Strom für Smart aus Fotovoltaikanlage Bramscher Pizzabäcker fährt mit der Kraft der Sonne

Von Christoph Lützenkirchen

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Setzen auf die Energie der Sonne: Pizzabäcker Anselm Uphues (links) und Christian Timm. Foto: Christoph LützenkirchenSetzen auf die Energie der Sonne: Pizzabäcker Anselm Uphues (links) und Christian Timm. Foto: Christoph Lützenkirchen

Bramsche. Auf dem Dach blitzen Solarmodule. Vor der Tür steht ein E-Smart. Der Bramscher Pizzabäcker Anselm Uphues setzt auf erneuerbare Energien. Einen möglichst großen Teil des Stroms vom Dach will er selbst verbrauchen. Der Smart soll dazu wesentlich beitragen.

Mit seiner Reichweite von circa 130 Kilometern passt der Kleinstwagen optimal zum Geschäft von Uphues Firma Pizza Flitza. „Wenn wir abends die Pizzen ausliefern, fahren wir zwischen 100 und 130 Kilometer pro Fahrzeug“, sagt Uphues. Das klingt nach einer idealen Lösung. Ist es auch, wenn ein idealer Fahrer hinter dem Steuer des E-Smart sitzt.

Vor ein paar Wochen wurde das Auto ausgeliefert. „Natürlich wollten ihn alle gleich testen“, erzählt Uphues grinsend. Der kleine Elektroflitzer überrascht: Wenn man das Gaspedal bis zum Anschlag durchtritt, legt der Smart einen hurtigen Spurt hin. Das macht Spaß, zumal das Ganze gespenstisch leise vonstattengeht. Wer am spritzigen Antritt des Kleinen zu großen Gefallen findet, stößt allerdings rasch an die physikalischen Grenzen des flotten Stromers.

„Einer hat die Batterie schon nach 65 Kilometern leer gefahren“, sagt Uphues. Unter den mehr als 30 Aushilfen, die für ihn unterwegs sind, finden sich aber auch begabte Sparfüchse. Ohne dass er eigens darum gebeten worden war, legte ein Mitarbeiter erstaunliche 140 Kilometer mit einer Batterieladung zurück. „Weil er sich gut auskennt und die Adressen schnell findet, war er nicht mal langsamer, “, so der Pizzabäcker. Er glaubt, dass die Fahrten mit dem E-Smart den Umgang seiner vielen jungen Mitarbeiter mit Energie verändern werden. Das Elektroauto könne man eben nicht mal schnell volltanken. Aus dem Kreis der Fahrer sei schon der Vorschlag für einen internen Wettbewerb um die längste Strecke gekommen.

Der E-Smart fährt nicht an die Tankstelle, sondern zur hauseigenen Ladesteckdose. Dort soll er so oft wie möglich Sonnenstrom tanken. Das Konzept für Fotovoltaikanlage und Smart hat die Bramscher Firma Vistacon ausgetüftelt. Christian Timm, Geschäftsführer von Vistacon, erklärt: „Durch die firmeneigenen Kühlräume hat Pizza Flitza einen konstant hohen Stromverbrauch. Weil der Betrieb erst nachmittags um fünf startet, haben wir drei Viertel der Fotovoltaikanlage nach Süden und ein Viertel nach Westen ausgerichtet. So lässt sich die Nachmittagssonne optimal nutzen.

Ideale Konstellation

Schon ohne den Smart geht die Hälfte des erzeugten Stroms direkt in den Eigenverbrauch.“ Der Smart soll die Eigenverbrauchsquote auf bis zu 90 Prozent steigern. Damit das gut funktioniert, wurde das Auto eigens in einer Ausführung bestellt, die die Batterie sieben Stunden lang lädt. „Wenn die Sonne viel Strom liefert, wird das Auto nicht gebraucht und kann laden“, sagt Timm: „Die Konstellation ist ideal. Es wird kaum noch Solarstrom ins Netz eingespeist.“

Rechnet sich der Aufwand für den Pizzabäcker? „Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht“, sagt Uphues, er habe die Entscheidung aus dem Bauch heraus getroffen. Es sei einfach ein gutes Gefühl, den selbst erzeugten Strom auch selbst zu nutzen. Vistacon-Geschäftsführer Timm kann eine Zahl beisteuern: „Der Sonnenstrom vom Dach kostet acht bis neun Cent pro Kilowattstunde. Beim Energieversorger zahlt man durchschnittlich 26 Cent.“


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