden zwei Stunden rund um Sögeln nahezu acht Kilometer gemeinsam zurückzulegen – und dabei mehr als 11500 Schritte zu machen.

Diese Zahl wirft zumindest am Ende jener kleine, elektronische Zähler aus, den ich mir für diese Folge (19) unserer Breitensportserie „Fit in unserer Stadt“ an meiner Hosentasche festgemacht habe. Doch der Reihe nach…

„Einmal pro Monat“

16 Wanderfreunde haben sich um 9 Uhr morgens am Parkplatz der AOK in Bramsche eingefunden, um in den Bereich Hohe Haar nach Sögeln zu fahren. Hier startet wenige Minuten später der Gang über Wald- und Wiesenwege, aber auch Asphaltstraßen.

„Einmal pro Monat treffen wir uns“, sagt Neumann, der Leiter der Gruppe. Mittels ausgedruckter Wanderkarte und einem Navigationsgerät (GPS) lenkt er die Frauen und Männer sicher durch das Gelände. „In der Regel sind wir hier 15 bis 20 Personen. Wir machen das seit weit mehr als 20 Jahren. Wir freuen uns aber über jedes neue Gesicht. Das ist jeder willkommen“, sagt Neumann. Stets arbeitet er neue Wanderstrecken aus, um viel Abwechslung zu bieten. „Da geht es dann schon mal ein bisschen mehr rauf und runter als heute.“

In der Tat. Der Weg bei Sögeln (grobe Richtung Alfsee) ist flach und einfach zu bewältigen. Das Tempo ist moderat. Die Gruppe ist relativ nah beieinander. Wir passieren unter anderem Stoppelrübenfelder, den Dorftreff samt Kindergarten, zwei der unbeschrankten Bahnübergänge in dieser Region, den Riester Damm und das frühere Gasthaus Wrocklage. Ein Thema, das mehrere der Wanderer berührt. Die aktuelle Gaststättensituation in Bramsche wird sehr intensiv diskutiert – Wrocklage, Alte Post und der neue Italiener bei „Helmich“ in Malgarten. Jeder hat eine Meinung.

Auch die Wandergruppe des TuS Bramsche wird nach ihrem heutigen Gang – zumindest teilweise – noch in der Gaststätte Bischof-Reddehase in Hesepe gemeinsam Essen gehen. Ein Kann, kein Muss.

„Wir schnacken gerne“

Doch zunächst genieße ich die frische Morgenluft. Und der heitere Himmel macht es „gefühlt“ doppelt angenehm. Wir sind nun auf dem Bersenbrücker Land Weg. Die roten Hinweisschilder zeigen es. Die Zeit vergeht dabei wie im Flug, die Bewegung tut mir gut. Und die, die hier mitwandern, sind sehr nett. Eine tolle Gruppe.

Zwei Männer im hinteren Teil diskutieren über die Formel1 und deren Entwicklung in den vergangenen Jahren. Anita – die Ehefrau von Peter Neumann – erklärt unterdessen, „wir schnacken alle gerne.“ Die Wandergruppe sei auch dafür ein guter Treffpunkt. „Es gibt so viele einsame Leute“, stellt Anita fest. Sport und Bewegung im Verein seien hingegen wilkommene Alternativen für diese Menschen.

Ihr Jahresprogramm garnieren die TuS-Wanderer übrigens mit separaten Grünkohl- und Spargelgängen, dazu kommen die Teilnahmen an den Kreiswandertagen. So stehen im Laufe von zwölf Monaten allerlei Bewegungstermine im Kalender der Gruppe. Des Öfteren kombiniert mit Geselligkeit.

Häufig dürften es auch Strecken sein, die man ohne die Vorarbeit von Peter Neumann sonst wohl nicht selbst erwandert hätte, denke ich mir. Ein angenehmer Nebeneffekt also für den, der sich einer solchen Breitensportgruppe anschließt. Und dann würde es auch nicht „nur“ bei 11500 Schritten bleiben.


Unsere Expertin sagt: Feste Schuhe und Funktionskleidung tragen

Das Wandern hat eine lange Tradition. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in deutschen Landen die ersten Wander- und Gebirgsvereine ins Leben gerufen. 1883 zudem in Fulda der Deutsche Wanderverband als Dachorganisation gegründet.

Das Schöne an diesem Sport: Die Teilnahme am Wandern ist für Menschen aller Altersklassen möglich. In einer Gruppe oder als „Einzelgänger“. Je nach persönlichem Geschmack.

Auch Streckenlänge und Schwierigkeitsgrad der Wege kann jeder Wanderer auswählen – nach seinen eigenen Möglichkeiten. Hier gilt jedoch: Niemand sollte es übertreiben. Falscher Ehrgeiz hilft keinem.

Gut ist: Das Wandern aktiviert eine Vielzahl von Muskelpartien im Körper. Regelmäßig ausgeübt, fördert es die Beweglichkeit des Menschen spürbar.

Nicht unterschätzt werden darf auch die soziale Funktion dieses Sports. Denn in Gruppen werden Kontakte aufgebaut und gepflegt. Menschen kommen so miteinander ins Gespräch.

Wer dauerhaft Freude am Wandern haben möchte, sollte zudem auf die richtige Ausstattung achten. Zunächst ist festes Schuhwerk sehr, sehr wichtig. Damit der Halt stimmt.

Im Fachhandel gibt es ferner hilfreiche Funktionskleidung, die die Wanderer zum Beispiel gegen Nässe, Wind und Kälte schützt.

Als wertvolle Stützen für eine Reihe der Aktiven können auch Wanderstöcke dienen.

Unsere Expertin Iris Greff (Foto) ist ausgebildete Fitnesstrainerin und gibt im Osnabrücker „aktivital“ Sportkurse.