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Liveticker zum Nachlesen Die Bomben in Pente sind entschärft  


Bramsche. Es ist geschafft: Die Blindgänger im Bramscher Ortsteil Pente sind erfolgreich entschärft worden. Auch die B 68 ist wieder frei. Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen.


BLINDGÄNGER-ENTSCHÄRFUNG IN PENTE

19. November 2014 19:09
Am Donnerstag, 20. November, werden in Bramsche weitere Blindgänger entschärft. Nach Hinweisen eines Zeitzeugen stellten sich zwei Verdachtspunkte im Ortsteil Penteals zutreffend heraus. Der Evakuierungsradius um den Fundort beträgt 1000 Meter. Von der Evakuierung sind zwischen voraussichtlich 11 Uhr bis 15 Uhr etwa 150 Personen betroffen.Als Sammelpunkt dient das Feuerwehrgebäude in Pente, Straße Kleine Egge. Wer mobil eingeschränkt ist und Hilfe benötigt, kann sich an die Stadt Bramsche wenden. Ein Bürgertelefon ist hier unter der Nummer 05461-830 eingerichtet.

Wir berichten ab 11 Uhr im Liveticker von der Bombenräumung.
NOZ
20. November 2014 10:39
Im Bramscher Feuerwehrhaus haben sich die Verantwortlichen besprochen. Ab 11 Uhr sollen die Anwohner ihre Häuser verlassen, die innerhalb des Sperr-Radius leben.
Björn Dieckmann
20. November 2014 10:41
Die meisten der insgesamt 150 Betroffenen kommen aus Wallenhorst. Sie können zur Hofstelle Duling kommen, wenn sie keinen anderen Anlaufpunkt haben.
Björn Dieckmann
20. November 2014 10:43
Als Sammelpunkt steht zudem auch das Feuerwehrhaus in Pente bereit. Verpflegung gibt es an beiden Treffpunkten, sagt Stadt-Sprecherin Dagmar Paschen.
Björn Dieckmann
20. November 2014 10:46
Die Pfeile zeigen die Fundorte der beiden Blindgänger an, die heute entschärft werden sollen. Rechts im Bild ist ein kurzer Abschnitt der B 68 zu sehen.
Björn Dieckmann
20. November 2014 10:48
Es handelt sich um zwei Fünf-Zentner-Bomben, sagen die Kampfmittel-Experten. Das Gelände wird auf weitere Blindgänger überprüft.
Björn Dieckmann
20. November 2014 10:48
Sprengmeister Thomas Krause ist bereits vor Ort in Pente eingetroffen. Ihm assistieren u.a. Norbert Lauxtermann (Kampfmittelexperte der Feuerwehr Osnabrück) sowie Günther Piegser und Thorsten Lüdeke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. In unmittelbarer Nähe der Blindgänger-Fundorte haben sie im Wintergarten von Familie Küpker am Moorweg in Pente (das letzte Haus vor der Ortsgrenze nach Wallenhorst) ein kleines "Lagezentrum" bezogen. Gleich geht die nicht ungefährliche Arbeit los. Foto, v. l.: Lauxtermann, Piegser, Lüdeke.
m.alwes
20. November 2014 10:51
Einsatzbesprechung der Feuerwehren aus Bramsche, Achmer, Pente und Wallenhorst.
Björn Dieckmann
20. November 2014 10:54
Der 81-jährige Erich Küpker (r.) ist quasi der Mann des Tages. Dank seiner Hinweise wurden die Behörden auf die Blindgänger am Penter Moorweg aufmerksam. Die Bomben waren - nach Küpkers Erinnerung - am 6. Dezember 1944 bei einem Angriff der britischen Luftwaffe abgeworfen worden.
m.alwes
20. November 2014 10:56
Die B 68 wird ab ca. 12.30 Uhr zwischen Pente und Wallenhorst gesperrt bis zum Ende der Bombenentschärfung.
Björn Dieckmann
20. November 2014 11:00
Gegen 13 Uhr soll "Sicherheit" hergestellt sein. Das ist das Stichwort: Alles ist abgesperrt, die Häuser sind verlassen, die Sprengungen können beginnen.
Björn Dieckmann
20. November 2014 11:01
Auch Erich Küpker muss heute sein Haus für die Zeit der Bombenentschärfung verlassen. "Ich fahre mit meiner Frau schön zum Essen", sagt er, "danach besuchen wir einen unserer Enkel, der an der Rathauspassage in Wallenhorst wohnt." Einer der Blindgänger liegt übrigens in einem kleinen Waldstück direkt neben dem Wohnhaus von Küpker.
m.alwes
20. November 2014 11:05
Bevor Erich Küpker "abgereist" ist, ging er aber noch einmal mit Sprengmeister Thomas Krause (r.) und Kampfmittelexperte Norbert Lauxtermann (l.) zu dem kleinen Wäldchen, in dem einer der Blindgänger liegt. Die zweite Bombe befindet sich - Luftlinie - rund 80 m weiter hinten.
m.alwes
20. November 2014 11:14
Sprengmeister Krause berichtet uns: "Es ist eher selten, dass wir durch Hinweise von Zeitzeugen auf solche Blindgänger stoßen." Und wenn doch, "dann sind die Ortsangaben bei deren Erinnerungen nicht immer präzise genug." Deshalb werde des Öfteren trotz intensiver Erkundungen doch kein Sprengkörper gefunden. Anders in Pente. "Die Angaben und Erinnerungen von Herrn Küpker waren sehr, sehr genau. Zwei Blindgänger haben wir so tatsächlich ausfindig machen können."
m.alwes
20. November 2014 11:15
Anruf der Kampfmittelbeseitiger im Lagezentrum in Bramsche: Man fragt nach Brötchen und Kaffee. Mit leerem Magen lässt sich nicht gut arbeiten :-)
Björn Dieckmann
20. November 2014 11:20
Persönliche Anmerkung: Hätten sie Familie Küpker nicht aus deren Haus am Moorweg "weggeschickt", hätten die Kampfmittelbeseitiger im besagten Wintergarten wohl noch frischen Kaffee... Da gab es nämlich vorher das volle Verwöhnprogramm.
m.alwes
20. November 2014 11:24
Im Waldabschnitt rechts liegen die beiden bisher festgestellten Sprengkörper. Wer diese Straße weiterfährt, "stößt" übrigens linker Hand auf die drei Windräder am Schwarzen See in Wallenhorst-Hollage.
m.alwes
20. November 2014 11:26
Die Feuerwehr ist jetzt ausgerückt und unterstützt die Evakuierung. 39 Leute sind im Einsatz. Auch der Malteser Rettungsdienst ist vor Ort.
Björn Dieckmann
20. November 2014 11:37
"Es waren schwere Luftangriffe damals", erinnert sich Erich Küpker an den 6. Dezember 1944, als die britischen Bomben über Pente (eigentliches Ziel war vermutlich das Fluggelände Achmer) abgeworfen wurden. "60 m neben unserem Haus explodierte eine Bombe", erinnerte er sich, "alle Scheiben gingen kaputt." In der Nachbarschaft habe es sogar fünf Tote gegeben. Mehr zu den Küpker-Erinnerungen morgen (Fr.) in den Bramscher Nachrichten.
m.alwes
20. November 2014 11:40
Die Kampfmittelbeseitigung ist übrigens eine halb private, halb hoheitliche Aufgabe: Die Vorarbeiten werden von der Firma Tauber übernommen, die eigentliche Sprengung vom Kampfmittelräumdienst des Landes Niedersachsen.
Björn Dieckmann
20. November 2014 12:11
Am Feuerwehrhaus in Pente warten die Helfer auf Evakuierte. Viele Betroffene werden nicht erwartet. In Wallenhorst könnten etwas mehr Leute zum Hof Düing kommen.
Björn Dieckmann
20. November 2014 12:25
Um 12.30 Uhr soll die nächste Lagebesprechung beginnen. Dann wird überprüft, ob der Zeitplan einzuhalten ist.
Björn Dieckmann
20. November 2014 12:26
Die Sperrung der B 68 in Höhe Penter Knapp naht. Die Vorbereitungen laufen. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über die B 218 und Engter.
m.alwes
20. November 2014 12:27
So sieht es gerade auf der B 68 aus. Alles ist für die Ableitung des Verkehrs vorbereitet. In wenigen Minuten geht es damit los.
m.alwes
20. November 2014 12:29
Im "Evakuierungszentrum" in Wallenhorst, der Hofstelle Duling, ist nichts los. Die Auszubildende der Gemeinde, Kristina Niemann, meldet: Hier war noch kein Bürger.
m.alwes
20. November 2014 12:31
Die Wallenhorster Feuerwehr - hier Dino Fänger - hilft bei den Straßensperrungen und Verkehrsregelungen. Hier versucht er, mich aus der "heißen Zone" zu weisen. Man kennt sich...
m.alwes
20. November 2014 12:32
Laut Lagezentrum ist das Sperrgebiet evakuiert. Alle Betroffenen in Pente und Wallenhorst haben ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
Björn Dieckmann
20. November 2014 12:33
Eine echte Straßensperre auf der "Alten B 68" zwischen Hörnschen Knapp und Penter Knapp. Auch hier darf momentan niemand in den Evakuierungsbereich.
m.alwes
20. November 2014 12:37
Nah an der Bombe. Gesprächsrunde auf dem Hof von Familie Küpker in Pente. Matthias Hintz (Stadtverwaltung Bramsche), Norbert Lauxtermann (Kampfmittelexperte Feuerwehr), Klaus Schwegmann (Gemeinde Wallenhorst) und Dagmar Paschen (Pressesprecherin Stadt Bramsche). Letzte Details zur Evakuierung werden geklärt.
m.alwes
20. November 2014 12:41
Die Lagebesprechung verzögert sich etwas. Es sind noch ein paar Details zu klären.
Björn Dieckmann
20. November 2014 12:42
Finale Phase: Auf dem Moorweg ist alles für die Entschärfung "angerichtet". Die Sprengmeister sind jetzt absolut gefordert. Letzte Details werden gerade geklärt. Die Gemeinde Wallenhorst hat aber noch eine Hausaufgabe zu machen.
m.alwes
20. November 2014 12:44
Die Grenzen des Sperrgebiets im Wallenhorster Bereich scheinen im Moment etwas unklar zu sein.
Björn Dieckmann
20. November 2014 12:47
In Wallenhorst soll jetzt offenbar noch ein Sportzentrum evakuiert werden. Sicher ist sicher.
Björn Dieckmann
20. November 2014 12:50
Das Stichwort "Sicherheit" wird sich etwas verzögern.
Björn Dieckmann
20. November 2014 12:52
Klaus Schwegmann von der Gemeinde Wallenhorst teilt mir gerade mit: Das erwähnte Sportzentrum ist die "Muckibude" auf der Rückseite des Combi-Marktes. Die müssen jetzt alle von den Geräten runter - und raus aus der Gefahrenzone.
m.alwes
20. November 2014 12:53
Wer heute einen kleinen Rundflug unternehmen möchte, sollte sich sputen: Für den Zeitraum der Entschärfungs-Maßnahmen wird der Luftraum gesperrt.
Björn Dieckmann
20. November 2014 12:58
"Wir liegen tip-top in der Zeit", sagt Kreisbrandmeister Cornelis van de Water, der die Lagebesprechung leitet.
Björn Dieckmann
20. November 2014 13:00
Ein Foto von Dagmar Paschen, Pressesprecherin der Stadt Bramsche: Arbeiten an einem der Bombenfundorte.
m.alwes
20. November 2014 13:06
Alle warten nun, dass die Muckibude in Wallenhorst geräumt ist. Dann sind alle Vorbereitungen beendet.
Björn Dieckmann
20. November 2014 13:07
Und jetzt ist es soweit: Der Kampfmittelräumdienst kann an sein Werk gehen, "Sicherheit" ist gemeldet.
Björn Dieckmann
20. November 2014 13:10
Es wird damit gerechnet, dass die Entschärfung der Blindgänger rund eine Stunde dauern wird.
Björn Dieckmann
20. November 2014 13:12
Die B 68 bleibt für diese Zeit gesperrt. Im Radio wurde gemeldet, die Straße sei ab 13.30 Uhr wieder frei - das ist nicht richtig.
Björn Dieckmann
20. November 2014 13:17
Mittagessen im Feuerwehrhaus. Guten Appetit!
Björn Dieckmann
20. November 2014 13:31
An der B 68-Abfahrt Pente ist jetzt einiges los. Hier wird der Verkehr umgeleitet.
Björn Dieckmann
20. November 2014 13:36
Die Bomben sind entschärft, sagt Dagmar Paschen, Pressesprecherin der Stadt Bramsche.
Heiner Beinke
20. November 2014 13:45
Der Hobbyhistoriker Dieter Przygode aus Achmer hat uns mit weiteren Hintergrundinformationen zum Bombenangriff versorgt. Danach waren am 6. Dezember 1944 insgesamt 140 Halifax- und 59 Lancaster-Bomber unterwegs, um Osnabrück anzugreifen. Bei dem Angriff stürzte eine Maschine (Halifax) der 640. Royal Airforce Squadron bei Bohmte ab. Vier der sieben Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Fallschirm retten. Die drei Toten, Flight Lt. Morris, Flight S. O'Callaghan und Flight S. Vandette, wurden am 9.Dezember 1944 auf dem Ehrenfeld des evangelischen Friedhofs in Bramsche bestattet.
Heiner Beinke
20. November 2014 13:47
Die B 68 ist jetzt schon wieder freigegeben.
Björn Dieckmann
20. November 2014 13:48
Ein Foto mit Seltenheitswert: Der Blick auf die leere B 68 zwischen Penter Knapp und Hörnschen Knapp (Blickrichtung nach Wallenhorst) während der Sperrung. Jetzt aber rollt der Verkehr wieder.
m.alwes
20. November 2014 13:57
Das ist eine der zwei Bomben. Ganz schön dickes Ding.
Björn Dieckmann
20. November 2014 14:02
Beide Blindgänger werden jetzt auf Lkw verladen und abtransportiert.
Björn Dieckmann
20. November 2014 14:05
Erneut ist also alles ohne Zwischenfälle abgelaufen. Wir beenden unseren Live-Ticker. Umfassende Berichterstattung folgt auf noz.de, in unserer iPad-App und in der morgigen Print-Ausgabe. Wir wünschen einen weiterhin schönen Tag!
Björn Dieckmann