10 000 Dinge sind viel zuviel Entrümpeln als Vortragthema in Bramsche

Von Holger Schulze


Bramsche. Elf Frauen und ein Mann hörten am frühen Mittwochabend in der Buchhandlung am Münsterplatz einem Vortrag von Angelika Welzel zu. Tipps für mehr Ordnung auf dem Schreibtisch, sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld, lautete das Thema der Fachfrau für Büroorganisation aus Belm, „Entrümpeln äußerlich und innerlich“ der konkrete Titel des Referates.

Warum hat man eigentlich so viel? Heute besitzt im Durchschnitt jeder um die 10000 Dinge, so die Erfahrung von Angelika Welzel.

Ich kann es ja vielleicht doch noch gebrauchen. Es ist ja noch gut. Diese oder noch andere Argumente führen zu den ständig wachsenden Anhäufungen im Lebensumfeld. Auch der Gedanke, die Kinder würden sich darüber freuen oder der ganz persönliche Erinnerungswert eines aufgehobenen Gegenstandes lassen Papier- und Zeitschriftenstapel wachsen oder die Schränke überquellen.

Nach diesen Vorüberlegungen kam Angelika Welzel zu den Vorgehensmöglichkeiten für eine Entrümpelung. Individualität ist hierbei der Maßstab. Was ist mir wichtig, was kann nach einer gewissen Zeit weg, sei eine Entscheidung, die jeder nach seinen persönlichen Vorlieben fällen muss.

Einen ersten Mutmacher zum Wegwerfen stellte Angelika Welzel mit dem Internet vor. Im Zeitalter dieses Mediums seien doch der größte Teil von Informationen kurzfristig wieder zu beschaffen. Damit ließe sich der eine oder andere Papierstapel schon mal verringern.

Ganz praktisch wurde der Vortrag bei der Aufforderung an das Publikum, die Geldbörsen nach Überflüssigem zu durchforsten. Selbst in diesen sehr begrenzten Behältnissen häufen sich eine ganze Reihe von Zetteln an, die keiner mehr benötigt, bewies dieser kleine Praxistest ganz unmittelbar.

Hier und bei den größer angelegten Aufräumschritten gelte stets, „womit kann ich leben, womit geht es mir gut“, so Angelika Welzel fortfahrend. Es sind viele kleine Schritte, eine Entlastung durch Trennung herbeizuführen. Habe ich das Gerät überhaupt noch, wofür die Garantieunterlagen noch im Ordner sind? Geht ein altes Paar Schuhe aus dem Bestand, sobald ein neues Paar erworben wurde? Habe ich dieses Kleidungsstück in einem bestimmten Zeitabschnitt überhaupt getragen? All dies seien sinnvolle Kontrollmechanismen, um den überflüssigen Überfluss zu begrenzen.

Brauche ich dich wirklich? Machst du mich glücklich? Erleichterst du mir das Leben? Diese drei Auswahlkriterien trennen nach Angelika Welzel nicht nur bei der Partnerwahl effektiv die Spreu vom Weizen.

Bei der tatsächlichen Umsetzung der Besitzreduzierungsvorsätze sei ein Vorgehen in einzelne Etappen hilfreich, ließ Angelika Welzel die Anwesenden wissen. Oder aber die „Trennung in ganz kleinen Häppchen“, immer nur so viel, wie in eine Einkaufstüte passt –das aber dann sofort beim nächsten Verlassen der Wohnung, lautete ein weiterer Tipp der professionellen Aufräumerin.

Wichtig sei zudem: „Jedem Gegenstand seinen Platz zuweisen und ihn auch stets dahin zurückzubringen.“ Dies verschaffe einen zutreffenden Überblick über den tatsächlich vorhandenen Besitz und verhindere Nachkäufe aufgrund von Verschlampen.

„Den Anfang zu schaffen, das ist die größte Hürde. An Veränderungen muss man sich erst gewöhnen, aber es geht, es ist eben ein Prozess. Vor allem: Niemals aufgeben“, mit diesen Worten entließ Angelika Welzel das Publikum in das weitere, vielleicht bald besser aufgeräumte Leben.