Eine Stunde mit Michael Noack aus Bramsche: Sport ist sein Leben

Von Christoph Lützenkirchen

Die Haltung muss stimmen: Michael Noack kontrolliert den Umgang mit den Geräten. Foto: Christoph LützenkirchenDie Haltung muss stimmen: Michael Noack kontrolliert den Umgang mit den Geräten. Foto: Christoph Lützenkirchen

Bramsche. Im März 2014 traten 37000 Läufer zum Halbmarathon in Lissabon an. Darunter ein Bramscher, und der ist von Berufs wegen sportlich. Michael Noack leitet das Studio im Medi4 Gesundheitskomplex. Mit seiner portugiesischen Freundin verbringt er häufiger den Urlaub in Portugal. Der Halbmarathon war sein erster.

Noack ist ein Meister seines Fachs, auch wenn man das in seiner Branche anders nennt. „Ich bin Fachwirt (IHK) im Gesundheits- und Sozialwesen“, erklärt er. Im ersten Schritt hat er eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann absolviert. Für den Fachwirt nahm er an einer Trainerfortbildung teil und eignete sich medizinische Grundkenntnisse an. „Alles immer bezogen auf den Sport- und Fitnessbereich“, sagt der 27-Jährige: „Ziel der Qualifikation ist die Leitung eines Studios.“ Noack trieb schon immer gern Sport. Eins seiner Hobbys ist das Bogenschießen, und schon bevor er sich entschied, hier beruflich tätig zu werden, besuchte er regelmäßig das Fitnessstudio „Manhattan Fitness & Sports“ von Jason Farley, den alle nur „Charly“ nennen. Nach einem Praktikum bewarb Noack sich dort und zog mit Charly in das vor viereinhalb Jahren errichtete neue Studio an der Straße Meyers Tannen.

Eine Kundin ist zum Probetraining mit Michael Noack gekommen. Für 14 Tage können Interessenten die Angebote des Studios kostenlos nutzen. Verena Stoz hat gerade eine Kur hinter sich. Sie habe Probleme mit dem Nacken, erzählt sie Noack im Anamnesegespräch, das mit jedem Neuankömmling geführt wird. Außerdem möchte sie ihre körperliche Ausdauer verbessern. Der Studioleiter erklärt Stoz, dass man die Kurse im Medi4 ohne vorherige Anmeldung besuchen kann . Die Kundin freut sich, auch Yoga und Pilates gehören zur Angebotspalette. „Du kannst alles ausprobieren“, betont Noack noch einmal. Nun beginnt das praktische Training. Bevor es an die Geräte geht, zeigt Noack seiner Kundin eine Art Saftbar. Die Mitglieder des Studios dürfen sich hier kostenlos mit Mineralgetränken versorgen. Die erste Station ist ein Cross-Trainer. Hier geht es vor allem ums Aufwärmen. Ruhig und routiniert erläutert Noack die Maschine. Von der Decke hängen Bildschirme, auf denen unterschiedliche Fernsehprogramme laufen. Der Bereich mit den Cross-Trainern ist durch halbhohe Wände abgegrenzt, dennoch kann der Blick frei durch die Halle schweifen. Auf der gegenüberliegenden Seite sind muskulöse Männer beim Krafttraining zu sehen.

Stärker abgeschottet ist die nächste Station, die eigens für die weiblichen Mitglieder des Studios eingerichtet wurde. Sorgfältig weist Michael Noack seine Kundin in die Arbeit an einem Gerät ein und korrigiert sie in der Ausführung. „Passt das Gewicht so für dich“, fragt er und lobt Verena Stoz: „Sehr gut, schön entspannt. Merkst du schon was?“ Es sei sehr wichtig, an den Trainingsgeräten die richtige Haltung zu haben, erklärt der Fitnesstrainer, nur dann würden auch die Muskelgruppen gekräftigt, die man stärken wolle.

Wer will, kann fast den ganzen Tag im Medi4 trainieren. Das Studio öffnet morgens um viertel nach acht und schließt abends um zehn. Zum Wochenende sind die Zeiten etwas eingeschränkt. Eigentlich hat Michael Noack wie jeder andere Angestellte eine 40-StundenWoche. „Als Studioleiter bin aber den ganzen Tag hier“, sagt er. Seine Kollegen arbeiten entweder Früh- oder Spätschicht. Noack betreut nicht nur Neukunden beim Gerätetraining, er gibt auch Kurse; zum Beispiel Cross-Fitness oder Hot-Iron mit der Langhantel.

Umgang mit Menschen

„Merkst du es im Bauch? Dann machst du es richtig.“ Auch wenn er nebenbei Auskunft über seinen Arbeitsalltag gibt, ist Michael Noack mit der Aufmerksamkeit bei seiner Kundin Verena Stoz. Die hat den Gang durch die Geräte für heute hinter sich. Zum Abwärmen bewegt sie sich noch eine Weile auf dem Laufband. Auch diese Maschine erklärt Noack ausführlich und gründlich. Dann hat der Trainer noch Zeit, ein wenig davon zu erzählen, weshalb er so gern im Medi4 arbeitet. „Mir macht das hier einfach alles Spaß“, sagt er: „Der Umgang mit den Menschen und dass man erlebt, wie sie bei uns Fortschritte machen.“ Etwa 1500 Kunden habe das Studio, so Noack; trotzdem kenne er sehr viele davon namentlich. Vor sechs Jahren begann er mit der Ausbildung. Bei der darauffolgenden Weiterbildung habe sein Chef ihn tatkräftig unterstützt, sagt er dankbar. Nach den bewegungsreichen Tagen im Studio kommt Michael Noack zu Hause zur Ruhe. „Ich lese gerne“, verrät der 27-Jährige: „Das kann alles Mögliche sein, von Fachliteratur bis Krimi.“