Nach zweieinhalb Jahren Leitbild für Kitas des Kirchenkreises Bramsche

Stellten das Leitbild vor: Superintendent Hans Hentschel, Ulrike Pepmöller und Sarah Harris vom Trägerverbund und Carsten Krabbenhöft vom Kirchenamt in Osnabrück. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeStellten das Leitbild vor: Superintendent Hans Hentschel, Ulrike Pepmöller und Sarah Harris vom Trägerverbund und Carsten Krabbenhöft vom Kirchenamt in Osnabrück. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Die Kindertagesstätten in Trägerschaft des Kirchenkreis Bramsche haben sich ein gemeinsames Leitbild gegeben. Am Montagabend wurde es im Gemeindehaus der St..Martin-Gemeinde vorgestellt.

Vor nunmehr gut zweieinhalb Jahren hatten sich neun evangelische Kitas nach langer und kontroverser Diskussion zu einem Verbund zusammengeschlossen. Nach der Umstrukturierung der Kirchenkreise kamen weitere vier Einrichtungen aus dem Wittlager Land hinzu. Inzwischen wurde ein Qualitätssicherungsprozess angestoßen , zu dem auch die Erstellung eines gemeinsamen Leitbildes gehört, das die pädagogische Geschäftsführerin des Verbundes, Ulrike Pepmöller, jetzt vorstellte. „Es war ein mühsamer Prozess, wir haben viel ausprobiert und viel wieder geändert“, sagte Pepmöller. Dabei sei ein zentrales Anliegen gewesen, alle Mitarbeitenden mitzunehmen, denn „warum hätten wir eine Vereinbarung treffen sollen, an die sich dann keiner hält?“

Im Leitbild heißt es unter anderem, jeder Mensch sei als einmaliges Geschöpf Gottes zu sehen, mit allen Stärken und Schwächen, mit oder ohne Unterstützungsbedarf und offen für Menschen aller Religionen, „die unser Angebot annehmen wollen“. Die Kitas seien „Orte für Kinder, an denen sie kindgerecht leben können“.

Die Einrichtungen wollen mit den Eltern partnerschaftlich zusammenarbeiten, sie in ihrer Erziehungskompetenz unterstützen und angemessenen auf den gesellschaftlichen Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen an die Familien reagieren. Im Rahmen der Inklusion „nehmen wir Kinder mit ihren Stärken und Schwächen an“, heißt es in dem Regelwerk weiter, dass inzwischen als Broschüre vorliegt. Besonders großer Wert wird in diesem Zusammenhang auf regelmäßige Fortbildung gelegt.

Im Mittelpunkt steht aber, so heißt es weiter, das Kind „als kompetenter Akteur seines Lernens“, dem in einer „vertrauensvollen Atmosphäre“ Sicherheit, Geborgenheit und Orientierung geboten würden.

Als weitere Ergebnisse des Qualitätsprozesses nannte Pepmöller ein strukturiertes Personalwesen, dass internetbasiert allen Leiterinnen Einblick in laufende Bewerbungen erlaube, die Bildung eines Vertretungspools und das Angebot kontinuierlicher Fortbildung, die Entlastung der Leiterinnen von Verwaltungsaufgaben und Maßnahmen zur Gesundheitsprävention. „Die Leitungen fühlen sich ernst genommen und haben ein stärkeres Wir-Gefühl gelobt“, berichtete sie.

Dass allerdings nicht alles eitel Sonnenschein ist, war aus einer Anmerkung der Achmeraner Pastorin Stefanie Wöhrle zu entnehmen. Sie mahnte mehr Informationen aus den Leitungsgremien des Trägerverbundes an. „Was unseren Kindergarten angeht, kriegt man einfach zu wenig mit“ , kritisierte sie die zentralisierte Verwaltungsstruktur. „Die Leute klopfen an, und ich muss sagen: ‚Ich weiß von nichts.‘“

„Das wollen wir nicht“, versicherte Sarah Harris, die betriebswirtschaftliche Geschäftsführerin des Trägerverbundes, und versprach: „Wir suchen Modelle. Wir sind ja noch in der Findungsphase.“


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