Wunschposten für Simon Wehberg Bramscher Jugendpflege bekommt erstmals „Bufdi“

Von Heiner Beinke

Botengänge wie das Abholen der Post von der Poststelle im Rathaus gehören auch zu den Aufgaben von Simon Wehberg, dem ersten „Bufdi“ der Bramscher Jugendpflege. Foto: Heiner BeinkeBotengänge wie das Abholen der Post von der Poststelle im Rathaus gehören auch zu den Aufgaben von Simon Wehberg, dem ersten „Bufdi“ der Bramscher Jugendpflege. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Den Bundesfreiwilligendienst bei der städtischen Jugendpflege zu leisten, das war schon vor dem Abitur der Wunsch von Simon Wehberg. Und auch für die Jugendpflege war der Bramscher ein Wunschkandidat, der sich schon vorher ehrenamtlich engagiert hat. Und doch hat es eine Weile gedauert, bis die Ampel auf Grün sprang und beide Seiten zusammenkamen.

Das mit der Ampel ist durchaus wörtlich zu nehmen, erklärt Andrée Pfänder, bei der Verwaltung unter anderem mit Organisationsfragen betraut. Denn bevor ein „Bufdi“ seine Arbeit aufnehmen kann, ist ein zweistufiges Verfahren zu durchlaufen. Im ersten Schritt wird formal geprüft, ob die angedachte Stelle den Anforderungen genügt. Wenn das zuständige Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben die Stelle anerkennt, folgt der zweite Schritt, die konkrete, personenbezogene Bewerbung um finanzielle Förderung. Über den Stand des Verfahrens kann sich der Antragsteller im Internet erkundigen. Auf der Seite steht dann besagte Ampel, die im Fall Stadtjugendpflege Bramsche/Simon Wehberg lange auf Rot stand.

Simon Wehberg hatte sich schon frühzeitig um die neu geschaffene Stelle beworben, weil er das Jahr zur Orientierung vor dem Studium nutzen wollte. Doch dann war das Abitur bestanden, und „es standen immer noch alle Ampeln auf Rot“, erzählt der noch 19-Jährige. Um nicht mit leeren Händen dazustehen, bewarb er sich um einen Studienplatz. Den hatte er für Sport und Erziehungswissenschaften sicher, als schließlich doch noch die Ampel auf Grün sprang. Weil damit sein ursprünglicher Wunsch in Erfüllung ging und weil er die Jugendpflege nicht im Stich lassen wollte, sagte er zu. Hätte er die Stelle jetzt abgelehnt, hätte sie nicht von einem anderen übernommen werden können, erläutert Andrée Pfänder das Prinzip der individuellen Förderung.

Nun also ist Simon Wehberg „Bufdi“ und arbeitet 39 Wochenstunden für eine offiziell „Taschengeld“ genannte Entlohnung von 330 Euro. Die Stadt zahle dazu den Sozialversicherungsbeitrag, erläutert Pfänder.

Bei der Jugendpflege freut sich Stefanie Uhlenkamp über tatkräftige Unterstützung: „Beim neuen offenen Jugendtreff in der Gartenstadt steht gerade ganz viel Arbeit an“, nennt die Jugendpflegerin ein Haupteinsatzfeld des neuen Mitarbeiters. Unterstützung der Schulsozialarbeit in der Hauptschule sowie der Einsatz bei Zeltlagern sind weitere Schwerpunkte. Besonders wertvoll für die Jugendpflege ist dabei der Schwerpunkt Sport beim neuen „Bufdi“. Davon hat die Jugendpflege schon bei der Papierbootregatta am Hasesee profitiert. Ein Mitarbeiter mit DLRG-Rettungsschein als Aufsicht war dazu erforderlich. „Außer Simon hatte den von uns keiner“, erinnert sich Stefanie Uhlenkamp.

Sport als Leidenschaft

Sport ist für den neuen „Bufdi“ immer schon wichtig gewesen. An der Schule belegte er Sport als Leistungskurs, in der Freizeit betreut der aktive Fußballer auch noch eine C-Jugend-Mannschaft. Von seiner Leidenschaft möchte er möglichst viel in sein Jahr bei der Jugendpflege einbringen. Und selbst möglichst viel Erfahrungen in sozialer und pädagogischer Hinsicht sammeln.

Wenn der erste „Bufdi“ der Jugendpflege dann in einem Jahr geht, ist nicht sicher, ob es einen Nachfolger gibt. Zwar ist die Stelle grundsätzlich anerkannt, für jeden neuen Bewerber aber wiederholt sich das individuelle Antragsverfahren. Und das Warten auf die grüne Ampel.