Ärger für die Neustädter Schützen Bäume in Bramsche ohne Genehmigung gefällt

Von Björn Dieckmann

Abgeholzt haben die Schützen mehrere Bäume seitlich des Schießsportzentrums. Foto: Björn DieckmannAbgeholzt haben die Schützen mehrere Bäume seitlich des Schießsportzentrums. Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. Das Roden mehrerer Bäume auf dem Gelände des Schießzentrums am Lutterdamm wird für den Neustädter Schützenverein ein Nachspiel haben: Weil der Verein keine Genehmigung zum Fällen der Bäume eingeholt hatte, verstieß er offenbar gleich gegen mehrere Vorschriften.

Nach einem Beschwerdeschreiben aus der Nachbarschaft an die Stadtverwaltung und an unsere Zeitung informierte sich gestern Wolfgang Tangemann vom städtischen Bau- und Umweltamt vor Ort über die Rodungsaktion der Schützen. Er erklärte den erstaunten Vorstandsmitgliedern Peter Ilic und Manfred Wiethe, dass das Fällen der Bäume teils gegen die Baumschutzsatzung, vor allem aber gegen den Bebauungsplan verstoße. „Darin ist der Erhalt der Bäume ausdrücklich und eindeutig festgesetzt“, so Tangemann.

Ilic und Wiethe entgegneten, eine Fachfirma habe Schäden an den Bäumen festgestellt. Sie hätten also bei einem Sturm das Dach des Schießsportzentrums beschädigen können. „Dann haben wir im Vorstand beschlossen, die Bäume fällen zu lassen“, erklärte Ilic. Doch dies hätte einer Genehmigung durch die Stadt bedurft. „Da geht es Ihnen mit einem Verein nicht anders als jedem Privatmann auch“, so Tangemann.

Er wies darauf hin, dass das eigenmächtige Vorgehen der Schützen nicht nur einen Eingriff in die Natur darstelle, sondern die rund 30 Jahre alten Bäume auch dem Schutz der Nachbarn vor Lärm gedient hätten, der zuweilen vom Schießsportzentrum ausgehe. Das hatte auch die Beschwerdeführerin deutlich gemacht.

Laut Baumschutzsatzung kann der Schützenverein zu Ersatzpflanzungen verpflichtet werden. Auch ein Bußgeld könnte verhängt werden. Tangemann trug dem Vorstand zudem auf, eine Fachfirma zu beauftragen: Diese soll untersuchen, ob eine noch verbliebene Eiche ebenfalls gerodet werden muss – als Folge der jetzigen Fällaktion könnte sie nach Ansicht Tangemanns in ihrer Statik gefährdet sein. Als die Schützen andeuteten, die Rodung auch dieses Baumes würde ihnen durchaus gelegen kommen, war der Mitarbeiter des Umweltamtes sichtlich verärgert.