Stadt mit Anliegern einig Kompromiss für Amazone-Ansiedlung in Bramsche

Von Heiner Beinke

Mehr Schutz vor dem neuen Industriegebiet soll ein erweiterter und erhöhter Pflanzstreifen vor der Zufahrt bringen. Foto: Heiner BeinkeMehr Schutz vor dem neuen Industriegebiet soll ein erweiterter und erhöhter Pflanzstreifen vor der Zufahrt bringen. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. In Sachen Industrieansiedlung von Amazone in Schleptrup zeichnet sich ein Kompromiss mit den Anliegern ab.

Es gebe bei weiten Teilen der Anlieger die Erkenntnis, dass mehr wohl nicht möglich sei, sagte am Dienstag Anlieger Ansgar Bockstiegel. Der jetzige Entwurf mit einer erhöhten Begrünung direkt an der Bundesstraße stelle auf alle Fälle eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Verwaltungsentwurf dar. Dieser Kompromiss sei beim letzten Treffen der Anlieger auch ganz überwiegend auf Zustimmung gestoßen.

Der verbreiterte Pflanzstreifen und die Modellierung des Geländes seien „ein ganz wichtiger Punkt“ für die Anlieger gewesen, bestätigte auch Bürgermeister Heiner Pahlmann. Er freute sich, dass es gelungen sei, aufeinander zuzugehen und gemeinsam eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden. Für ihn sei es sehr wichtig, den Bebauungsplan mit den Anliegern ohne größere Proteste auf den Weg bringen zu können. Dafür lohne es sich auch, bis zu einem gewissen Grad Abstriche bei der wirtschaftlichen Ausnutzung der Fläche in Kauf zu nehmen.

„In der Geschichte der Stadt wohl bisher einmalig“ findet Andreas Quebbemann (CDU) als Vertreter der Neuen Mehrheit diese Form des intensiven Dialogs mit dem Bürger. Für Politik und Verwaltung sei dies zwar sehr aufwendig, aber „nach unserer festen Überzeugung richtig“. Es sei „vornehmlich ein Resultat des veränderten Diskussionsklimas, welches auf die Neue Mehrheit zurückzuführen ist. Insofern sind wir durchaus auch ein klein wenig stolz auf das Ergebnis. Inhaltlich ist es ein akzeptabler Kompromiss zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz der Anwohner. Letztlich ist es ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zum Ziel, nämlich der Ansiedlung der Firma Amazone “.

Das sieht auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Oliver Neils so, der das „immer transparente“ Vorgehen der Verwaltung in dieser Frage und die gute Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg lobt. „Das hat auch Signalwirkung nach außen“, ist der neue Fraktionsvorsitzende überzeugt. Er lobt auch den „entspannten und immer konstruktiven Ton“, in dem die Gespräche stattgefunden hätten. „Das, was tragbar war, haben wir auch gemacht“, so Neils.

„Wir hoffen sehr, dass wir noch in diesem Jahr den Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan fassen können“, blickt Pahlmann nach vorn. Vor der Ansiedlung von Amazone sind nun noch vor allem Grundstücksfragen zu klären. „Da sind andere mit im Boot.“