Gedrückte Stimmung beim Abschied Chirurgie im Bramscher Krankenhaus geschlossen

Gedrückte Stimmung und traurige Gesichter: Am Donnerstagnachmittag wurden die Mitarbeiter der Chirurgie und Anästhesie verabschiedet. Foto: Niels-Stensen-KlinikenGedrückte Stimmung und traurige Gesichter: Am Donnerstagnachmittag wurden die Mitarbeiter der Chirurgie und Anästhesie verabschiedet. Foto: Niels-Stensen-Kliniken

Bramsche. Am Bramscher Krankenhaus gibt es keine stationäre Chirurgie mehr. Um 14 Uhr am 30. September wurden die betroffenen Mitarbeiter während einer internen Veranstaltung im kleinen Rahmen verabschiedet.

Wie die Stimmung war, lässt sich nur vermuten. Die Personalvertretung verwies auf die Pressestelle des Trägers, des katholischen Niels-Stensen-Verbundes.

Verbund-Geschäftsführer Werner Lullmann räumte im Anschluss an die Veranstaltung allerdings ein, dass bei vielen Mitarbeitern durchaus eine „wehmütige Stimmung“ geherrscht habe und Mancher sicherlich auch von den Vorgängen enttäuscht sei. „Die Mitarbeiter müssen die neue Situation auch für sich selbst erst einmal klar bekommen“, meinte er weiter.

Die Krankenhausseelsorgerin Helga Rolfes ging auf die Emotionen ein, die der Abschied bei den Betroffenen auslöse. Bei vielen stehe die Unsicherheit im Vordergrund. Rolfes appellierte aber, den Neuanfang auch als Chance zu begreifen. Dem Vernehmen nach flossen dennoch Tränen. Auch nach der offiziellen Verabschiedung hätten die Mitarbeiter noch lange zusammen gesessen.

Wie es mit dem avisierten ambulanten chirurgischen Angebot weitergeht, steht noch nicht abschließend fest. Es wird eines geben, versicherte der Geschäftsführer. Über die Ausgestaltung werde aber noch verhandelt, „unter Einbeziehung der niedergelassenen Ärzte und der Kassenärztlichen Vereinigung“. Vor etwa drei Wochen hatte die Niels-Stensen-Spitze betont, der bisherige Chefarzt der Bramscher Chirurgie, Torsten Saemann, werde auch weiterhin in Bramsche ambulant Patienten versorgen. Am Donnerstag sagte Lullmann nun: „Ich wollte, wir wären bei den Verhandlungen schon weiter“. Allerdings gehe er davon aus, „dass wir in 14 Tagen eine Lösung gefunden haben“.

In einer Mitteilung des Verbundes heißt es dazu lediglich: „Die operativen chirurgischen und orthopädischen Leistungen werden zukünftig im Marienhospital Ankum-Bersenbrück erbracht. Das dortige Team um Dr. Karbowski wird verstärkt mit erfahrenen Ärzten aus Bramsche.In Bramsche wird wie geplant der Aufbau eines chirurgischen ambulanten Angebots vorangetrieben.“

Eine Hängepartie, die inzwischen bei den Bramscher Ärzten auf harte Kritik stößt: Der Gastroenterologe und Sprecher der niedergelassenen Ärzte der Stadt, Peter Cramer, beklagte eine „miserable Informationspolitik des Krankenhausträgers“. „Es wäre doch eine Kleinigkeit gewesen, auf uns Ärzte zuzugehen und uns über den Stand der Dinge zu informieren. Aber nichts davon ist geschehen. Wenn man in Ankum anruft, erfährt man nichts Konkretes. Ich möchte aber wissen, wer meine Patienten operiert“, sagte der Mediziner, der ausdrücklich die bisherige Bramscher Chirurgie und besonders ihren Chefarzt Saemann lobte. Wenn sich die Situation nicht bald kläre, müssten die niedergelassenen Ärzte im Zweifelsfall ihr Einweisungsverhalten überdenken, drohte der Internist.

Nach Auskunft des Trägers werden acht der rund 30 Mitarbeiter aus den Abteilungen Chrirgie und Anästhesie mit nach Ankum wechseln, drei gehen ins Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln, vier bleiben in Bramsche, eine Mitarbeiterin an das Franziskus-Hospital Harderberg, drei gehen in Rente, fünf sind bei Häusern anderer Träger untergekommen.

„Ab dem 1. Oktober wird Bramsche zunächst als ein Haus der Inneren Medizin weitergeführt“, in das für ein Übergangszeit verstärkt geriatrische und Suchtpatienten aufgenommen würden, sagte Lullmann.

Nach den Empfehlungen des Planungsausschusses beim Sozialministerium in Hannover soll in Bramsche ein psychiatrisches und psychosomatisches Angebot aufgebaut werden, einschließlich der Betreuung schwerst traumatisierter Kriegsflüchtlinge. Mit den beiden anderen Anbietern in diesem Sektor, den Ameos-Kliniken und dem Christlichen Krankenhaus Quakenbrück , laufen zurzeit Gespräche, die Lullmann als „gut und konstruktiv“ bezeichnete.


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