SPD-Antrag an Ortsrat Neuer Glanz für alte englische Telefonzelle in Bramsche?

Von Björn Dieckmann

Die englische Telefonzelle neben der „Alten Post“ soll nach dem Willen der SPD-Ortsratsfraktion restauriert werden. Derzeit macht sie einen heruntergekommenen Eindruck. Unser Foto stammt aus dem vergangenen Jahr, die Schmierereien wurden aber noch nicht entfernt. Foto: Malte TerhalleDie englische Telefonzelle neben der „Alten Post“ soll nach dem Willen der SPD-Ortsratsfraktion restauriert werden. Derzeit macht sie einen heruntergekommenen Eindruck. Unser Foto stammt aus dem vergangenen Jahr, die Schmierereien wurden aber noch nicht entfernt. Foto: Malte Terhalle

Bramsche. Beschmiert, kaputt, verwittert und verdreckt – die englische Telefonzelle in der Fußgängerzone gibt alles andere als ein schönes Bild ab. Nach dem Willen der SPD-Fraktion im Ortsrat soll sich das nun ändern.

Die Sozialdemokraten haben einen Antrag an den Ortsrat gerichtet, dass aus dessen „Mitteln zur Pflege der örtlichen Gemeinschaft“ die Telefonzelle renoviert werden soll. Denn diese sei „für die Fußgängerzone ein ganz besonders attraktiver Hingucker – nur leider auch negativ“, so heißt es wörtlich in dem Antrag, mit dem sich der Ortsrat in seiner Sitzung am kommenden Montag befassen wird. Der Zustand der Telefonzelle, so heißt es weiter, „fällt sicher nicht nur Besuchern aus Todmorden unangenehm auf“.

Die SPD-Fraktion wünscht zudem das Anbringen eines Schildes, das über die Schenkung der Telefonzelle durch die Partnerstadt Todmorden informieren soll. Von dort aus war das typische rote Häuschen im Mai 1987 nach Bramsche geliefert und im Oktober aufgestellt worden – „ausgestattet mit modernster Technik der Deutschen Bundespost“, hieß es damals in den Bramscher Nachrichten.

Die Pflege der Telefonzelle liegt in den Händen des städtischen Betriebshofes, erklärt auf Anfrage die Sprecherin der Stadt Bramsche, Dagmar Paschen. Die Betriebshofs-Mitarbeiter seien für die Beete und die Beseitigung von Unrat in der gesamten Fußgängerzone zuständig und kümmerten sich bei ihren regelmäßigen Rundgängen auch um die Telefonzelle. Diese allerdings, so meint Paschen, werde des Öfteren „Ziel von eher unschönen Aktionen“ – sprich Schmierereien und Zerstörungen. Um diese zu beseitigen, müssten zuweilen Fremdfirmen beauftragt werden. „Deshalb verschwinden nicht immer alle Schäden sofort, das kann schon mal etwas dauern.“

Die Initiative der SPD begrüße die Stadt durchaus. „Die Telefonzelle ist ein Ausdruck der Verbundenheit zu Todmorden und prägt das Bild der Innenstadt mit“, meint Paschen. Ähnlich drückt sich Sabine Winkelmann aus von der Sektion Todmorden im Bramscher Verein für Städtepartnerschaften . „Ich würde mich sehr freuen, wenn es zu einer umfassenderen Instandsetzung kommen würde“, sagt sie. Die Telefonzelle erinnere nicht nur an die Partnerschaft: „Das Rot passt ja ganz besonders gut hierhin“, meint Winkelmann mit Bezug zum traditionellen „Bramscher Rot“ . Nach Winkelmanns Angaben habe die Stadt mal angefragt, ob die Pflege der Telefonzelle vom Partnerschaftsverein ehrenamtlich übernommen werden könnte. Das aber sei abgelehnt worden: „Wir können es gar nicht leisten. Und außerdem“, so Winkelmann, „war es ein Geschenk an die Stadt Bramsche und ist auch heute noch in deren Eigentum.“


Seit 1978 ist Todmorden Bramsches Partnerstadt. Todmorden liegt im Nordwesten Englands, in der Grafschaft Yorkshire, eingebettet in die Hügelkette der Pennines, in der Nähe der Industriestädte Leeds, Manchester und Halifax. Der Name Todmorden (Das Tal der Füchse) taucht erstmals im 13. Jahrhundert auf. Die Stadt war von jeher mit der Weberei verbunden, zunächst als Handweberei in Heimarbeit, mit Beginn der Industrialisierung mechanisiert als Fabrikarbeit.1896 wurden Todmorden die Stadtrechte verliehen. Todmordens Textilindustrie existiert nicht mehr. Die Stadt und ihre Umgebung entwickeln sich heute immer mehr zum Naherholungsgebiet für die umliegenden Industriezentren. (Quelle: www.staedtepartnerschaften-ev-bramsche.de )