Ökologische Revitalisierung Die Hase wird nördlich von Bramsche aufgewertet

Die Hase, ihr Auenbereich und ihre Zuflüsse sollen im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie naturnäher und durchgängig gestaltet werden. Diese Aufgabe haben der Landkreis Osnabrück und der Verein zur Revitalisierung der Haseauen übernommen. Foto: LandkreisDie Hase, ihr Auenbereich und ihre Zuflüsse sollen im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie naturnäher und durchgängig gestaltet werden. Diese Aufgabe haben der Landkreis Osnabrück und der Verein zur Revitalisierung der Haseauen übernommen. Foto: Landkreis

Bramsche/Osnabrück. Der Emsfonds stellt 90000 Euro für die Gewässerentwicklung der Hase bereit. Der Landkreis Osnabrück hatte mit dem Verein zur Revitalisierung der Haseauen die Fördermittel beantragt. Nun erhielt er von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die den Emsfonds verwaltet, den Bewilligungsbescheid. 30000 Euro werden für den Anschluss eines Altarms an die Hase nördlich von Bramsche verwendet.

Durch Öffnung eines Altarms an die Hase mit der gleichzeitigen Rückverlegung des Deiches und der Anlage von auentypischen Kleingewässern wird die Hase nördlich von Bramsche ökologisch aufgewertet. Gerade bei nahezu komplett kanalisierten Flussläufen in der landwirtschaftlich intensiv genutzten Kulturlandschaft gibt es nur wenige Lebensräume für Fische, Vögel, Amphibien und andere Lebewesen. Insbesondere die verbesserte Anbindung an den Flusslauf der Hase wird dazu führen, dass der übermäßige Nährstoff-Eintrag und die Verlandung des Flusslaufs gestoppt und teilweise rückgängig gemacht wird.

Die Oberläufe der Hase haben eine wichtige Bedeutung als Laichhabitate für verschiedene Fischarten. Die Bachforelle, vom Landkreis Osnabrück als Leitart für die Herstellung ökologisch intakter Gewässer gewählt, ist im Osnabrücker Land nur noch in kleinen Restbeständen vertreten . „Damit laichreife Forellen zu ihren Laichplätzen in die quellnahen, sommerkühlen Bachabschnitte der Hase aufsteigen und vorkommende Bestände langfristig stabilisiert werden können, ist die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit und die Verbesserung der Strukturvielfalt der Gewässer erforderlich“, sagt Peter Schrut vom Landkreis Osnabrück.

Die naturnahe Gestaltung des Hiddinghauser Bachs wird mit 60000 Euro gefördert. Der Hiddinghauser Bach mündet in einen Zulauf der Hase und soll in der Gemeinde Bissendorf von bestehenden Barrieren wie Durchlässen, Sohlabstürzen und Verrohrungen befreit werden. Großdimensionierte Maulprofildurchlässe und Furten ersetzen die bisherigen Bauwerke. Zudem soll die Linienführung in Teilen mäandrierend gestaltet werden. Die Gewässerstruktur wird durch Kiesbänke aufgewertet. „Damit werden die Durchgängigkeit und die Strukturvielfalt der Haseoberläufe wesentlich verbessert“, so Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

Björg Dewert, Geschäftsführerin des 1997 gegründeten Vereins zur Revitalisierung der Haseauen, berichtet, dass der Verein die Förderung von Eigendynamik und Naturnähe der Hase und ihrer Nebengewässer zum Ziel hat. Daher unterstützt er den Landkreis Osnabrück bei der Umsetzung dieser Projekte. Infos sind erhältlich unter www.haseauenverein.de .


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