Märchen mit Sabine Meyer Versponnenes im Bramscher Tuchmacher-Museum

Von Holger Schulze

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Sabine Meyer (rechts) erzählte auf lebendige Art Märchen im Tuchmacher-Museum, musikalisch begleitet duch Flötistin Bärbel Baum. Foto: Holger SchulzeSabine Meyer (rechts) erzählte auf lebendige Art Märchen im Tuchmacher-Museum, musikalisch begleitet duch Flötistin Bärbel Baum. Foto: Holger Schulze

Bramsche. „Stroh zu Gold – Spindeln, Schiffchen, Märchenhelden“, so heißt nicht nur die aktuelle Sommerausstellung im Tuchmacher-Museum. Reichlich gesponnen wurde auch in den Geschichten für Kinder und Erwachsene, die Sabine Meyer vom Erzähltheater Osnabrück jetzt in die Kornmühle mitgebracht hatte.

Musikalisch begleitet durch die Flötistin Bärbel Baum, die alte Tänze und aktuelle Improvisationen zum Programm beitrug, wurde von der Erzählerin eifrig der Faden von etlichen Märchen gesponnen und gewoben , sodass die imaginären Spindeln nur so surrten und dass die Stoffe verwebenden Schiffchen derart herrlich hin und her flogen, dass es, hauptsächlich für die Kinder, nur so eine Freude war.

Nach der ihr eigenen Art hatte Sabine Meyer bereits nahezu in den Augenblick, als sie völlig unangekündigt die Kornmühle betreten hatte, Ruhe im Raum und die Aufmerksamkeit für sich gewonnen.

Ein Röcklein für den Mond machte den Anfang der Erzählungen. Dies wollte jedoch, je nach dem ab- oder dem zunehmenden Zustand des Saturnsatellits, niemals passen.

„Vor langer Zeit“, so ging es anschließend prompt weiter. „Des Kaisers neue Kleider“ dürfte den meisten Zuhörern bekannt gewesen sein. Doch durch die lebendige Vortragskunst von Sabine Meyer entstand die Geschichte wieder neu und spannend.

Das konzentrierte Zuhören der Kinder auf dem ausgebreiteten Teppich vor der Erzählerin ließ auch dann nicht nach, als Sabine Meyer einen kleinen Spatz zum Finder eines Baumwollsamens werden ließ, aus dem letztendlich Kleider entstanden.

Nach dieser Geschichte aus Persien ging die Reise weiter nach China. Ein Halbwaisenmädchen stieß hierin bei der Suche nach Brennholz auf ein leerstehendes Haus, das aber bewohnt erschien und in dem reichlicher Ordnungsbedarf bestand. Als sie alles aufgeräumt und sauber gemacht hatte, trat der Besitzer des Haus durch die Eingangstüre. Ein gutes Stück des Bartes dieses alten Mannes wurde ihr nicht nur als Geschenk für ihren Fleiß mitgegeben, sondern dieser verwandelte sich in einen endlosen Faden, der fortan für den Unterhalt von Mutter und Tochter sicherte.

Die Geschichte von der faulen Spinnerin, die ihre Arbeitsscheu geschickt mit weiblicher List zu verteidigten wusste, führte schließlich zu Dornröschen und dem fatalen Spindelstich hin. Und damit zum Ende der Reise durch die Erzählungen von Spindel und Faden, von Hilfsbereitschaft und Belohnung, von List und Erfolg und von der Aufhebung eines Fluches durch die Macht der Liebe.


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