Die perfekte Linie Peter Kalkowsky im Bramscher Tuchmacher-Museum

Von Hildegard Wekenborg-Placke

Bei der Ausstellungseröffnung: Peter Kalkowsky und die Kunstvereinsvorsitzende Karin Bormann. 

            

              Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeBei der Ausstellungseröffnung: Peter Kalkowsky und die Kunstvereinsvorsitzende Karin Bormann. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Linien sind für Peter Kalkowsky etwas ganz Besonderes. „Sie bedeuten für mich Rhythmus und Struktur. Das fasziniert mich einfach“, sagt der im niederländischen Zutphen lebende Künstler. Ergebnisse dieser Faszination sind noch bis zum 26. Oktober im Bramscher Tuchmacher-Museum zu sehen.

Seine Suche nach der „perfekten geraden Linie“, die einen Raum strukturiert, ließ ihn eine eigene Technik entwickeln – den Fadendruck. In früheren Jahren beschäftigte sich Kalkowsky mit Linol- und Holzdruck. „Aber Holz hat eigene Strukturen. Diese Form der Arbeit lässt perfekte Linien nicht zu“, sagt er. Beim Fadendruck werden dagegen Fäden auf einen Rahmen gespannt, eingefärbt und im Hochdruckverfahren gedruckt. Kalkowsky verwendet dabei die verschiedensten Materialien – vom Wollfaden, dessen feine Härchen sich im Druck wiederfinden, über Zwirn und Angelschnur bis zur Glasfaser, die beim Druck wegbricht und dadurch ganz besondere Strukturen schafft.

Bei der Eröffnung der vom Bramscher Kunstverein initiierten Ausstellung lobte Edda Baußmann von der Edition Sonblom in Münster die singuläre Technik des diplomierten Grafikdesigners Kalkowsky. Der Fadendruck schaffe filigrane Linien, die durch eine besondere Zartheit überzeugten, gebe der gestalteten Fläche durch Mehrfachdruck aber auch eine ganz eigene Dichte und Struktur. Die Kunstinteressierten, die der Ausstellungseröffnung beiwohnten, forderte die Referentin auf: „Fragen Sie nicht, was will mir der Künstler damit sagen, sondern fragen Sie sich: Was macht das Kunstwerk mit mir?“