Bananen und Möhren statt Haribo Schulobstprogramm im Raum Bramsche angelaufen

Von Holger Schulze

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Vitamine satt: Die Kinder der Klasse 3a mit Udo Engelke von den Gemüsegärtnern Kalkriese, Klassenlehrer Jürgen Kahmann und Petra Reutepöhler von der Schulküche der Waldorfschule Evinghausen (von links).Foto: Holger SchulzeVitamine satt: Die Kinder der Klasse 3a mit Udo Engelke von den Gemüsegärtnern Kalkriese, Klassenlehrer Jürgen Kahmann und Petra Reutepöhler von der Schulküche der Waldorfschule Evinghausen (von links).Foto: Holger Schulze

Evinghausen. Auch die Waldorfschule Evinghausen profitiert jetzt vom neuen Schulobstprogramm. Das Angebot an sich ist für die Kinder aber nicht neu.

Eigentlich herrscht in der Schulküche der Waldorfschule Evinghausen morgens um 9 Uhr geschäftige Stille. Damit war es am Dienstagmorgen kurzfristig vorbei. Die 3a von Klassenlehrer Jürgen Kahmann erzeugte vorübergehend eine fröhliche Geräuschkulisse. Seit den Herbstferien bekommen die Klassen eins bis vier frisches Bioobst und -gemüse von den Gemüsegärtnern aus Kalkriese angeliefert.

Diese Lieferung ist so bemessen, dass dreimal pro Woche jeder Schüler täglich kostenlos 100 Gramm aus dem „EU-Schulobst- und Gemüseprogramm“ erhält. Konkret umgesetzt wird das Programm im Stadtgebiet von Bramsche von den Gemüsegärtnern und vom Biolandhof Kruse in Pente.

„Es wird von den Kindern gut angenommen. Die Bedenken, die bei manchen Schulen angesichts des organisatorischen Aufwands existierten, sind auch überwunden, und es klappt gut“, kann Martina Heidebreck für den Hof Kruse inzwischen berichten. Bereits vor den Herbstferien nahm man dort die Belieferung von fünf Grundschulen auf. „Allerdings habe ich mir den bürokratischen Aufwand für uns Lieferanten nicht so schlimm vorgestellt. Ganz durch sind wir damit immer noch nicht.“ Dies gehört für Martina Heidebreck zu den Anlaufschwierigkeiten des an sich sinnvollen Projektes.

Wie sinnvoll, das weiß Udo Engelke, bei den Kalkrieser Gemüsegärtnern organisatorisch für das Programm zuständig, aus seinen Erfahrungen mit Schulen und Kindertagesstätten. Es sei „leider Realität, dass gesunde Ernährung manchen Eltern und Kindern erst wieder beigebracht werden muss. Vor allem, dass man anstelle von Süßigkeiten durchaus auch Obst und Gemüse essen kann, ist keine Selbstverständlichkeit mehr“, so Udo Engelke.

Für Kahmann und seine Klasse hingegen sind die nach den Herbstferien begonnenen Lieferungen von Äpfeln, Tomaten, Möhren, Bananen, Mandarinen oder Kohlrabis eine herzlich willkommene Erleichterung, aber nichts Neues mehr. Seit der Einschulung sorgt er in Absprache mit den Eltern für täglich frisches Obst in seinem Klassenraum. Finanziert wurde dies bislang aus der von den Eltern immer wieder aufgefüllten Klassenkasse, und der Lehrer ging einkaufen.

Nun kann dank der EU von Montag bis Mittwoch ein bereits, ebenfalls von Elternhand, fertig bestückter Korb von allen acht Klassen der Jahrgangsstufen eins bis vier in der Schulmensa abgeholt werden.

So auch am Dienstagmorgen. Der Korb hatte noch nicht den Raum verlassen, da waren bereits die ersten Bananen und die ersten Möhren gegessen. „Die Kinder sind ganz wild darauf“, ist eine Erfahrung von Kahmann, die eindeutig belegt: Für Kinder muss es durchaus nicht immer Milchschnitte oder Haribo sein.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN