Kindertheater im „Universum“ Großer Auftritt für kleine Straßenratte in Bramsche

Von Holger Schulze

Ratz und sein Publikum, das sich die Straßenratte nach dem Ende der Vorstellung einmal ganz aus der Nähe betrachten durfte.Ratz und sein Publikum, das sich die Straßenratte nach dem Ende der Vorstellung einmal ganz aus der Nähe betrachten durfte.

Bramsche.Eine Straßenratte hatte am Sonntagnachmittag im Kino Universum ihren großen Auftritt. Natürlich keine echte, sondern Ratz, Hauptdarsteller des Nachmittags bei einer Vorstellung des Tandera-Theaters speziell für Kinder.

In einer Bearbeitung nach dem Unesco-Kinderbuch von Lauren Child führten Gabriele Parnow-Kloth und Cornelia Unrauh das Stück „Verflixter Ratz“ auf.

Das Tandera-Theater aus Lüneburg existiert seit 1986, und versteht sich als professionelles und freies Tourneetheater, das im gesamten Bundesgebiet gastiert. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch eine individuelle Mischform von Puppen- und Figurentheater, Schauspiel, Schattenspiel und Musik aus.

Ratz hat es wahrlich nicht leicht als Straßenratte in der freien Wildbahn einer Stadt. Gift wird für sie ausgelegt. Die Menschen stellen Fallen für Ratz auf oder jagen mit dem Spaten nach der Straßenratte hinterher.

Dabei sehnt sich Ratz doch nur nach einem Zuhause. Eben diese Suche nach einer Heimat mit ausreichender Nahrung war der Kerninhalt der Geschichte von Ratz.

Dabei begegnete Ratz einigen Tieren. So auch dem Hund Pierre, der Ratz mit seinem Hundeleben inklusive fünf Mal Frühstück vor dem Mittagessen den Mund wässrig machte. Aber nichts von seinem Fressen an den hungrigen Ratz abgeben wollte.

Auch Oskar, der Kater, ganz untypisch mit Handy und Mikrowelle ausgestattet, mochte Ratz nicht zum Frühstück einladen.

Nicoletta das Zirkuskaninchen konnte sogar Opernarien wie Maria Callas schmettern. Doch ihr Leben in der Todesspirale hatte auch seine anstrengenden Seiten.

Eigentlich stellte sich im Laufe der Aufführung immer mehr heraus, dass da nicht alles Gold war, was anfänglich für Ratz so schön glänzte.

Pierre wurde ständig von seinem Frauchen gebadet. In deren Badezimmer passte Ratz nun wirklich nicht.

Selbst Oskar hatte es nicht wirklich leicht. Immer musste er alleine bleiben und den Gummibaum versorgen.

Wie gut, dass Ratz schließlich auf einen alten einsamen Mann traf, dessen Katze neulich gestorben war.

Weiches Fell und schöne Augen, damit gewann Ratz schnell das Herz des alten Herrn und Ende gut, alles gut.

Zusätzlich zur reinen Aufführung der Geschichte boten Gabriele Parnow-Kloth und Cornelia Unrauh den Kindern im Publikum reichlich Raum, um sich im Dialog mit den Figuren in die Vorstellung einzubringen. So hatten es die beiden Darstellerinnen stets mit einem wachen und mitgehenden Publikum zu tun.