Mit Tomahawk und Schmiedehammer Ferienspaß-Indianer in Ueffeln unterwegs


eyh Bramsche. Eine Verwandlung erlebten jetzt einige Ferienspaßkinder. Während sie in der Alten Webschule in die Rolle eines Schmiedes schlüpften, mutierten sie in Ueffeln zu Indianern.

Wie echte Indianer konnten sich am Donnerstag acht Kinder bei der Ferienspaßaktion der Bücherei Ueffeln fühlen. Um sich besser in das richtige Indianerleben hineinversetzen zu können, hörten die Kinder erst die spannende Geschichte „Der Zaubermann“. Dazu hatten die Mitarbeiterinnen der Bücherei ein Tipi – ein Indianerzelt – und „ein nicht ganz echtes Lagerfeuer“ im Gemeindehaus aufgebaut, wie Britta Plohr erklärt. Dann ging es an das Basteln. Schließlich braucht ein richtiger Indianer auch schönen Kopfschmuck mit Federn und ein Beil, das sogenannte Tomahawk. Die Kinder gaben sich außerdem noch Namen, wie sie als Indianer angesprochen werden möchten. So wird aus Björn „kleiner Adler“ und aus Elisabeth „brüllende Löwin“.

Geduld beim Schmieden

Ohne Schürze, Handschuhe und Schutzbrille ging in der Alten Webschule gar nichts. „Sonst haben wir nachher Löcher in den Klamotten – und in den Leuten!“, scherzt Andreas Hutfleß. Er und sein Kollege Christian Schawe von Games and Ropes zeigten rund 20 Kindern, wie aus einem Stück Metall ein Messer wird. Zuerst mussten die Eisenstangen mit einer Metallsäge in 30 Zentimeter lange Stäbe zersägt und ein Feuer entfacht werden. An der offenen Esse wurden die Stangen nun zum Glühen gebracht. Hammer und Amboss standen schon bereit, und wenn die Frage „Amboss frei?“ bejaht wurde, ging es mit dem Hammer ans Werk. Zuerst mussten die Enden spitz geformt werden. Dann kennzeichnete eine Kerbe, wo die Messerklinge beginnen soll.

In der Pause gab es Heißwürstchen zur Stärkung, „denn schmieden kostet Kraft“, sagt Andreas Hutfleß. Eines war klar: Als Schmied braucht man sehr viel Geduld. Nach der Pause konnten es die Kids gar nicht erwarten, sich wieder an die Arbeit zu machen. Damit die Messerklinge entsteht, musste das Metall ganz platt geklopft werden. Aber zuerst wurde das Stück Eisen erst mit einer Drahtbürste sauber gemacht. „Sonst brennt sich der Dreck von der Kohle ins Metall ein“, wusste Lukas.

Das schöne Wetter brachte die Kinder auf eine Idee. Nun gab es zwei Teams: eins auf der Sonnen- und eins auf der Schattenseite. So entstand ein kleiner Wettkampf, und die Kinder, aber auch Andreas Hutfleß und Christian Schawe schielten immer wieder zur gegnerischen Seite hinüber, wer schon weiter sei.

Als aus der Eisenstange eine Messerklinge und schließlich ein ganzes Messer wurde, ist der Stolz der Kinder spürbar. Marianne Pinke-Zimmermann erklärt die Begeisterung der Kinder damit, dass es sich beim Schmieden um einen schöpferischen Prozess handele. „Die Kinder sehen, wie etwas durch ihre eigene Arbeit entsteht, und dürfen es sogar mit nach Hause nehmen.“