Besuch auf dem CSA-Hof Studenten aus Mexiko zu Gast in Pente

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Aufmerksam folgten die Studenten aus Hidalgo in Mexiko den Erläuterungen von Hof-Chef Tobias Hartkemeyer. Foto: CSA-HofAufmerksam folgten die Studenten aus Hidalgo in Mexiko den Erläuterungen von Hof-Chef Tobias Hartkemeyer. Foto: CSA-Hof

Pente. Von den Vereinten Nationen wurde das Jahr 2014 zum Jahr der bäuerlichen Landwirtschaft erklärt. Aber die ist weltweit bedroht. 15 mexikanische Studierende von der „Universidad Intercultural del Estado de Hidalgo“ (UICEH), also von der interkulturellen Universität des mexikanischen Bundesstaates Hidalgo, besuchten jetzt den CSA-Hof Pente, um alternative Betriebsformen für die Landwirtschaft kennenzulernen.

Dabei wurde deutlich, dass die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland wie in Mexiko unter starkem Druck der Agrarkonzerne steht. Aktuell beschäftigten sich die Studierenden mit den Auswirkungen des Freihandelsabkommens zwischen den USA und Mexiko (NAFTA). Anders als von der Politik versprochen, sei kein positiver Arbeitsplatzeffekt entstanden. Im Gegenteil, massive US-Exporte, vor allem genmanipulierter Mais, werde zu Dumping-Preisen auf den mexikanischen Markt geworfen, so ihr Ergebnis. Dabei lebten viele Menschen auf dem Lande von der Pflege einer unglaublichen Sortenvielfalt.

Die Folgen seien eine massive Existenzvernichtung von Kleinbauern, eine zunehmende Landflucht und eine Verelendung dieser Menschen in den Städten. Solche Effekte gingen nicht in die offiziellen Statistiken ein, da diese Menschen ohne Sozialversicherung überhaupt nicht erfasst würden. Aber es gebe auch Lichtblicke: Mexikanische Richter hätten aufgrund des massiven Protestes der Bauern im Bundesstaat Yucatan, der Urheimat der Inkas, dem Agrarkonzern Monsanto verboten, Gentechnik gegen den Willen der Bevölkerung anzuwenden. Man befürchte die gentechnische Verseuchung von Blütenpollen. Mehr als 20000 Familien in der Region lebten von der Honigerzeugung. Der Export sei massiv bedroht. Denn gentechnisch verunreinigter Honig müsse in Europa als Sondermüll entsorgt werden.

Die mexikanischen Studenten waren erfreut, dass es auch in Deutschland Strukturen wie das CSA-Model l gebe, die Anregungen für die Weiterentwicklung der Landwirtschaft ohne Gentechnik und ohne Massentierhaltung geben können. Dabei sei auch der soziale Zusammenhalt zwischen Bauern und Verbraucher gefordert.

Zur Freude der Mexikaner konnte Bauer Tobias Hartkemeyer seine Gäste wegen seiner Studienaufenthalte in Spanien, Peru und Mexiko in ihrer Muttersprache über den Hof führen. Die Studenten schlugen vor, eine Schulpartnerschaft oder eine Klassenpartnerschaft zwischen Hidalgo und Bramsche zu begründen. Die Kinder können sich dann in Briefen gegenseitig ihre Schulwege und ihre Lebenswirklichkeit durch Bild und Schrift erklären und dadurch eine Motivation für das Erlernen von Sprache und für die interkulturelle Verständigung bekommen.


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