Kritik vom Baudirektor Schleptruper Flurneuordnung „absolut enttäuschend“

Von Heiner Beinke

Neu verteilt wird die Schleptruper Fläche im Zuge des Verfahrens. Als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft ist Helmut Voßkamp (links, mit Ortsbürgermeister Karl-Georg Görtemöller) erster Ansprechpartner. Archivfoto: Marcus AlwesNeu verteilt wird die Schleptruper Fläche im Zuge des Verfahrens. Als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft ist Helmut Voßkamp (links, mit Ortsbürgermeister Karl-Georg Görtemöller) erster Ansprechpartner. Archivfoto: Marcus Alwes

Schleptrup. „Absolut enttäuschend“ verläuft aus Sicht von Baudirektor Hartmut Greife bisher das Verfahren zur Flurneuordnung in Schleptrup. Vor allem das federführende Landesamt für Geoinformation und Landesentwicklung (LGLN) sieht er in der Pflicht, für eine bessere Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes zu sorgen.

Das ursprünglich von der Stadt Bramsche vorgeschlagene Programm an begleitenden Vorhaben zum Naturschutz bei Wasserbau und Grünordnung sei nach jetzigem Stand „erheblich eingedampft“ worden, klagte Greife in der Sitzung des Ortsrates Schleptrup. Aus Sicht der Stadt Bramsche müsse deutlich nachgebessert werden, bevor ein Vertrag mit der Teilnehmergemeinschaft der Flurneuordnung unterzeichnet werden könne.

Im Zuge der Flurneuordnung sollen insgesamt 763 Hektar land- und forstwirtschaftlicher Grundbesitz neu zugeteilt werden, um so insbesondere die landwirtschaftliche Nutzung zu optimieren. Die Interessen der am Verfahren beteiligten wahrt die Teilnehmergemeinschaft, die einen Vorsitzenden wählt. In Schleptrup ist das Helmut Voßkamp . Für das Verfahren werden insgesamt 2,2 Millionen Euro bereitgestellt, 70 Prozent zahlt das Land. Die restlichen 30 Prozent, immerhin noch 640000 Euro, investiert die Stadt Bramsche vornehmlich in den Wegebau, aber eben auch in Ausgleichsmaßnahmen.

Schon bei den Verfahren in Engter und Kalkriese hätten am Ende nach der Neuverteilung der Fläche Mittel für den Naturschutz „deutlich gefehlt“, sagte Greife. Die Stadt habe die Absicht, dies im jetzt laufenden Verfahren „anders und besser“ zu machen.

Was bislang aber an Ausgleich vorgesehen sei, ist nach Ansicht des Leitenden Baudirektors „überhaupt nicht ausreichend“. Das entspreche nicht den verfolgten Zielen der Flurneuordnung, zu denen neben der Verbesserung der Produktionsbedingungen eben auch der Umweltschutz gehöre. Er könne verstehen, dass die in der Teilnehmergemeinschaft vertretenen Landwirte zunächst einmal ihre wirtschaftlichen Belange sähen. Aber es sei eben Aufgabe des Amtes, vermittelnd tätig zu werden. Es dürfe sich jedenfalls nicht die Erfahrung der letzten Neuordnungen wiederholen, wo erst über Naturschutz geredet wurde, „wenn alles andere gelaufen war. Da war der Sack dann zu“, erinnerte sich der Baudirektor. Er erwarte deshalb eine „ernsthafte Diskussion“ über die Vorschläge der Stadt. Außerdem werde er das Thema auf die Tagesordnung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt setzen.

Unterstützung fand Greife beim SPD-Ortsratsherrn Manfred Tapken. Die Stadt gebe einen nicht unbeträchtlichen Betrag, der könne nicht nur für den Straßenbau verwandt werden, meinte er. Vorsichtiger äußerte sich da der Ortsbürgermeister Karl-Georg Görtemöller , ebenfalls SPD und von Beruf Landwirt. Vom „überwiegenden Teil“ der Teilnehmergemeinschaft würden Greifes Fordrungen „nicht positiv begleitet“.

Im Urlaub weilte während der Sitzung der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft. Auf unsere Nachfrage äußerte sich Helmut Voßkamp skeptisch: Behörde und TG-Vorstand seien sich im Prinzip einig, dass die Maßnahmen finanzierbar bleiben müssten. Im Zweifelsfall gebe es keine Bereitschaft, auf einen halben Kilometer Weg zu verzichten, um damit den Ankauf von Flächen für den Naturschutz zu finanzieren. Anderseits seien viele kleine, begleitende Maßnahmen vorgeschlagen worden. Zum Vorschlag der Behörde könne sich nun jeder äußern, aber wer nachbessern wolle, müsse sich auch „fragen, wer das bezahlen soll“.