Blindgänger-Fund Bombe bei Achmer schnell entschärft


Bramsche. Es war 18.54 Uhr am Mittwochabend, als der entscheidende Anruf im Bramscher Rathaus einging. Dem Kampfmittelbeseitigungsdienst war es gelungen, die Bombe zu entschärfen, die am Morgen auf dem Gelände der Deutsche Tiernahrung Cremer (früher Deuka) in Achmer gefunden worden war.

Im Rathaus war bereits am frühen Vormittag ein Krisenstab zustande gekommen, nachdem der Blindgänger entdeckt worden war. Von hier also, aus dem Rathaus, wurden alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet und über den gesamten Tag koordiniert. Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und Stadt Bramsche im Dauereinsatz, aber: „Es heißt zwar Krisenstab, aber eine Krise haben wir hier nicht“, meinte Polizeichefin An Oldiges schmunzelnd, schon bevor die Nachricht angekommen war, dass keine Gefahr mehr bestehe.

Liveticker zum Nachlesen: Bombenentschärfung in Achmer

Eine 75-Kilo-Bombe mit 14 Kilogramm Sprengstoff war auf dem Deuka-Gelände gefunden worden. Die benachbarte Recycling-Firma Kohl wollte hier einen Teil des Areals in unmittelbarer Nähe zum Flugplatz pachten und wurde dazu verpflichtet, nach Munitionsrückständen suchen zu lassen. Als eine Fachfirma fündig wurde, „sind zuerst Polizei und Feuerwehr verständigt worden, anschließend dann wir“, erklärte Dagmar Paschen, Pressesprecherin der Stadt Bramsche. Als klar war, dass der Blindgänger noch am selben Tag entschärft werden sollte, war schnelles Handeln gefragt: Am frühen Nachmittag wurden die Medien informiert; insbesondere, um über die Online-Kanäle und sozialen Netzwerke auf die bevorstehende Evakuierung rund um die Fundstelle aufmerksam zu machen.

Abgesperrt wurde in einem Radius von 500 Metern. Betroffen waren davon die am nächsten liegenden Unternehmen, eben Recycling Kohl und die Deutsche Tiernahrung Cremer, deren Gelände am späten Nachmittag völlig verwaist war: Nur Betriebsleiter Bernhard Stuckenberg hielt die Stellung, zusätzlich zu den Mitarbeitern des Kampfmittelbeseitigungsdienstes. Private Anwohner in der Umgegend wurden von der Polizei, der Feuerwehr und Mitarbeitern der Stadt über die Notwendigkeit informiert, ihre Häuser und Wohnungen verlassen zu müssen. Das Angebot, in der Dorfgemeinschaftsanlage Unterkunft zu nehmen, wurde nur von wenigen angenommen. Kaum ein Dutzend der rund 200 Betroffenen fanden sich hier ein.

Verständigt worden waren auch der Malteser-Rettungsdienst und die Feuerwehren. „Wir müssen nur eingreifen, wenn es bei der Sprengung Feuer geben sollte“, klärte Björn Lüssenheide von der Feuerwehr Achmer die Kameraden bei einer Besprechung auf. Dass es so kommen würde, hielten alle für unwahrscheinlich. Schnell war die Stimmung locker, auch wenn der Einsatz alles andere als Routine war: „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals einen Einsatz wegen einer Bombenentschärfung hatten“, meinte Feuerwehrmann Henning Stricker.

Zu guter Letzt musste noch die Bahnstrecke zwischen Eversburg und Achmer gesperrt werden. Das war gegen 18.30 Uhr so weit. „Das haben wir mit der Bahn und der Nordwestbahn so besprochen, dass es um diese Zeit den Betrieb auf der Strecke am wenigsten aufhält“, erklärte Matthias Hintz. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung hatte erst gestern die Aufgabe übernommen, im Rathaus der Ansprechpartner für die Belange der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes zu sein. Prompt saß er im Krisenstab – ein Sprung ins kalte Wasser.

Liveticker zum Nachlesen: Bombenentschärfung in Achmer

Hintz war es auch, der um 18.54 Uhr den Anruf des Kampfmittelräumdienstes entgegennahm: Die Bombe war entschärft, nachdem der Zündkopf entfernt und gesprengt worden war. Schnell waren die Straßensperrungen aufgehoben, die Anwohner konnten in ihre Häuser zurück.

Am Donnerstag werden Blindgänger im Bereich Pente entschärft werden.


0 Kommentare