Gremienwahlen im November Bramscher Katholiken zum „Aufkreuzen“ aufgerufen

Von Björn Dieckmann

Für die Wahlen im November werben (von links) Konrad Notzon, Gerd Tschöke und Marianne Brörmann. Mitte November wählen die Katholiken im Bistum neue Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände. Foto: Björn DieckmannFür die Wahlen im November werben (von links) Konrad Notzon, Gerd Tschöke und Marianne Brörmann. Mitte November wählen die Katholiken im Bistum neue Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände. Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. „Aufkreuzen“ – mit diesem kurzen Slogan werben die katholischen Kirchengemeinden im Bistum Osnabrück für die Wahlen der neuen Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte. Am 15. und 16. November sind die Gläubigen aufgerufen, in ihren Gemeinden „aufzukreuzen“ und die Kandidaten ihrer Wahl anzukreuzen. Auf eine stärkere Beteiligung als in der Vergangenheit hofft auch die Bramscher Pfarreiengemeinschaft – und ebenso auf weitere Kandidaten, die sich für die Mitarbeit in einem der beiden Gremien interessieren.

In den vergangenen Wochen und Monaten, so berichtet Gerd Tschöke vom Wahlausschuss, „haben wir viele Gemeindemitglieder angesprochen, die sich in den Gremien bereits engagieren, und haben bei ihnen für eine weitere Mitarbeit geworben“. Einige ältere Mitglieder in Pfarrgemeinderat oder Kirchenvorstand wollen nach Tschökes Worten allerdings kürzertreten. Schwierig sei es besonders in der jungen Generation, „bei Leuten, die erst ins Studium gehen oder in die Berufstätigkeit starten“, Interesse zu wecken. Dennoch seien die Kandidatenlisten, die seit dem vergangenen Wochenende in den Kirchen ausliegen, bereits gut gefüllt. Und wir hoffen“, erklärt Tschöke, „dass sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 28. September noch weitere Bewerber melden.“

Sonderregelungen

Diese Ergänzungsvorschläge müssen unter anderem, so Tschöke, „die Unterschrift von mindestens 20 Wahlberechtigten enthalten.“ Eine Besonderheit gibt es für die anstehenden Wahlen, bedingt durch die Neugründung der Pfarrei St. Martinus: Für den Pfarrgemeinderat sind insgesamt 18 Personen zu wählen – für St. Johannes Evangelist Malgarten und Heilig Geist Gartenstadt wird ein Minderheitenschutz von jeweils fünf Personen festgelegt. Für den Kirchenvorstand, in den 14 Personen zu wählen sind, werden St. Johannes Evangelist und Heilig Geist jeweils vier Vertreter entsenden.

Zwei, die ihre Kandidatur längst bekannt gegeben haben, sind Marianne Brörmann (Heilig Geist) für den Kirchenvorstand und Konrad Notzon (St. Martinus) für den Pfarrgemeinderat. Beide sind schon lange in den Gremien aktiv. Marianne Brörmann erzählt, dass sie schon kurz nach ihrem Zuzug nach Bramsche angesprochen worden sei, im Kirchenvorstand mitzuwirken. „Anfang der 1980er-Jahre war das, seit 1984 bin ich aktiv“, blickt sie zurück. Dass sie so schnell eingeladen worden sei, sich in der Gemeinde einzubringen, „darüber habe ich mich damals richtig gefreut“.

Passende Aufgabe

Gefunden habe sie eine Aufgabe, die passt: „Ich hatte damals noch eine Ausbildung zur Steuerfachwirtin begonnen, die Kenntnisse haben mir dann sehr geholfen.“ Denn der Kirchenvorstand sei insbesondere „für Geld, Gebäude und Personal“ verantwortlich, erläutert Brörmann.

Nach 30 Jahren Tätigkeit habe sie „schon kurz mal überlegt“, ob sie weitermachen will. „Aber es macht mir einfach viel Spaß. Es warten immer wieder neue Herausforderungen. Und gerade in der jetzigen Phase, im Zusammenwachsen der Gemeinden, will ich auf jeden Fall noch weiter mitgestalten.“

Das ist auch der Anspruch von Konrad Notzon. Ebenfalls schon seit rund 30 Jahren ist er im Pfarrgemeinderat tätig, mittlerweile als Vorsitzender. „Eine spannende Zeit“, blickt Notzon zurück – und denkt beispielsweise an den Wechsel vom langjährigen Pfarrer Hubertus Hindemith zum jetzigen Geistlichen Tobias Kotte. „Manche Gemeindemitglieder hatten bis dahin noch nie einen anderen Pfarrer erlebt. Da blickt man dem Neuen dann schon gespannt entgegen. Aber“, so lobt Notzon, „wir sind nicht enttäuscht worden“.

Auch Notzon betont, wie wichtig insbesondere die jüngere Vergangenheit und die nähere Zukunft für die Zukunft der vereinigten Pfarrei seien. „Wir haben schon viel erreicht“, ist Notzon überzeugt. Die Gläubigen aus St. Martinus, Heilig Geist und St. Johannes Evangelist weiter zusammenzuführen, das sei „eine Aufgabe, die über die Angleichung der Gottesdienstzeiten weit hinausgeht“, sagt Notzon. Mit dem Pfarrgemeinderat sei er schließlich dafür zuständig, das Gemeindeleben zu gestalten.

Schwerpunkt Ökumene

Einen weiteren Schwerpunkt, so sagt Notzon, wolle der Pfarrgemeinderat auch künftig auf das Zusammenwirken der katholischen und der evangelischen Kirche legen. „Die Ökumene hat hier in Bramsche in den vergangenen Jahren richtig Fahrt aufgenommen, sie entwickelt sich äußerst positiv“, freut sich Notzon.