Batiken mit Flüchtlingskindern Abwechslung im Heseper Lageralltag

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Ehrenamtliche Helfer organisieren die Aktion Freizeit für Flüchtlingskinder.Foto: privatEhrenamtliche Helfer organisieren die Aktion Freizeit für Flüchtlingskinder.Foto: privat

Hesepe. Ein bisschen Abwechslung im Lageralltag der Flüchtlingskinder bietet das Projekt ,,Freizeit für Flüchtlingslinder“ des Exilvereins Osnabrück. Ehrenamtliche Mitarbeiter, vor allem Studenten, gestalten alle zwei Wochen den Samstagnachmittag mit den Flüchtlingskindern aus dem Asyllager in Hesepe.

„Im Lager hat es sich schon herumgesprochen, dass wir jeden zweiten Samstag kommen“, berichtet Tim Zum Loh vom Exilverein . Er ist einer der neun Mitarbeiter, die an diesem Tag mit den Kindern T-Shirts batiken wollen. Zur Planung treffen sich die Mitarbeiter des Projektes am Mittwoch vor der Aktion und besprechen den Ablauf sowie Aufgaben der einzelnen Mitwirkenden. Diesmal wollen sie mit den Flüchtlingskindern batiken.

„Solche etwas kostenintensiveren Aktionen können wir leider nicht immer machen. Unser Projekt lebt nun mal vom Engagement der Mitarbeiter und von Spenden“, erklärt Zum Loh, der die Hauptorganisation bei der Batikaktion übernimmt. Dennoch konnte den Kindern dieses Jahr schon einige Highlights geboten werden: Im Mai ging es mit rund 100 Familien des Lagers in den Osnabrücker Zoo, und besonders die Mädchen hatten Spaß bei den Reiterhofbesuchen im Januar und im Juni.

Seit Mitte Mai leben die Flüchtlinge nun viel kürzer in Hesepe, wo die Erstaufnahme stattfindet. Einige bleiben nur wenige Wochen oder maximal drei Monate. ,,Früher waren die Familien hier längere Zeit untergebracht und konnten auch schon etwas Deutsch. Das war für uns dann etwas einfacher,“ meint Rita Schmidt, ebenfalls Mitarbeiterin des Projekts. Mit Händen und Füßen geht es aber auch und die Kinder helfen sich auch gegenseitig.

Seit Kurzem ist der freiwilligen Gruppe auch noch Jasem beigetreten, der selbst als Flüchtling aus Syrien nach Hesepe gekommen war und nun in Osnabrück wohnt. Den Kindern, die größtenteils aus Syrien und dem Irak kommen, kann der ehemalige Lehrer Anweisungen dann auf Arabisch übersetzen.

Bei der Batikaktion kümmern sich neun Mitarbeiter um 20 Flüchtlingskinder im Alter von acht bis zwölf Jahren. Die Gruppe wird geteilt, und die Jungen können sich erst eine Runde beim Fußballspielen austoben, während die Mädchen schon mit dem Batiken beginnen. „Diese Aufteilung ist sinnvoll, weil es sonst nur noch chaotischer sein würde!“, erklärt Tim Zum Loh. Beim Batiken wickeln die Kinder Gummibänder um Knoten, die sie in die T-Shirts machen. So entstehen später die typischen Batikmuster. Dann müssen die Shirts noch in der speziellen Farbe einweichen und trocknen. Die Kinder sind stolz auf ihre Arbeit und freuen sich schon, sie ihren Eltern zu präsentieren.

Die Eltern seien stets dankbar dafür, dass ihre Kinder einen tollen Nachmittag verbringen können, bei dem sie vielleicht für kurze Zeit ihre belastende Flucht vergessen und einfach unbeschwert sein könnten. „Einige Mitarbeiter wurden sogar schon zum Tee eingeladen. Die Eltern sind auch froh, wenn sie ein paar Stunden für sich haben, da die Familien sonst ja permanent in einem Raum leben“, erläutert Zum Loh. In seinen Augen war der Nachmittag ein voller Erfolg. Teilweise stressig für die Mitarbeiter, vor allem aber war es ein großer Spaß für alle Beteiligten.

Weitere Informationen und eine Ausstellung zu dem Projekt gibt es ab dem 18. Oktober im Atelier „Fluchtpunkt“ in Achmer.


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