Hof Moorlicht feierte Fünf Jahre Waldlabyrinth in Campemoor

Von Sigrid Schüler-Juckenack


Neuenkirchen-Vörden. Ein Buch mit sieben Siegeln soll das Waldlabyrinth des Hofes Moorlicht in Campemoor nicht sein, und auch kein Irrgarten. Das betonte Gudrun Dormann, die die Einrichtung Hof Moorlicht leitet. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um mit den Bewohnern des Hofes das fünfjährige Bestehen des Labyrinths zu feiern.

Beim Labyrinth, dass nach dem Vorbild des Labyrinths der Kathedrale in Chartres angelegt sei, drehe sich alles um die Zahl Sieben, so Dormann. Die Zahl sei eine besondere, sie komme in der Bibel, aber auch in Geschichten und Märchen immer wieder vor. In seiner ursprünglichen Bedeutung habe das Wort Labyrinth keineswegs für einen Irrgarten gestanden, in dem man sich verlaufen kann. Vielmehr sei darunter ein langer Weg zu verstehen.

Jede Haarnadelkurve im Labyrinth stehe für ein Lebensjahr, und alle sieben Jahre führe der Weg auf die andere Seite des Labyrinths. Nur ein einziger Weg führt in die Mitte und wieder aus ihr heraus.

Während der Weg im ersten Lebensjahrsiebt ganz nah am Zentrum verlaufe, führe er im zweiten und dritten Lebensjahrsiebt nach außenund werde lang und unübersichtlich, sodass man fast meine, sich verlaufen zu haben. Ganz so wie im richtigen Leben, wenn man als junger Mensch im Alter von 20 oder 21 Jahren Entscheidungen treffen muss, von denen man nicht weiß, wohin sie führen. Der Weg durch das Labyrinth lasse den Besucher über sich selbst reflektieren, über sein eigens Leben und die Entscheidungen, die er selbst einmal getroffen hat. Deshalb sei das Labyrinth wie ein Pilgerweg.

Zum Labyrinthfest hatten die Bewohner des Hofes Moorlicht die Bäume im Labyrinth bunt geschmückt. Zudem hatten sie Spiele vorbereitet, die dazu einluden, das Labyrinth zu erforschen. Ein besonders originelles Geschenk platzierte Gudrun Dormann auch im Labyrinth: Eine gehäkelte Decke, in der das Labyrinth als Muster verarbeitet ist.