Ausbildung für junge Maurer Echte Perspektive in Kalkriese über die Lehre hinaus

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Kalkriese. „Wer jetzt hier lernt, hat eine wirklich gute berufliche Perspektive über die Lehrjahre hinaus“, betont Seniorchef Heinrich Bei der Kellen – während er gekonnt eine Friedhofsmauer restauriert. Doch im Maurer-Handwerk geben sich die Ausbildungsplatzbewerber nicht unbedingt die Klinke in die Hand. Das Interesse ist eher gering. „Dabei ist der Job doch total vielseitig“, so Bei der Kellen, „und Erbautes bleibt für Generationen. Darauf darf man dann auch stolz sein.“

Insgesamt zwölf Personen sind in dem Familienunternehmen aus dem Ortsteil Kalkriese beschäftigt. Heinrich ist der „Oldie“, sein Sohn Alexander ist der Geschäftsführer. Dessen Lebensgefährtin (Bürokauffrau) und ein Cousin (Bauzeichner) gehören ebenfalls zur Firma. Deren Stammsitz finden wir an der Straße Zum Mühlenbach, als wir die Heinrich Bei der Kellen GmbH für unsere Serie „Hier kann ich lernen“ (Folge III) besuchen.

Drittes Jahr: 1339 Euro

Weil auf dem Bau inzwischen ein allgemeiner Fachkräftemangel herrsche und auch viele Lehrstellen unbesetzt blieben, könne derjenige, der nun eine Maurer-Lehre beginne, „wohl dauerhaft“ mit einem festen Arbeitsplatz und Einkommen rechnen. Als Geselle oder mehr, unterstreicht Geschäftsführer Alexander. Jahr eins einer Ausbildung sei weitgehend von schulischen Inhalten geprägt. „Danach sind dann die Verdienstmöglichkeiten selbst für einen Azubi ganz gut“, erläutert der Geschäftsführer. Sozusagen als Ausgleich für die ersten zwölf Monate. Im zweiten Lehrjahr winken 1060 Euro, im dritten Jahr 1339 Euro monatlich. Danach endet die Lehre.

Neubauten, Umbauten, Sanierungen, Zeichnungen und 3-D-Planungen sowie Druckentwässerung und der Bau von Kleinkläranlagen gehören u.a. zum Angebot der Bei der Kellen GmbH. „Ein Azubi geht bei uns im zweiten Jahr selbstverständlich mit auf die Baustelle. Er soll den Beruf ja schließlich schnell erlernen und mehr als nur eine Hilfskraft sein“, betont der Geschäftsführer, „im ersten Jahr hat ein Lehrling bereits Grundkenntnisse erworben.“

Probearbeiten ist möglich

Alexander Bei der Kellen selbst ist ein gelernter Maurer- und Betonmeister. Zudem engagiert er sich im Vorstand der Bau-Innung Bersenbrück. „In unserer Familie ist der Maurerberuf fest verankert. Schon mein Uropa und Opa haben ihn ausgeübt.“ Sein Vater und er setzen diese Tradition also fort.

„Wer bei uns Maurer lernen möchte, sollte allerdings schon einen Hauptschulabschluss vorweisen können“, sagt Bei der Kellen: „Und Mathe-Kenntnisse sind nicht unwichtig.“ Auch Praktika oder ein Probearbeiten von Interessenten biete seine Firma möglichen Bewerbern gerne an. „Und es geht auch über Ferienjobs.“

Die Entscheidung für oder gegen einen Azubi mache er aber nicht nur von Zeugnissen abhängig. „Auch die Bewerbungsgespräche oder die Eindrücke von einem Probearbeiten spielen eine Rolle“, so Bei der Kellen. Wer Interesse an einer Lehrstelle habe, müsse zudem den Stammsitz in Kalkriese (und die Firmenhallen in Engter) ohne größere Probleme erreichen können. „Das muss schon passen. Jeder sollte wissen: Wir sind hier auf dem Lande.“

Die Kernarbeitszeit könne mit 7 bis 17 Uhr beschrieben werden. Im Winter falle sie wetterbedingt möglicherweise anders aus. „Generell ist hier auf dem Bau aber ein gewisses Maß an Flexibilität gefordert“, stellt Bei der Kellen klar. Und damit erst gar keine falschen Erwartungen aufkommen, betont er: „Wir arbeiten als Maurer draußen…“

Ziel: Den Lehrling halten

Sein finales Ziel sei es aber immer, den Lehrling später auch als Gesellen zu übernehmen. „Wir bilden für uns aus. Nicht für andere“, unterstreicht Bei der Kellen.


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