Zentrale Landkreis-Veranstaltung Tag des offenen Denkmals auf Gut Sögeln eröffnet

Von Holger Schulze

Von erhöhter Warte aus musste sich Gisela von Bock und Polach (rechts im Bild auf einer Mauer) dem großen Publikum verständlich machen, das ihrer Führung durch das Außengelände von Gut Sögeln folgte. Foto: Holger SchulzeVon erhöhter Warte aus musste sich Gisela von Bock und Polach (rechts im Bild auf einer Mauer) dem großen Publikum verständlich machen, das ihrer Führung durch das Außengelände von Gut Sögeln folgte. Foto: Holger Schulze

Sögeln. Rund 70 Gäste haben sich am Sonntagvormittag in der Scheune auf Gut Sögeln eingefunden, um dort die zentrale Eröffnungsfeier zum „Tag des offenen Denkmals“ im Landkreis zu begleiten.

Nach einer musikalischen Eröffnung durch die Jagdhornbläser des Hegerings Bramsche begrüßte Franz Buitmann als Vorsitzender des Kreisheimatbundes Bersenbrück , der in diesem Jahr als Hauptveranstalter, neben dem Heimatbund Osnabrücker Land und dem Landkreis, für die Ausrichtung der Eröffnungsfeier zuständig war, die Gäste.

Das rege Interesse an der Eröffnungsfeier war für Buitmann ein Beleg dafür „dass Gut Sögeln ein Ort ist, der normalerweise so nicht aufgesucht werden kann und deshalb viele Menschen diese Gelegenheit nutzen, diesen Ort einmal kennenzulernen“. Ferner stellte Buitmann das Generalthema des diesjährigen „Tages des offenen Denkmals“ vor: die Farbe.

„Der Tag des offenen Denkmals ist immer wieder eine Möglichkeit auf Themen hinzuweisen, auf die man sonst nicht kommt“, so Buitmann. „Die Wahrnehmung unserer Umwelt wird ganz wesentlich durch die farbliche Erscheinung und die Lichtverhältnisse geprägt. Seit Urzeiten ist die farbliche Gestaltung unserer Umwelt eine zentrale Ausdrucksform. Sie sind für den Betrachter Ausdruck der gegenwärtigen Lebenseinstellung. Der heutige Tag widmet sich daher mit dem Thema Farbe einer wesentlichen Ausdrucksform“, erklärte Buitmann weiter.

Irmgard Hölscher, mit dem Heimatverein Sögeln ein weiterer Gastgeber der Veranstaltung, erinnerte in ihrer Begrüßungsansprache an einige eigene Erlebnisse aus ihrer Jugend im direkten Kontakt mit Gut Sögeln. Die Ernten mit Pferdewagen und Heugabel oder die Pausen im Schatten des Kastanienbaumes zählten zu diesen Erilebnissen.

Nach weiteren Grußworten stellte Gisela von Bock und Polach ihr denkmalgeschütztes Anwesen vor. Ihre „Dankbarkeit für jeden Hof, der in seinem Formbestand erhalten bleibt“, brachte von Bock und Polach am Beginn ihres Vortrags zum Ausdruck. Das Gut selbst schilderte sie zunächst vom äußeren Areal her kommend in seinem Umfang und den Bezügen zu den angrenzenden Liegenschaften. „Mittelalterliche Strukturen“ seien dort vorzufinden, deren Wegeführung sich anhand der im 18. Jahrhundert vorgefundene Gegebenheiten orientierte und auch nicht verändert wurde.

Veränderungen in der Bewirtschaftungsweise des landwirtschaftlichen Betriebes machten später die Anlage einer Drainage notwendig, die nach Ansicht von von Bock und Polach letztlich zur Überlebensfähigkeit des Hofes maßgeblich beitrug.

Weiterentwickelt wurde der Hof durch den Neubau des Hauptgebäudes gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Ein Einblick in die Erhaltungsmöglichkeiten von landwirtschaftlichen Gebäuden, deren eigentliche Nutzungen inzwischen weggefallen sind, rundete die Vorstellung des Anwesens ab. Gisela von Bock und Polach machte dies anhand der Scheune deutlich. Heute ist das ehemalige Kartoffellager nach der Sanierung ein selten und nur für ruhige Veranstaltungen genutzter Raum, umgeben von einer Mietwohnungseinheit und einem kleinen Hotel.

Weitere Details über Gut Sögeln erfuhr die gegen Mittag auf rund 200 Besucher angewachsene Gruppe bei einer Führung durch das Außengelände. Ein Vortrag am Nachmittag zum Thema „Vom barocken Garten zur englischen Gartenkultur“ beschließt die Reihe der offiziellen Veranstaltungen auf Gut Sögeln im Rahmen des „Tags des offenen Denkmals“ .