Antrag an den Ortsrat Tempolimit an Alfhausener Straße in Hesepe?

Von Björn Dieckmann

Mit dem Ortsratsmitglied Dieter Kruckmann (vorne, kniend) werben auch einige Anlieger bei einem spontanen Ortstermin für Tempo 30 an der Alfhausener Straße. Foto: Björn DieckmannMit dem Ortsratsmitglied Dieter Kruckmann (vorne, kniend) werben auch einige Anlieger bei einem spontanen Ortstermin für Tempo 30 an der Alfhausener Straße. Foto: Björn Dieckmann

Hesepe. Einen neuen Vorstoß für ein geringeres Tempolimit auf der Alfhausener Straße in Hesepe hat Ortsratsmitglied Dieter Kruckmann (Bündnis 90/Die Grünen) gestartet: Er will erreichen, dass die viel befahrene Straße von der Gaststätte Bischof-Reddehase bis zum Beginn des Industriegebiets als Tempo-30-Zone ausgewiesen wird.

Pkw und Trecker, vor allem aber die Lastwagen: „Es ist zu viel, zu gefährlich und zu laut“, meint Kruckmann. Entlang der Alfhausener Straße hat er Plakate aufgehängt: „30 sind schnell genug“ ist dort zu lesen. Handzettel hat Kruckmann ebenfalls bereits in die Briefkästen der Anlieger geworfen, um auf sein Vorhaben aufmerksam zu machen: „Ich habe einen Antrag an den Ortsrat gestellt, die Straße optisch zu verschlanken“, erklärt der Grünen-Abgeordnete. Dafür sei es ausreichend, an den Fahrbahnrändern gestrichelte Linien aufzubringen. „Die Straße macht dann einen schmaleren Eindruck, zugleich bleibt Radfahrern und Fußgängern etwas mehr Raum“, wirbt Kruckmann für seine Idee. Zugleich solle die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 vermindert werden.

Tempo 30 auf der Alfhausener Straße – war da nicht mal was? Richtig, neu ist die Idee nicht. Schon Ende 2011 war eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Ortsrat diskutiert worden. Damals war man davon ausgegangen, dass dies nur im Zusammenhang mit baulichen Veränderungen an der Straße zulässig sei. „Leider sind wir damals von falschen Voraussetzungen ausgegangen“, bedauert Kruckmann. Schon seit 2001, so habe er nun recherchiert, sei es unter erleichterten Voraussetzungen möglich, Tempo-30-Zonen einzurichten.

Ob Kruckmanns Vorschlag auf positive Resonanz in der nächsten Ortsratssitzung am 13. Oktober stößt, ist noch nicht ausgemacht. „Bisher habe ich noch gar nichts gehört“, ist der Grüne etwas enttäuscht. Ortsbürgermeister Horst Sievert erklärte auf BN-Anfrage, wenn es neue Möglichkeiten für ein Tempolimit gebe, sei dies „im Sinne der Anlieger sehr zu begrüßen. Dann gehe ich davon aus, dass wir das unterstützen würden.“ Von Seiten der Stadt habe es bisher keinen Anlass gegeben einzugreifen, sagt Sprecherin Dagmar Paschen. „Die Alfhausener Straße ist kein Unfallschwerpunkt“, sagt sie. Früher sei sie Teil der Bundesstraße gewesen und habe dadurch eine Breite, „die Tempo 50 zulässt“. Paschen verweist zudem auf eine Verkehrsmessung aus dem Jahr 2010. Dabei sei innerhalb einer Woche eine Durchschnittgeschwindigkeit von knapp über 40 km/h ermittelt worden. Gezählt wurden rund 15000 Fahrzeuge.

Die Unterstützung einiger Anlieger hat Kruckmann indes schon: Bei einem Ortstermin macht beispielsweise Karl-Heinz Zühlke seinem Ärger darüber Luft, „dass wir seit Jahren schon keine Lösung finden für unsere Straße.“ Ein zwischenzeitliches Durchfahrtverbot für Lkw war unzulässig und musste deshalb aufgehhoben werden. Für einen Umbau, wie er einst angedacht war, wären die Anliegerbeiträge viel zu hoch gewesen, das Vorhaben wurde nach langen Debatten ad acta gelegt, erinnern auch Siegfried Kasan und Maik Buschmeyer daran, „dass wir schon lange auf einen zufriedenstellenden Vorschlag warten“.

Dieter Kruckmann sieht sich dadurch beflügelt: „Ich hoffe, dass wir nun endlich einen Weg finden, der uns mehr Ruhe an der Alfhausener Straße bringen kann. Wir werden auf jeden Fall jetzt nicht mehr lockerlassen. Es muss einfach etwas passieren.“