Praktika sehr wichtig Bramscher Hauptschüler treffen Azubis

Von Marcus Alwes

Jonas Koschnick (r.) und Eugen Rausch (2.v.r.) stellten jeweils ihre Betriebe vor und beantworteten später die Fragen der Neuntklässler. Zudem gaben beide Azubis wertvolle Tipps zu rechtzeitigen Bewerbungen. Foto: Marcus AlwesJonas Koschnick (r.) und Eugen Rausch (2.v.r.) stellten jeweils ihre Betriebe vor und beantworteten später die Fragen der Neuntklässler. Zudem gaben beide Azubis wertvolle Tipps zu rechtzeitigen Bewerbungen. Foto: Marcus Alwes

Bramsche. „Alter, das wäre fett …“, zeigte sich einer der Schüler angetan. Für ihn und andere Neuntklässler der Bramscher Hauptschule gab es Informationen, Tipps und Ratschläge in Sachen Ausbildungsplatzsuche und Bewerbungen. Zudem wurden mittels Filmen und Broschüren Firmen vorgestellt.

Doch vor den 60 Schülern (aufgeteilt auf drei Klassen) standen gestern nicht wie üblich die Lehrer, sondern Azubis aus neun örtlichen Betrieben. Feik, Semco und Strehl, Rasch, Dallmann, Justus, Duni, Sostmann und Hardeck hatten jeweils ein oder zwei Vertreter ihres Unternehmens geschickt, damit diese zum einen ihren persönlichen Ausbildungsberuf vorstellen, zum anderen aber auch die Fragen der Schüler beantworten konnten.

Lehrer waren während der Unterredungen nicht in den Klassenräumen. „Die Schüler und Azubis sollen auf Augenhöhe kommunizieren“, erläuterte Schulsozialarbeiter Wilfried Gehrke, „die Schüler sollen ohne irgendwelchen Druck der Lehrer ihre ganz persönlichen Fragen an die Auszubildenden stellen können.“

Was hier und da auch „voll fett“ so geschah. Und die nur unwesentlich älteren Azubis blieben zumeist keine Antwort schuldig. „Wenn ihr euer Abschlusszeugnis erhaltet, und ihr wisst immer noch nicht, was danach kommen soll, dann ist es zu spät“, nahmen beispielsweise Jonas Koschnick (Maschinenbau Feik) und sein Mitstreiter Eugen Rasch (Semcoglas) kein Blatt den Mund. Jetzt wurde Klartext gesprochen. „Wenn es in der 9. Klasse die Halbjahreszeugnisse gibt, dann müssen spätestens die Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz raus“, betonte das Duo, „und wer noch die 10. Klasse macht, sollte sich aber schon ab Ende der neunten bei den Betrieben bewerben.“

Da zuckte mancher der Zuhörer auf den Schülerbänken doch etwas zusammen. Die Zeit läuft also… Und Koschnick und Rausch – beide bereits im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung – vergaßen nicht, die Bedeutung von Praktika und einem Probearbeiten in Betrieben herauszustellen. Damit könnten die Schüler frühzeitig herausfinden, ob ihnen der jeweilige Beruf tatsächlich liege. Und sie könnten in den Firmen für sich selbst Werbung betreiben. „Denn Noten sind nicht alles“, unterstrich Koschnick, „das Arbeits- und Sozialverhalten des Bewerbers spielt bei der Personalauswahl der Betriebe ebenfalls eine große Rolle.“

BOP am 9. Oktober

Teil II der Berufsvorbereitung der Schüler folgt nun am 9. Oktober. Ebenfalls in der Bramscher Hauptschule in der Innenstadt steht dann der Berufsorientierungsparcours (kurz BOP) auf dem Programm. 30 Betriebe stellen sich vor und bieten einen Tag lang praktische Übungen aus der Arbeitswelt an.