Ausstellung des Kunstvereins Ai Weiwei und ein fliegender Frosch in Bramsche

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Bramsche. Rund 70 Kunstwerke von 23 sehr unterschiedlichen Künstlern in den Räumen des Tuchmachermuseums zu präsentieren – eine doppelte Herausforderung, die von den Mitgliedern des Bramscher Vereins für Bildende Kunst hervorragend gemeistert wurde. Eine sehenswerte 27. Jahresausstellung öffnete an diesem Wochenende.

Der Museumsvorraum füllt sich frühzeitig, die ersten Besucher bleiben fasziniert vor den Bildern an der Wand stehen. Annelie Kiesekamp aus Epe bewundert die farbenprächtigen Blumenaquarelle, die ihrem Ehemann Jürgen allerdings weniger gefallen. Da findet er das Bild auf der Empore viel besser. Das zeigt - genauso farbenprächtig - einen Elefanten. Ein Acrylbild von Nina Schulte, die zum ersten Mal bei dieser Jahresausstellung dabei ist. Sie ist, wie einige andere Mitglieder des Kunstvereins auch, Schülerin beim Kunstlehrer und Dozenten Yevhen Ayzenberg.

Ayzenberg erneut dabei

Der Osnabrücker ist zum wiederholten Mal als Aussteller dabei. Äußerst gelungen sind seine Ölbilder „Liebende“ und „Lesende“. Diese Werke begeistern auch Besucherin Gabriele-Isolde Bodenstein, die aus Ostpreußen stammt und seit 40 Jahren in Bramsche lebt. Ihre Freundin, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Edith Schwarz, lobt Karin Bormann, die diese Ausstellung organisiert hat.

Die Vorsitzende freut sich über ihre „bewährte Mannschaft“, die Mitglieder die sich immer freiwillig melden, um mit anzupacken. Dankbar ist Karin Bormann auch der Museumsleitung und der Stadt Bramsche für die fortlaufende Unterstützung. Diese Mal reicht der Platz im Foyer nicht aus. Darum finden die Besucher Kunstwerke sogar im Treppenhaus des Museums bis in den zweiten Stock. Hier oben finden sich Karin Bormanns humorvolle Zeichnungen „Wörtlich genommen“ und Elke Schröders „Kampfkrake“ und ein fliegender Frosch, beides aus Efeuwurzeln gestaltet. An der Wand außerdem Mischtechnik-Bilder von Achim Morina, in deren filigraner Ausarbeitung sich der Blick des Besuchers verliert.

„Wir haben versucht Harmonie reinzubringen“, erklärt Karin Bormann. Die Künstler liefern ihre Werke ohne thematische Vorgabe. Vor allem in der Kornmühle sind daher sehr gegensätzliche Werke vereint: Eine misshandelte Frau und der mundtot gemachte Ai Weiwei, beeindruckend porträtiert von Anne Grunge-Dirkers oder Sonja Trabants „Wintermärchen“-Idylle. Schicke Fotografien von Kornblume und Mohn von Franz Rzehak oder Gerhard Bendfelds Keramikfiguren, eine zum Himmel starrende Gruppe Männer. Und auf dem Flügel steht ein „Eierturm in Bramscher Rot“ von Uschi Keppeler. Wer die Anzahl der Eier in diesem Glasgefäß errät, kann ein kunstvoll bemaltes Ei gewinnen.

Eine faszinierende künstlerische Vielfalt, die für jeden Gast etwas bietet. Das alles miteinander zu kombinieren, so dass jedes Werk gebührend zur Geltung kommt, sei eine schwierige Aufgabe der Arbeitsgruppe gewesen, so Karin Bormann.

Eine Handvoll Leute mit sechs Stunden Arbeit – ein Einsatz, der sich sichtlich gelohnt hat.


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