Banner an den Straßen Verkehrswacht Bramsche mahnt zum Schulbeginn zur Vorsicht

Von Björn Dieckmann

„Achtung Schulanfang!“ heißt es wieder auf den gelben Bannern der Verkehrswacht wie in Epe. Vorsicht geboten ist für Autofahrer auch beim Überholen an Bushaltestellen. Foto: Björn Dieckmann„Achtung Schulanfang!“ heißt es wieder auf den gelben Bannern der Verkehrswacht wie in Epe. Vorsicht geboten ist für Autofahrer auch beim Überholen an Bushaltestellen. Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. Wenn ein Bus mit eingeschaltetem Warnblinklicht an einer Haltestelle steht, darf er nur in Schrittgeschwindigkeit überholt werden. So weit ist es den meisten bekannt. „Kaum jemand weiß aber offenbar, dass dieses Tempolimit auch für den Gegenverkehr gilt“, meint Herbert Bockstiegel. Er ist Vorsitzender der Verkehrswacht Bramsche/Wallenhorst, die zum Beginn des neuen Schuljahres wieder mit ihren gelben Bannern mahnt: „Achtung Schulanfang!“

Um die eingangs geschilderte Situation zu komplettieren: Fährt der Bus mit eingeschaltetem Warnblinklicht die Haltestelle an, „darf er nicht überholt werden“, erklärt Bockstiegel. Während des Haltens gilt für beide Fahrtrichtungen 4 bis 7 km/h. Und: Sobald jemand die Straße überqueren will, muss der Verkehrsteilnehmer anhalten. Die Vorschriften befolgen auch nach Einschätzung von Achim Sandmann, langjähriger Busfahrer und Disponent bei der Firma Beckerman, nur wenige Autofahrer. Nach seinen Worten setzt der Fahrer das Warnblinklicht, wenn er es wegen der Verkehrslage für geboten hält oder wenn viele Schüler auf den Bus warten. „Die Geschwindigkeit reduziert dann allerdings kaum jemand. Aber wir haben unseren Anteil geleistet, damit es auf der Straße sicher ist“, sagt Sandmann.

Wer sich an das Tempolimit nicht hält, für den wird es teuer: Mindestens 160 Euro muss ein Autofahrer bezahlen, wenn er sich in einer Tempo-50-Zone wähnt. „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, so Verkehrswacht-Vorsitzender Bockstiegel . Dazu kommen zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot – „von den Konsequenzen bei einem möglichen Unfall mal ganz abgesehen“, warnt Bockstiegel.

Unwissen und Unwille

Ist es im beschriebenen Fall oft Unwissen, ist es in vielen anderen zumeist Unwille, sich mit der Verkehrssicherheit zu beschäftigen, stellt Bockstiegel immer wieder fest. Mit Sarkasmus schildert er eine Situation, die er immer wieder an Grundschulen beobachtet: „Ich kann ja verstehen, dass die Kinder bei Regen nicht durchnässt in der Schule ankommen sollen“, setzt der Verkehrswacht-Vorsitzende an. „Für die Gesundheit des Kindes kann es aber doch wohl schädlicher sein, wenn es unangeschnallt im Auto sitzt –und dann auch noch an der Schule zur Fahrbahn hin rausgelassen wird statt auf den Bürgersteig.“ Bockstiegel appelliert an die Eltern, ihre Vorbildfunktion wahrzunehmen – und wirbt im Übrigen dafür, Kinder nicht grundsätzlich mit dem Auto zur Schule zu bringen. „Sonst können die Jungen und Mädchen auf Dauer Schwierigkeiten haben, sich selbstständig sicher im Straßenverkehr zu bewegen.“

Verkehrshelfer gesucht

Die Verkehrswacht Bramsche strebt unterdessen weiterhin an, im Umfeld der Grundschulen Verkehrshelfer zum Einsatz zu bringen, um die Kinder auf dem letzten Abschnitt des Schulwegs zu unterstützen. Bisher sei die Resonanz auf entsprechende Aufrufe allerdings mehr als gering gewesen. „Wir hoffen, dass sich vielleicht ein paar ältere Menschen melden, die in der Nähe von Schulen wohnen und sich diese Aufgabe vorstellen können“, sagt Bockstiegel (Telefon 05468/500).

In den kommenden Wochen werden die Verkehrswächter zudem ihre insgesamt drei Geschwindigkeits-Messanlagen in der Nähe verschiedener Schulen installieren. Auch die Polizei und der Landkreis Osnabrück haben verstärkte Kontrollen angekündigt.


Tipps für Eltern und Autofahrer:

•Rechnen Sie stets mit unbedachtem Verhalten von Kindern.

•Fahren Sie in der Nähe von Schulen und Haltestellen noch aufmerksamer.

•Lassen Sie Kinder auf Gehwegen und an Haltestellen nicht aus den Augen: Sie könnten plötzlich auf die Fahrbahn laufen.

•Nähert sich ein Bus einer Haltestelle mit eingeschaltetem Warnblinklicht, gilt Überholverbot.

•Hält ein Bus an der Haltestelle mit Warnblinklicht, fahren Sie mit Schrittgeschwindigkeit vorbei (gilt auch für den Gegenverkehr).

•Kinder ahmen das Verhalten ihrer Eltern ungefiltert nach. Seien Sie deshalb im Straßenverkehr Vorbild.

•Üben Sie den Schulweg mit Ihren Kindern vor der Einschulung mehrmals.

•Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder genügend Zeit für den Weg zur Schule haben und den Schulbus ganz ohne Eile erreichen können.

•Gelbe Fußstapfen an vielen Querungsstellen zeigen, wo Kinder die Fahrbahn sicher überqueren können.