Zwei Blindgänger entfernt Bombenräumung auch in Pente erfolgreich

Von Björn Dieckmann


Bramsche. Auch die zweite Bombenräumung innerhalb von 24 Stunden auf Bramscher Gebiet hat reibungslos geklappt: Dank einer guten Organisation, perfekter Arbeit der Kampfmittelbeseitiger – und dank jeder Menge belegter Brötchen, Kaffee und Erbsensuppe.

Denn eine gute Verpflegung, die gehört zu jedem Einsatz dazu. Und am Donnerstag, ebenso wie am Vortag in Achmer, mussten viele, sehr viele Brötchen herbeigeschafft werden: Für die Mitarbeiter der Polizei, der Feuerwehr und der Stadt im „Lagezentrum“, das vom Bramscher Feuerwehrhaus aus alle Vorbereitungen zur Bombenentschärfung koordinierte. Für die rund 40 Feuerwehrleute, die bei den Straßensperrungen im Einsatz waren. Für den Malteser Rettungsdienst. Für die Presse – „ihr seid ja immer da, wo es was zu Essen gibt“, neckt mich Stadt-Mitarbeiter Andree Pfänder, als ich gerade in mein ungefähr 25. belegtes Brötchen seit Mittwochnachmittag beiße. Trotz meiner Ration blieben genug übrig für die wichtigsten Mitarbeiter dieses Tages, die Männer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Gegen 11 Uhr bestellen sie ihre Portion, um sich vor dem Einsatz noch einmal stärken zu können. „Henkersmahlzeit“, scherzt einer im Lagezentrum – und schiebt, an mich gewandt, schnell hinterher: „Aber schreib das bloß nicht in Euren Live-Ticker“. Nee nee, antworte ich, die Hälfte meines 26. Brötchens im Mund.

Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen.

Für das Feuerwehrhaus in Pente hätten keine belegten Brötchen und keine Erbsensuppe bereitgestellt werden müssen. Hier konnten die Bürger hinkommen, die wegen der Bombenentschärfung ihre Häuser verlassen mussten. Doch es kam niemand, ebenso wie zum Hof Duling in Wallenhorst. Ob die Helfer vor Ort, die nicht helfen brauchten, die Mengen an Essen verputzt haben, ist nicht bekannt.

150 Menschen betroffen

Rund 150 Menschen waren nur von der Evakuierung betroffen. Die Fundstelle der beiden Blindgänger lag an der Grenze von Pente zu Wallenhorst recht abgelegen. Um kurz nach 12 Uhr war diese Evakuierung abgeschlossen, kurz darauf wurden die Bundesstraße 68 und der Luftraum – auch das gehört zu den Erfordernissen einer Bombenentschärfung – gesperrt. Planmäßig um 13 Uhr hieß es: „Sicherheit!“ Das ist das entscheidende Stichwort, dass alle erforderlichen Maßnahmen im Vorfeld der Sprengung abgeschlossen sind.

Die Sprengmeister machten sich ans Werk, um die beiden Fliegerbomben zu entschärfen. Fünf-Zentner-Kolosse jeweils, die deutlich größer waren als noch am Abend zuvor. Im Lagezentrum hieß es abwarten, mancher aß sein 27. belegtes Brötchen, es gab nun aber auch Erbsensuppe. „Die habe ich selbst zubereitet“, meinte Kreisbrandmeister Cornelis van de Water – und grinste: Zeit zum Scherzen, auch wenn schon zuvor im Lagezentrum ein zwar hochkonzentriertes, aber keineswegs verbissenes Arbeiten vorherrschte. Eine leichte Verzögerung gab es nur, als man sich entschloss, sicherheitshalber auch noch ein Fitness-Studio in Wallenhorst räumen zu lassen, das direkt an den eigentlich Sperr-Bereich angrenzt.

Eine Stunde, so hatte man geschätzt, würde die Entschärfung der Bomben dauern. Doch es ging viel schneller: Schon nach 30 Minuten meldete der Kampfmittelbeseitigungsdienst, dass er seine Aufgabe erledigt hat. Die Bomben wurden auf einen Lkw gehievt und abtransportiert. Der Baggerfahrer schüttete noch das Erdloch wieder zu – Ordnung muss sein.

Im Lagezentrum im Bramscher Feuerwehrhaus rechnete man derweil damit, dass es künftig häufiger zu Bombenentschärfungen in der Tuchmacherstadt kommen könnte. Gefragt sein werden auch dann wieder: Eine gute Organisation, perfekte Arbeit – und jede Menge belegte Brötchen, Kaffee und Erbsensuppe.


0 Kommentare