TV-Teams vor der Realschule Nach Abbruch der Klassenfahrt: Bramscher zurück in Schule

Von Björn Dieckmann

Von mehreren TV-Sendern waren am Donnerstag Reporter und Kamerateams nach Bramsche gekommen. Teilweise wurde an der Realschule von außen direkt in die Klassenräume gefilmt. Und auch vor der Jugendherberge in Hamburg, wo unser Foto entstanden ist, warteten Reporter auf Gesprächspartner. Foto: PrivatVon mehreren TV-Sendern waren am Donnerstag Reporter und Kamerateams nach Bramsche gekommen. Teilweise wurde an der Realschule von außen direkt in die Klassenräume gefilmt. Und auch vor der Jugendherberge in Hamburg, wo unser Foto entstanden ist, warteten Reporter auf Gesprächspartner. Foto: Privat

Bramsche. Die Kosten für die abgebrochene Klassenfahrt der Bramscher Realschule werden die Erziehungsberechtigten der Zehntklässler „auf jeden Fall“ zurückerhalten. Das hat die Sprecherin der niedersächsischen Landesschulbehörde, Susanne Strätz, auf Anfrage unserer Redaktion erklärt.

Im Detail werde die Rückerstattung zwar noch zu regeln sein, erklärte Strätz. Es stehe aber außer Frage, „dass das Geld zurückgezahlt wird“. Die Erziehungsberechtigten würden darüber bei dem für Donnerstagabend anberaumten Elternabend informiert. Strätz widersprach zugleich Berichten anderer Medien, die Landesschulbehörde mit Sitz in Lüneburg habe eine Wiederholung der Klassenfahrt angeordnet. „Das ist von uns nie gesagt worden“, betonte Strätz.

Die Zehnklässler, die am Dienstag nach nur einem Tag von ihrer Klassenfahrt zurückkehren mussten, weil ihren Lehrkräften nach ausgiebigem Alkoholkonsum die weitere Leitung der Reise nicht mehr zugetraut worden war, sollten am Donnerstagmorgen wieder zum Unterricht erscheinen. Einen geregelten Schulbetrieb zu gewährleisten, fiel dabei offenbar schwer. Am Donnerstagabend zumindest wussten die Schüler noch nicht, wie viele Stunden sie am Freitag haben würden. Einen Großteil des Unterrichts wäre regulär bei dem Klassenlehrer gewesen, der nach der abgebrochenen Klassenfahrt allerdings derzeit nicht im Dienst ist. „Es wird zügig Vertretungsregelungen geben“, erklärte Strätz hierzu.

Gestört wurde der Schulbetrieb zusätzlich durch Kamerateams, die für das Fernsehen über die Vorfälle während der Klassenfahrt berichten wollten. Bereits am frühen Vormittag filmte, so war aus der Schülerschaft zu hören, ein Kameramann von außen direkt in den Physikraum der Realschule hinein. Auch bei einem Schnellrestaurant in Bramsche, in dem sich Jugendliche mittags häufig treffen, sollen TV-Teams nach Gesprächspartnern gesucht haben.

Unsere Berichterstattung über die Vorfälle bei der Klassenfahrt wurde schon am Mittwoch von zahlreichen Online-Medien sowie später auch von Printmedien aufgegriffen. Dabei wurden die Details teilweise deutlich skandalisiert: So war in einer Zeitung als Unterschrift zu einem Bild „Saufen bis der Notarzt kommt“ – der in Hamburg aber gar nicht im Einsatz war.Verständigt worden war der Rettungsdienst, nachdem der Klassenlehrer eine sich bei einem Sturz verletzt hatte. Am Donnerstagnachmittag meldete sich ein „Bild“ -Redakteur in unserer Redaktion und fragte an, ob er ein Foto des Klassenlehrers erhalten könne. Dieses Ansinnen wurde abgelehnt.

Am Donnerstagabend waren die Eltern von der Schulleitung zu einer Informationsveranstaltung eingeladen worden. Auch hier hielten sich auf dem Schulgelände mehrere Kamerateams auf und machten Aufnahmen.