Höltermann fällt loslassen schwer Bramscher Bürgermeisterin vor dem Abschied

Der Hasesee liegt Bürgermeisterin Liesel Höltermann (2. v. l.) besonders am Herzen. Deswegen war für sie am Freitagnachmittag die Einweihung des „Bootsrennens“ als Attraktion eine besondere Freude zum Ende der Amtszeit. Foto: Heiner BeinkeDer Hasesee liegt Bürgermeisterin Liesel Höltermann (2. v. l.) besonders am Herzen. Deswegen war für sie am Freitagnachmittag die Einweihung des „Bootsrennens“ als Attraktion eine besondere Freude zum Ende der Amtszeit. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Der eine bereitet sich vor, die andere nimmt Abschied. Während bei Heiner Pahlmann schon Vorfreude auf das Bürgermeisteramt in Bramsche zu spüren ist, schwingt bei Liesel Höltermann Wehmut mit.

Termine wie an diesem Freitagnachmittag sind da schon eine willkommene Angelegenheit. „Der Hasesee war immer wichtig, ich freue mich, dass das jetzt so weit ist“, kommentiert Höltermann die Einweihung des „Bootsrennens“ am Hasesee. Das Wasserspiel im Teamwork mit CDU-Ratsfrau Imke Märkl gehört auch sonst zur angenehmeren Art der Termine.

Aber selbst Routineveranstaltungen sind für die Bürgermeisterin in diesen letzten Tagen anders als sonst. In der aktuellen Runde hat Liesel Höltermann bereits mehrere Ortsratssitzungen besucht. Jede ist ein kleiner Abschied, genauso wie viele andere dienstliche Zusammenkünfte.

Dass nach 13 Jahren im Bürgermeisteramt der Abschied nicht leicht fallen würde, hat die Amtsinhaberin selbst geahnt. Ihr macht nach eigenem Bekenntnis aber etwas anderes zu schaffen, das sie so nicht erwartet hat: „Nach den Wahlen war erst einmal die Sommerpause, aber jetzt rollt der politische Betrieb wieder an“, sagt sie. IGS, Gewerbegebiet Schleptrup – „das sind so die Sachen, die hätte ich schon noch ganz gerne gemacht“, gesteht sie. Zumal Höltermann einige Dinge etwas anders sieht, als sie sich jetzt abzeichnen. Das Gewerbegebiet zum Beispiel hätte sie gern größer gesehen mit weniger Ausgleichsflächen im Gebiet selbst: „Bramsche hat nicht mehr so viele Flächen, auf denen man Gewerbe ansiedeln kann“, findet sie. Doch hier liegt die Initiative schon bei ihrem Nachfolger Heiner Pahlmann, der den Ausgleich mit der Bürgerinitiative sucht.

„Da kann ich furchtbar schlecht loslassen“, gesteht die noch amtierende Bürgermeisterin freimütig. Auf der anderen Seite werde es aber Zeit für den Wechsel, weil die Zeit zwischen der Wahl und dem Ende der Amtszeit doch sehr lang sei. Nach dem Ende der Sommerferien habe sie gespürt, dass viele Bürger glaubten, ihre Amtszeit sei schon um. „Es wird Zeit, dass ich hier verschwinde“, fasst sie schließlich resolut zusammen.

Seit den Sommerferien ist sie damit beschäftigt, die Aktenschränke in ihrem Büro auszuräumen. „Eigentlich auch schade: Da hat sich so viel Wissen im Laufe der Jahre angesammelt, und man kann es nicht weitergeben. Aber das ist wohl in anderen Berufen auch so“, vermutet die gelernte Industriekauffrau. Auch wenn sie mit ihrem Nachfolger Heiner Pahlmann lange und vertrauensvolle Gespräche geführt hat, lässt sich dieser Erfahrungsschatz nicht übertragen.

Bis zur offiziellen Verabschiedung am Mittwoch, 29. Oktober, warten nun noch ein paar „kleine, nette Sachen“ auf die scheidende Bürgermeisterin. Die Einweihung des Straßenzuges Münster-/Mühlenstraße heute ist noch einmal ein Höhepunkt, dann ist da noch das Betriebsfest am 24. Oktober und vorher das Aufhängen ihres offiziellen Bürgermeisterbildes im Ratssaal, voraussichtlich ein weiterer emotionaler Termin.

Ihre letzte Amtshandlung im Zusammenhang mit dem Bürgermeisteramt wird sogar noch bis Juli nächsten Jahres auf sich warten lassen. Dann tagt der Aufsichtsrat der Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück eG, in den sie personenbezogen gewählt wurde. Bis dahin, hofft Liesel Höltermann, werde sie sich an ein Leben ohne Termine gewöhnt haben.


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