Bei den Radrennsportlern des TuS Bramsche-Damme: 60,96 Kilometer in zwei Stunden



Bramsche. Am Ende kann ich es beim Blick auf den kleinen Bordcomputer am Lenker selbst kaum glauben. 60,96 Kilometer habe ich in 2:05 Stunden zurückgelegt. Durchschnittlich war ich mit nahezu 29 km/h unterwegs. Auf einem feuerroten Rennrad. Meine Sommerferienpause ist damit vorbei. Unsere Breitensportserie kann weitergehen. Ich bin wieder aktiv in den „Fit-in-unserer-Stadt“-Modus eingetaucht. Diesmal gemeinsam mit den Radsportlern des TuS.

An der Lindenstraße auf dem Gelände der Tankstelle Neumann geht es los. Zuvor hat mir Ansgar Schürmann seine Rennmaschine geliehen. Peter Rohde hat in seiner kleinen Hauswerkstatt Sattel- und Lenkerhöhe richtig eingestellt sowie die für mein Schuhwerk passenden Pedalen angebracht. Mit einem Augenzwinkern überreicht er mir eine gut gefüllte Trinkflasche und ein blaues Notfallkästchen – aus dem Hause NOZ Medien…

Ich gebe zu: Ich habe im Vorfeld dieser rasanten Fahrt mächtig Respekt vor der Aufgabe. Kann ich das stets hohe Tempo tatsächlich konstant mitgehen? Reichen Kraft und Kondition für einen solchen Ritt aus?

Ich nehme es vorweg: Es klappt viel, viel besser als erwartet. Über die Nordtangente führt uns die Reise zum Lutterdamm, später nach Kalkriese und Campemoor. Sogar bis in die Dammer Berge fahren wir, streifen in Sichtweite Holdorf und gelangen über Neuenkirchen-Vörden sowie den Niedersachsenpark und Malgarten zurück zum Ausgangspunkt nach Bramsche.

„Zwei Drittel dieser Gruppe heute sind Freizeitfahrer“, erzählt mir der Team-Kapitän Matthias Feldmann, „ein Drittel fährt dazu auch Rennen.“ Feldmann ist im normalen Leben ein Mann der Finanzen. Er ist Banker. „Am Mittwoch fahren wir unsere leichteste Route. Nach Damme und zurück. Dienstags geht es bis nach Tecklenburg“, so Matthias. Das sind dann 80 km insgesamt und „ein etwas welligeres Profil.“ An den Wochenenden gibt es weitere Trainingsfahrten.

Ein geplatzter Schlauch

Inzwischen rüttelt es mich gewaltig durch. Denn zwischen Kalkriese und Campemoor ist der Straßenuntergrund phasenweise nicht der beste. Ulrich Brockhoff – einem der flottesten Pedalritter – platzt sogar laut hörbar ein Reifenschlauch. Doch der wird in Windeseile gewechselt. Ich staune. Weiter geht das Tempobolzen.

Ungewohnt finde ich dabei zunächst das enge Auffahren auf den Vordermann. Reifen an Reifen. Der Abstand ist gering. Aber immerhin macht eine solche Reise im Windschatten das Fahren ein Stück leichter. Ebenso wie die Hand von Ulrich in meinem Rücken, die mich urplötzlich ein kleines Stück nach vorne schiebt, als es bei Damme hügeliger ist. Man hilft sich im Team eben gegenseitig.

Fast 25000 km pro Jahr

Der Älteste in dieser 25-köpfigen Mittwochsstaffel ist übrigens Heinz Fischer mit 64 Jahren. Die einzige Frau ist Britta. Blond, schlank, groß, Mitte dreißig. „Sie ist unsere Trainingsfleißigste“, bestätigt Matthias anerkennend. Britta legt pro Jahr zwischen 20000 und 25000 Kilometer zurück. „Unter anderem jeden Tag mit dem Rad aus Neuenkirchen-Bramsche bis zur Rheiner Landstraße nach Osnabrück zur Arbeit – und zurück“, sagt sie. Ja, jeden Tag. Bei Wind und Wetter. Ferner Training und andere Ausfahrten. Ich staune einmal mehr.

Nach etwas mehr als zwei Stunden trennen sich dann die Wege der Fahrer. Ich trete dabei die Heimreise mit der Gewissheit an, nicht nur etwas für meine persönliche Fitness getan, sondern auch – für meine Verhältnisse – eine besondere sportliche Herausforderung gemeistert zu haben. In einer wirklich bemerkenswert sympathischen Gruppe des TuS.


Unsere Expertin Iris Greff sagt:

„Wer auf ein Rennrad für den Sportgebrauch steigt, wird in der Regel Gepäckträger, Schutzbleche oder auch Lichtanlagen vermissen. Diese Räder sind sehr leicht. Denn in ihrer Ausstattung sind sie auf das Mindeste reduziert.

Die Sportart selbst ist sehr gelenkschonend. Sie ist ein gutes Herz-Kreislauf-Training und sorgt für viel frische Luft rund um die Nasenspitze.

Wer dauerhaft in den Radrennsport einsteigen möchte, sollte sich zunächst kleine Ziele setzen – und diese dann schrittweise höher stecken. So stellen sich rasch erste persönliche Erfolge ein. Dann macht die Bewegung Spaß.

Von besonderer Bedeutung ist auch das passende Rad. Im Fachhandel und im Verein helfen Experten gerne bei der Ermittlung der individuell richtigen Rahmengröße und Sitzposition.“

Unsere Expertin Iris Greff ist ausgebildete Fitnesstrainerin und gibt im Osnabrücker „aktivital“ Sportkurse.

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