Differenzen um Psychiatrie Enttäuschung nach Gesprächen über Bramscher Klinik

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Bleibt es bei den Plänen für das Bramscher Krankenhaus? Nach dem Regionalgespräch tauchen neue Fragen auf. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeBleibt es bei den Plänen für das Bramscher Krankenhaus? Nach dem Regionalgespräch tauchen neue Fragen auf. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Neue Fragezeichen über dem Bramscher Krankenhaus: Die Ameos-Kliniken könnten sich vorstellen, am vor der Schließung stehenden Albertinen-Krankenhauses in Dissen eine Psychiatrie einzurichten. Das würde das Konzept der Niels-Stensen-Kliniken zur Sicherung des Standortes Bramsche in Frage stellen. Nach dem Regionalgespräch zur Krankenhausstruktur in der Region sprach Bürgermeisterin Liesel Höltermann deshalb von einem „enttäuschenden Termin“.

Mitte Juli schien noch alles klar: Der Planungsausschuss beim Niedersächsischen Sozialministerium gab grünes Licht für eine Neustrukturierung des Bramscher Krankenhauses in Richtung Psychiatrie und Psychosomatik, offenbar ungeachtet der Tatsache, dass der private Betreiber Ameos einen Versorgungsauftrag für die Region im Bereich Psychiatrie hat. In der Zwischenzeit wurden, wie jetzt bekannt wurde, in politischen Kreisen Forderungen laut, das Land müsse sich verstärkt um die Behandlung von Kriegs-Flüchtlingen bemühen. Die Nähe zur Landesaufnahmebehörde könnte die Bramscher Klinik für die Versorgung dieser psychisch schwerst traumatisierten Menschen prädestinieren. Nach dem Regionalgespräch sind all diese Überlegungen erst einmal wieder in Frage gestellt.

Auch wenn sie den Ameos-Vorschlag eher als „Provokation“ wertete, solle nun die Versorgung mit psychiatrischen Betten in der Region erneut „ergebnisoffen verhandelt werden“, so Höltermann. Ein weiteres Regionalgespräch wurde für den Dezember anberaumt, das „finale Gespräch“ ist für Anfang 2015 terminiert. „Es zieht sich alles unheimlich hin“, kritisierte die Bürgermeisterin die „ Hängepartie“. Von der Vorstellung, im kommenden Jahr mit der Sanierung beginnen zu können, müsse man sich wohl verabschieden. „Man hat den Eindruck, es geht eher einen Schritt zurück als nach vorn. Dabei sind wir zu dem Gespräch gegangen mit der Vorstellung, es werden Nägel mit Köpfen gemacht in Richtung finanzieller Zusagen. Ich bin völlig ratlos weggegangen“, zeigte sich Höltermann frustriert. „Jetzt muss sich der Träger etwas einfallen lassen.“

Die Spitze der Niels-Stensen-Kliniken rief unmittelbar nach Ende der Gespräche die Mitarbeiter zu einer Info-Veranstaltung zusammen. Geschäftsführer Werner Lullmann zeigte sich ebenso wie die Bürgermeisterin „enttäuscht“ vom Verlauf der Verhandlungen, unterstrich aber mit Nachdruck: „Wir halten an unserem Konzept fest, obwohl wir es gern schneller durchgezogen hätten.“ Das Sozialministerium sieht Lullmann ebenso auf seiner Seite wie auch die Mehrheit der Kassen. Lediglich den Termin, die Psychiatrie zum 1. Oktober an den Start gehen zu lassen, werde sich nicht einhalten lassen. Bis hier Klarheit herrscht, bleibe die Geriatrie in Bramsche bestehen. Die Chirurgie allerdings wird definitiv nach Ankum verlagert. „Das ziehen wir jetzt durch“, sagte Lullmann.


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