BN-Serie „Urlaub in Bramsche“ Hannoveraner Paar liebt Kalkrieser Ruhe

Von Christoph Lützenkirchen

Mit ihren Husky-Hunden fühlen sich Udo und Heike Ilsemann (von rechts) in Kalkriese wohl. Campingplatz-Betreiber Kai Stickelbrock (links) begrüßt die Gäste immer wieder gerne. Foto: Christoph LützenkirchenMit ihren Husky-Hunden fühlen sich Udo und Heike Ilsemann (von rechts) in Kalkriese wohl. Campingplatz-Betreiber Kai Stickelbrock (links) begrüßt die Gäste immer wieder gerne. Foto: Christoph Lützenkirchen

Kalkriese. Raststätte Dammer Berge, August 2010: Heike und Udo Ilsemann sitzen in ihrem Wohnmobil. Ein paar Tage Urlaub bleiben noch. Wohin jetzt? Der 48-jährige IT-Manager hat in Osnabrück studiert. „Die Gegend ist schön“, erinnert er sich. Im ADAC-Campingführer findet das Paar einen Campingplatz, klein, ruhig und mitten im Grünen. „Waldwinkel“ hört sich gut an, entscheiden die beiden. Mittags erreichen sie den Platz am Fuß des Kalkrieser Bergs. Es ist Liebe auf den ersten Blick.

„Eigentlich wollten wir nur ein oder zwei Nächte bleiben“, erzählt die 52-jährige Ergotherapeutin Heike Ilsemann. Doch den Hannoveranern gefiel es auf Anhieb so gut im Waldwinkel, dass sie gleich eine Woche buchten. Auf die Frage, was denn so spontan und nachhaltig Eindruck auf sie gemacht habe, nennen sie als Erstes die Ruhe am Platz. Zudem fühlten sie sich gleich durch die Landschaft angesprochen. Die Stadt Bramsche sei nah. Dort finde man immer einen Parkplatz und hervorragende Einkaufsmöglichkeiten, vom Bäcker über das Kaufhaus bis zur Eisdiele. Die Innenstadt gefällt den beiden Großstädtern. „Bramsche hat Flair“, sagt Udo Ilsemann. Ganz wichtig: die direkte Umgebung des Campingplatzes. Mit ihren beiden Huskys, einem Rüden und einer Hündin, sind sie täglich unterwegs. „Wir laufen zwischen zehn und 20 Kilometer am Tag mit den Hunden“, sagt Ilsemann. In Kalkriese sei es wärmer als zu Hause in Hannover und die Luft sei besser. Außerdem ist ihm aufgefallen, dass mehr Leben im Wald ist. Man treffe auf Rehwild und könne Greifvögel beobachten. Ihre Wanderungen führten das Paar unter anderem schon zum Wasserschloss Alt-Barenaue oder dem Museum Varusschlacht. Im Unterschied zu den Radwanderwegen seien die Wanderwege oft unzureichend ausgeschildert, bemängeln die Ilsemanns allerdings. Offenbar seien diverse Wegweiser der forstlichen Bewirtschaftung zum Opfer gefallen. „Und man muss recht häufig auf Straßen laufen“, sagt Udo Ilsemann.

Mindestens genauso wichtig wie die reizvolle Umgebung ist für die Gäste aus Hannover aber die Atmosphäre auf dem Campingplatz . „Man kann hier hervorragend relaxen“, erzählen sie: „Und als wir 2011 zum zweiten Mal kamen, hat Kai uns gleich wiedererkannt.“ Überhaupt der Kai. Heike und Udo Ilsemann sind voll des Lobes für ihren Gastgeber Kai Stickelbrock. Er hat den Platz seit einigen Jahren gepachtet und Schritt für Schritt nach seinen Vorstellungen umgestaltet. Das kommt an bei den Gästen. Zum Beispiel das Oktoberfest: Die Teilnehmer hatten sich fest dafür angemeldet. Stickelbrock verteilte Platzkärtchen und achtete darauf, dass Menschen zusammensaßen, die sich noch nicht kannten. „Die soziale Situation hier ist einzigartig“, sagt Udo Ilsemann. Schnell knüpften die Hannoveraner, die meist für ein verlängertes Wochenende in Kalkriese sind, Kontakt zu den Dauercampern. Man sitzt zusammen auf der Terrasse des kleinen Kiosks, den Stickelbrocks Vater bewirtschaftet. Man schaut gemeinsam Fußball oder trifft sich abends zum Quatschen. „Und wenn mir was zum Kochen fehlt, weiß ich, dass ich ruhig fragen kann“, so Heike Ilsemann. Kein Wunder, dass der Waldwinkel für die beiden Wohnmobilisten zum zweiten Zuhause geworden ist. „In diesem Jahr sind wir schon sechsmal hier gewesen, in Summe waren es wohl 30 Tage“, erzählen sie. Udo Ilsemanns Kollegen wundern sich darüber, sie begeistern sich für Fernreisen. Ilsemann sucht etwas anderes. „Hier kann man sich selbst wieder erleben“, sagt der IT-Manager. Kai Stickelbrock weiß, das ist für viele seiner Gäste wichtig. „Die Leute wollen runterfahren“, sagt er. Der Campingplatz Waldwinkel bietet dafür offenbar optimale Voraussetzungen.