Zeitzeuge informierte Polizei Hinweise von Erich Küpker führten zu Bomben in Pente

Von Marcus Alwes

Der 81-jährige Erich Küpker war am Donnerstag ein gefragter Mann. In der Nähe seines Hauses wurde entschärft. Foto: Marcus AlwesDer 81-jährige Erich Küpker war am Donnerstag ein gefragter Mann. In der Nähe seines Hauses wurde entschärft. Foto: Marcus Alwes

Pente. Auch er musste sein Haus am Moorweg in Pente am Donnerstag während der Bombenentschärfungen räumen. Auch er konnte nur aus großer Entfernung den Sprengmeistern zusehen. Doch irgendwie war Erich Küpker trotzdem der Mann des Tages.

Schließlich hatte die Stadt Bramsche es dem 81-jährigen Rentner zu verdanken, dass die beiden Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg überhaupt aufgespürt und gefunden wurden . Denn Küpker ist das, was man einen echten Zeitzeugen nennt. „Am 6. Dezember 1944 – dem Nikolaustag – gab es Luftangriffe auf Pente. Mit fünf Toten in der Nachbarschaft. Das war sehr schlimm“, erinnert er sich.

Fast auf den Tag genau 70 Jahre ist das nun her. Hier am Moorweg ist Küpker aufgewachsen. In unmittelbarer Nähe zur Ortsgrenze nach Wallenhorst. Etwas mehr als zwei Jahrzehnte lebte er zwischenzeitlich in Hesepe. Doch 1972 kehrte er nach Pente zurück. Gearbeitet hat er in der Industrie bei Penter Klinker.

Jugendzeit am Moorweg

Als nun vor Kurzem eine Mitarbeiterin aus der Försterei in Engter Fotoaufnahmen von einem kleinen Waldstück neben seinem Haus machte, kamen Küpker die Blindgänger – also die nicht explodierten Bomben – aus den Kriegsjahren wieder in den Sinn. „Die Dame aus Engter stand hier. Sie sagte mir, der Wald werde gerodet und neu zugepflanzt“, so Küpker, „da fiel mir spontan ein, dass hier doch einst die englischen Bomben gefallen waren. Am Abend habe ich dann die Polizei angerufen. Und die hat uns den Herrn Lauxtermann geschickt.“ Also den Kampfmittelexperten der Osnabrücker Feuerwehr.

Küpker schilderte Lauxtermann sein Wissen: „Da waren damals Blindgänger. Gut einen Meter tief in der Erde. Am Waldesrand. Die hatten wir gesehen. Die waren zunächst ja noch offen, erst später wurden sie zugeschüttet. Und irgendwann gerieten sie wohl in Vergessenheit.“

Bomben fielen 1944

Doch nun – mit der Ankündigung einer Waldrodung – kam auch die Erinnerung zurück. Und Küpker beschlich eine Sorge: „Ich habe mir gedacht, die Arbeiter gehen da ja mit schwerem Gerät rein. Und wenn die dann da draufkommen, fliegt das alles vielleicht in die Luft …“

Seine Hinweise an Norbert Lauxtermann jedenfalls erwiesen sich als hilfreich. Sie waren sehr präzise. „Die erste Bombe liegt 80 m von hier“, hatte Küpker dem Experten gezeigt, „die nächste 150 m.“

Der Liveticker von der Bombenentschärfung zum Nachlesen.