Klinik-Träger nennt Fakten Trotz allem – Psychiatrie in Bramsche ab Oktober

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Symbolkraft: der Träger bleibt, der Haus-Wegweiser wird wohl bald überarbeitet werden müssen. Foto: Heiner BeinkeSymbolkraft: der Träger bleibt, der Haus-Wegweiser wird wohl bald überarbeitet werden müssen. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Nun doch! Am 1. Oktober wird am Bramscher Krankenhaus ein psychiatrisches Angebot an den Start gehen, zunächst noch mit den Unterabteilungen Gerontopsychiatrie und Sucht. Der bisherige Chirurgie-Chefarzt Torsten Saemann wird ambulant weiter in Bramsche operieren, und auch die Orthopäden Christian Breuer und Hans-Christian Freytag werden eine Zweitpraxis am Bramscher Krankenhaus behalten.

Diese Fakten nannte am Donnerstag der Geschäftsführer der katholischen Niels-Stensen-Kliniken, Werner Lullmann, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Auch nach dem enttäuschenden Ausgang des zweiten Regionalgesprächs zur Krankenhaussituation in der Region versicherte er: „Wir halten an unserem Konzept fest.“„Wir halten an unserem Konzept fest.“Das sieht perspektivisch die Einrichtung eines Schwerpunktes Psychiatrie und Psychosomatik an der Bramscher Klinik vor. Teil dieser Ausrichtung wird auch die Arbeit mit schwer traumatisierten Kriegsflüchtlingen sein.

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Mit Maria-Elena Vera Cespedes steht seit dem 1. August eine Fachärztin für Geriatrie und Psychiatrie bereit, den neuen Krankenhaus-Schwerpunkt zu leiten. Zunächst sollen in Bramsche, wie Lullmann sagte, „psychiatrische Patienten jenseits der 65“ und Suchtkranke behandelt werden, derer sich bereits jetzt ein multi-professionelles Team innerhalb der Inneren Medizin annimmt. „Zum 1. Januar kommt dann die allgemeine Psychiatrie dazu“, gab er sich optimistisch. Bereits jetzt laufen interne Qualifizierungsmaßnahmen, um die Pflegekräfte auf die veränderten Anforderungen vorzubereiten. Das bestätigte inzwischen auch Petra Rehling von der Mitarbeitervertretung des Hauses.

Gestartet werden soll zunächst in den vorhandenen, noch nicht renovierten Räumen. Das vor geraumer Zeit vorgestellte Raumkonzept müsse wegen der strategischen Neuausrichtung ohnehin überarbeitet werden, sagte der Geschäftsführer – immer den positiven Ausgang der Verhandlungen über die Krankenhausstruktur vorausgesetzt.

Ambulante Operationen

Noch nicht endgültig geklärt ist, welche organisatorische Form das chirurgische Angebot am Bramscher Krankenhaus haben wird . Fest stehe nur, so der Geschäftsführer: „Dr. Saemann wird neben seiner Arbeit in Ankum weiter chirurgisch-ambulant in Bramsche tätig sein.“ Ob das in Form einer Praxis, eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) oder anderer Modelle sein wird, ließ der Geschäftsführer allerdings offen.

Auch von dem bisherigen orthopädischen Angebot am Krankenhaus müssen sich die Bramscher nicht in Gänze verabschieden. Nach bisherigem Stand bleibt die Zweitpraxis mit Standort Bramsche neben der Hauptpraxis der beiden Fachärzte Breuer und Freytag in Bersenbrück bestehen. Eingriffe, die eine stationäre Aufnahme erfordern, werden ab dem 1. Oktober aber nicht mehr in Bramsche, sondern nur noch in Ankum durchgeführt.

Parallel zu den Verhandlungen auf politischer Ebene laufen seit Wochen Gespräche mit den rund 30 vom Wegfall der Chirurgie betroffenen Mitarbeitern. „Wir sind froh, dass wir meist gute Lösungen gefunden haben und niemandem betriebsbedingt kündigen mussten“, versicherte der stellvertretende Geschäftsführer und Personalleiter des Klinikverbundes, Bernd Runde.

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„Wer bleibt, muss sich neu orientieren“, sagt auch Mitarbeitervertreterin Petra Rehling, die allerdings betonte, „dass noch nicht alles unter Dach und Fach ist“. Schulungen und Fortbildungen seien angekündigt, mehrere Informationsveranstaltungen hätten bereits stattgefunden. „Uns ist immer kommuniziert worden, dass der Verbund an dem Konzept festhält.“

Das gilt ihrer Einschätzung nach auch nach dem zweiten Regionalgespräch mit seinem „für uns nicht gerade glücklichen Ausgang“. Es habe im Vorfeld keinerlei entsprechende Signale gegeben. „Aber“, so fügte Rehling frustriert hinzu, „aufschieben und verzögern, das kennen wir ja schon. Es ist ein Déjà-vu. Wir hatten mit mehr Sicherheit gerechnet.“


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