Textiles in den Herbstferien Bramscher Kinder bauen ihr eigenes kleines Museum

Von Hildegard Wekenborg-Placke

Bunte Schals werden während des „Museobilbox“-Programms im Tuchmacher-Museum gestaltet. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeBunte Schals werden während des „Museobilbox“-Programms im Tuchmacher-Museum gestaltet. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. „Aus Alt mach Neu“ hätte man früher gesagt. Heute heißt das, was die sechs Mädchen und ein Junge beim zweiten „Museobilbox-Programm“ im Tuchmacher-Museum tun, auf Neudeutsch „upcycling“. Gemeint ist das Gleiche – sie geben alter und nicht mehr getragener Kleidung einen frischen Kick.

Die Jeans, die langweilig geworden ist, das T-Shirt ohne Pfiff, die Betttücher, die niemand mehr braucht, weil man nur noch Spannlaken benutzt, der Stoffbeutel, der einfach nur aus Stoff und sonst nichts ist – so etwas hat jeder im Schrank. Die Jungen und Mädchen haben solche Stücke von zu Hause mitgebracht, anderes stammt aus den Beständen von Ulrike Kohn und den anderen Betreuerinnen. Unter Anleitung der Textildesignerin Eva Dankenbring entstehen nun aus Streifen von gefärbten Laken bunte Schals, die mit Fransen und Resten bunter Stoffe verziert werden. Besonders bei den Mädchen erfreut sich Kohns Paillettenstoff, der einmal ein Tanzkleid war, großer Beliebtheit. Isrem schneidet daraus ein funkelndes Herz und verziert damit ihren pinkfarbenen Fransenschal. Ben fertigt hoch konzentriert winzige Quadrate aus feinen Stoffstreifen. Auch sie sollen einmal als Verzierung eines Schals dienen.

Während der Ferienwoche im Tuchmacher-Museum stehen verschiedene Handarbeitstechniken auf dem Programm. Am Dienstag wurde gestickt. Jetzt galoppiert ein Stielstich-Pferd über ein altes T-Shirt. Kleine Decken werden mit Kreuzstich geschmückt. Ulrike Kohn hat ihr eigenes Nadelmäppchen mitgebracht, das in der dritten Klasse entstand und „jetzt schon über 50 Jahre alt ist“. Auch eine Kreuzstich-Tischdecke „aus einem Bramscher Tuchmacher-Haushalt“ erregt die Bewunderung der Kinder.

Auf dem Plan der inklusive Mittagessen komplett kostenlosen Woche im Museum stehen auch eine Museumsrallye und die Beschäftigung mit den Inhalten der Museumsarbeit. Das Programm „Museobilbox“ geht auf eine Initiative des Bundesverbandes für Museumspädagogik zurück und wird im Rahmen von „Kultur macht stark“ vom Bundesbildungsministerium gefördert. Neben dem Tuchmacher-Museum beteiligen sich die Stadtjugendpflege und die Bramscher Initiative für das Miteinander der Kulturen (Biku).

Am Ende der Ferienwoche stellen die Kinder aus allem, was sie in den vergangenen Tagen gefertigt haben, ihr eigenes kleines Museum zusammen, eben die „Museobil-Boxen, die bis Ende November im Museum am Mühlenort gezeigt werden. Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 7. November, um 15.30 Uhr, verbunden mit einer kleinen Modenschau. Anders als im Sommer werden die Mini-Museen sogar beleuchtet sein. Ein Windlichthalter wird noch gefilzt.