Eindrucksvolle Demonstration Bramscher Jäger prüfen Drohnen-Aufklärung

Von Heiner Beinke


Achmer. Drohnen können helfen, Rehkitze, Hasen oder auch Bodenbrüter vor dem Mähtod zu bewahren. Davon sind Hermann und Wilhelm Hasemann nach einer Demonstration auf Flächen der Stiftung Hof Hasemann überzeugt. So sehr, dass sie nun Überzeugungsarbeit bei Jägern, Naturschützern und Landwirten leisten wollen, um die Möglichkeiten der Technik schnellstmöglich zu nutzen.

„Das ist stark, wirklich eindrucksvoll.“ Wilhelm Hasemann blickt gebannt auf den Monitor, wo ein hellroter Fleck einen Hasen markiert, der an einem Feldrand hockt. Aufgenommen hat das Bild eine Wärmebildkamera, die wiederum an einer Drohne über die Wiese schwebt. Der Miniaturhubschrauber selbst ist nicht zu sehen, an diesem Morgen wabert dichter Nebel über den Wiesen der Stiftung Hof Hasemann . Gesteuert wird er von Joseph Metz, dem Geschäftsführer der Height-Tech GmbH . Er ist von der Zuverlässigkeit der Technik überzeugt. „Wir haben schon bei starkem Sonnenschein eine Rotte Wildschweine in einem Maisfeld ausgemacht“, verweist er auf die Empfindlichkeit der Wärmebildkamera, die mit der Drohne binnen weniger Minuten einsatzfähig ist.

Neugierig geworden ist Wilhelm Hasemann durch unseren Bericht über Martin Nobbe, der professionelle Drohnenfliegerei in Engter anbietet . Der hatte als ein Anwendungsbeispiel das Überfliegen von Äckern und Wiesen aufgeführt, um dort Wild vor der Mahd aufzuspüren. Die Tiere vor dem schrecklichen Tod durch Mähdrescher zu bewahren ist dem Jäger, Landwirt und Naturschützer Wilhelm Hasemann genauso ein Anliegen wie seinem Bruder Hermann: „Die Tiere haben bei den modernen Maschinen mit großen Schnittbreiten und hohem Tempo ja gar keine Chance. Das sind immer wieder schreckliche Bilder.“

Jungtiere aufspüren

Das besondere Problem: Jungtiere seien nur schwer aufzuspüren, weil sie kaum Witterung aufgeben. Bei Gefahr laufen sie nicht weg, sondern verfallen instinktiv in eine Starre. Zudem reiche es nicht, sie nur kurz zu vertreiben. Schnellstmöglich würden sie wieder zu ihrem Versteck zurückkehren. Sie müssten also möglichst unter Aufsicht bleiben, wobei es wichtig sei, dass sie dabei nicht den menschlichen Geruch annehmen.

Da wäre es schon hilfreich, wenn man genau wüsste, wo das Wild in der Wiese oder dem Acker hockt. Das lässt sich mit der Drohne leisten, wie die Demonstration bewiesen hat. „Man hat sofort das Ergebnis und kann gleich handeln“, stellt auch Reinhard Stock von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt fest, den die Hasemanns zur Demonstration eingeladen hatten. „Das könnte durchaus aussichtsreich sein“, lautet sein Fazit.

Werbung bei Jägern

Insbesondere in der Jägerschaft wollen Wilhelm und Hermann Hasemann in den kommenden Wochen intensiv für die neue Technik werben, die auch beim Wildmonitoring, also beim Überwachen des Bestandes, interessant sein könnte. „Wir sehen uns da aber auch hier mit der Stiftung durchaus in der Pflicht“, ist Wilhelm Hasemann bereit, auf den Stiftungsflächen einen richtigen Praxistest durchzuführen. Für ihn sollte es allerdings auch zum Selbstverständnis eines Landwirtes gehören, alles Vertretbare zu unternehmen, um Wildtiere zu schützen. Was aber ist vertretbar oder besser: bezahlbar? Da es an Erfahrungswerten mangelt, hielten sich Metz und Nobbe, der als Dienstleister vor Ort erster Ansprechpartner ist, mit Kostenschätzungen zurück. Für Nobbe ist die zentrale Frage zunächst, ob es sich lohnt, die rund 10000 Euro in ein Wärmebildsystem zu investieren. Um wenigstens eine Größenordnung vorzugeben, nannte Metz schließlich eine Summe von 20 bis 30 Euro je Hektar als Basis für genauere Kalkulationen. Je mehr Jäger und Landwirte Interesse an der Aufklärung per Drohne haben, desto günstiger wird der Einsatz.