Ausstellung von Ufke Cremer Bramscher zeigt nach 50 Jahren erstmals Bilder

Von Holger Schulze

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Im Waldhotel Renzenbrink zeigt Ufke Cremer erstmals eine größere Auswahl seiner Werke. Foto: Holger SchulzeIm Waldhotel Renzenbrink zeigt Ufke Cremer erstmals eine größere Auswahl seiner Werke. Foto: Holger Schulze

Achmer. Es gibt Talente, die melden sich früh zu Wort. Werden über Jahrzehnte gepflegt, fortgebildet und schließlich zu beachtenswerten Fähigkeiten entwickelt. Und dennoch scheint es ihnen auch dann beschieden zu sein, weiterhin überwiegend im Verborgenen zu blühen. Ein solches, herangereiftes Talent stand am Samstag für eine kurze Zeit im Fokus einer breiteren Öffentlichkeit. Ufke Cremer eröffnete seine Ausstellung „Idylle und Desaster – die Welt des Menschen“ im Waldhotel Renzenbrink.

Er war noch im Vorschulalter, als Ufke Cremer verkündete, er wolle Maler werden. Mit etwa sieben Jahren fand ein erstes seiner Werke den Weg in die Öffentlichkeit. Ein von ihm im Rahmen des Kunstunterrichtes gemalter Igel beeindruckte die Kunstlehrerin derart, dass sie das Frühwerk eingerahmt in der Schule aufhing.

Das Bild verschwand, und mit ihm für ein halbes Jahrhundert auch Cremers Bedürfnis, seine Bilder außerhalb der eigenen vier Wände oder bestenfalls noch im Freundes- und Bekanntenkreis zu zeigen. „Lange habe ich mich schwer damit getan, meine Bilder auszustellen. Ich habe es nie ernsthaft vorangetrieben“, bekannte der Stadtratsherr der Grünen bei der nun doch stattfindenden Vernissage.

Ein wenig wird diese Scheu auch in den äußeren Rahmenbedingungen der Ausstellung deutlich. Denn das Waldhotel öffnet die Räumlichkeiten, in denen rund 30 Werke von Cremer jetzt hängen, regulär nur für geschlossene Gesellschaften. Wer Cremers Bilder jetzt nach der Vernissage noch betrachten möchte, hat die besten Chancen hierfür dienstags von 15 bis 20 Uhr, wenn sich die Biker im Renzenbrink treffen.

Und das ist schade. Cremer versteht sich nicht nur in der Handhabung einer filigranen Aquarellmalerei oder beherrscht die Pinseltechnik mit Öl auf Leinwand, durch die er einen frappierend echt wirkenden Fotorealismus zeichnet. Seine Bilder kommunizieren auch einen hintergründigen Humor, eine feinsinnige Ironie, manchmal eine freundliche Provokation, und dies stets aus einer inneren Haltung heraus, die davon ausgeht, dass die Welt ohne den Menschen nicht so gefährlich, aber auch nicht so lustig wäre.

Malen bedeutet für Ufke Cremer neben Entspannung „das Einfangen von Erinnerungen und die visuelle Umsetzung bestimmter Witze“. Vielleicht bleibt die jetzt eröffnete Ausstellung im Verborgenen ja nicht die einzige Gelegenheit, über die Bilder von Ufke Cremer ein wenig an dessen Freude teilzunehmen, „dass die Welt noch nicht ganz kaputt ist und immer wieder neue Blüte hervorbringt“.


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