Karla Schniering und ihre Tiere In Malgarten einen Traum verwirklicht

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Zu Hause in Malgarten fühlen sich Karla Schniering und ihre Tiere sehr wohl. Foto: Ilona UphausZu Hause in Malgarten fühlen sich Karla Schniering und ihre Tiere sehr wohl. Foto: Ilona Uphaus

Malgarten. Sie schreibt spannende Geschichten für Kinder, Zeitungsartikel, Kolumnen und Kurzromane und -geschichten. Nicht minder abwechslungsreich ist ihre eigene Lebensgeschichte. Karla Schniering, eine Frau mit vielen Jobs und vielen Facetten. Wir besuchen sie in ihrer Wohnung in der Nähe des Klosters Malgarten.

Zwei große schwarze Mischlingshunde, „Tessa“ und „Puppe“, begrüßen jeden Gast stürmisch. Wer ein Leckerli verfüttert, ist dann quasi in die Familie aufgenommen. Die Tiere - das ist das Allererste, was die 62-Jährige nennt, wenn sie nach ihrem Leben gefragt wird. Sie hat nämlich eine Menge Gewusel rund um Haus, Garten und Weide. Sie ist extrem tierlieb von Kindesbeinen an. Ihr Pferd „Lucky Luke“ stammt von einem Gnadenhof. Weil er noch mit 22 Jahren in eine Reitschule verkauft werden sollte, hat der sehr anhängliche nun 27-jährige Wallach jetzt einen komfortablen wahrhaftigen Ruhesitz bei Karla Schniering . Seine zweitliebste Gesellschaft sind die Zwergziegen „Max“ und „Lilly“. Zwei Katzen und ein Kater sind hier ebenfalls zu Hause. Letzteren hat die Autorin in einem Karton ausgesetzt im Wald gefunden.

Sechs Hühner verschiedener Rassen haben ebenfalls Zuflucht gefunden im Garten der Autorin, die vor zwei Jahren nach Malgarten zog und sich nach eigenen Worten „hier einen Traum verwirklicht“ hat: das Leben mit Tieren direkt am Haus. Das Ambiente der Klosteranlage findet sie „zauberhaft“, die „sehr netten Leute hier“ begeistern sie. So helfen freundliche Nachbarn auch beim Ausmisten des Stalls. „Ich kenne jeden hier“, sagt sie und das mit den „sturen Nordlichtern“ kann Karla Schniering nicht bestätigen. „Das liegt an einem selber“, meint sie, die in Gelsenkirchen-Horst geboren ist.

Ihre Eltern betrieben damals zwei Baufirmen. Die Tochter lernt den Beruf Bauzeichnerin und steigt mit ein. Doch mit 35 Jahren will Karla Schniering sich verändern und holt in Abendkursen das Abitur nach. Sie beginnt in Bochum ein Studium: Philosophie, Archäologie, Ur- und Frühgeschichte. Sie lernt ihren späteren Ehemann kennen. Mit 41 Jahren kommt ihr einziger Sohn zur Welt, ein Glücksfall, wie sie begeistert erzählt. Die Familie zieht aufs Land, nach Weseke ins Münsterland, später für lange Jahre nach Fürstenau.

Doch das Leben ist nicht immer leicht. Nach der Trennung vom Mann muss sie sich als alleinerziehende Mutter durchschlagen und beginnt für verschiedene Verlage als Korrektorin zu arbeiten. Das bleibt bis heute ein Standbein. 400 bis 600 Seiten Manuskripte verschiedenster Art liest sie wöchentlich Korrektur. Diese Aufträge gehen immer vor, dann muss das Schreiben mal warten. Was schreibt sie gerade? Eine Kurzgeschichte für eine Anthologie hat sie soeben abgeliefert. Jetzt ist sie an drei Projekten gleichzeitig dran, verrät die Autorin. Ein heiterer Roman, eine Fantasygeschichte und zum ersten Mal ein Krimi für Erwachsene, mit „zwei Leichen auf der ersten Seite“, erzählt sie. Ihr jüngstes Buch „Die drei Klosterkids – Das Vermächtnis der alten Nonne“, ist ihr siebtes Kinderbuch, eine spannende Kriminalgeschichte, die auf dem Klostergelände in Malgarten spielt. Hier hat Karla Schniering viele Details, vom versteckten ornamentalen Mauerstein bis zu der Taube im Schalldeckel der Kanzel in der Klosterkirche entdeckt und eingebaut.

An der Wand im Wohnzimmer hängen beeindruckende Bilder. Sie wünscht sich, wieder mehr Zeit zum Malen zu haben. Und noch einen Job bekleidet das Multitalent: Sie ist Inhaberin der von ihrem Vater gegründeten Firma Symoba, die weltweit technisches Zubehör für Modelleisenbahnen vertreibt.

Karla Schniering ist eine geborene Erzählerin und freut sich schon auf die Lesungen für Kinder, die sie in der Adventszeit wieder anbieten will. Sie berichtet von ihrer persischen Freundin seit der Schulzeit, die jetzt in Kanada lebt, von ihrer allerbesten Freundin seit 27 Jahren und ihrer Familie und vom Patenkind in Burkina Faso. Im Philosophiestudium habe sie immer Antworten gesucht, doch jetzt weiß sie: „Die Antworten schreibt das Leben“.


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