„Schätze des Niltals“ eröffnet Faszination Geschichte im Bramscher Bahnhof

Von Holger Schulze

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Bramsche. Für Joachim Weyer war es „ein Tag der Freude“, als er am frühen Samstagnachmittag in seiner Funktion als Vorsitzender des Fördervereins der „Stiftung der naturkundlichen Sammlungen Th. Thomas “ in die Ausstellung „Schätze des Niltals“ im Bahnhof einführte.

Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit, etliche ehrenamtlich geleistete Stunde mit Putzeimer und Scheuerbürste, um das Gebäude in einen ausstellungsfähigen Zustand zu versetzen, mussten neben der Konzepterstellung, der Sponsorensuche und letztlich dem Aufbau der Ausstellung bewältigt werden, damit dieser „erste Schritt zur Umsetzung der Visionen von Thorsten Thomas, eine private Sammlung naturkundlicher Ausrichtung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“ möglich wurde, wie Joachim Weyer ausführte.

„Wir sind froh, dass wir die Gelegenheit bekommen haben zu zeigen, dass wir eine Ausstellung auf die Beine stellen und präsentieren können“, ließ Joachim Weyer das geladene Publikum wissen, bevor Bürgermeisterin Liesel Höltermann und Thorsten Thomas selbst die Begrüßungsworte fortsetzten.

Seit 2009 verfolgt Thorsten Thomas sein Vorhaben mit einer bemerkenswert beharrlichen Zielstrebigkeit und nicht nachlassendem Einsatz. Objekte sammeln ist dabei nur ein Aspekt. Hinzu kommen viele kleine Schritte, wie beispielsweise Benefizkonzerte oder Abende an der Volkshochschule, um dem Ziel durch die Beschaffung finanzieller Mittel Stückchen für Stückchen immer näherzukommen.

„Ich bin selbst überrascht, was wir in den letzten Jahren zusammentragen konnten. Jetzt kann man hier sehen, wie alles zusammenwirkt“, charakterisierte Thomas das Ergebnis all seiner Bemühungen.

„Geschichte hat mich immer fasziniert. Die kulturelle Entwicklung ist anhand dieser Sammlung wunderbar nachvollziehbar“, beschrieb Thorsten Thomas sein Projekt, während er den Besuchern die Ausgangstür offen hielt.

„Medizin und Hygiene“, „Religion und Gotteskult“, Schrift und Papyrus“, „Astronomie“, „Kunst und Alltag“ sowie „Architektur“ sind die Themenbereiche, mit denen sich die Ausstellung, neben einer allgemeinen „Einführung in das Zeitalter“, beschäftigt.

Zudem gab es am Samstag eine Überraschung für die Ausstellungsmacher selbst. Rainer Leive, ehemals freier Mitarbeiter der Ägyptischen Museums in Berlin, war zur Eröffnung gekommen. Sein Forschungsinteresse gilt dem Verbleib der Expeditionsfunde des Generalleutnants Heinrich Menu von Minutoli, der in den Jahren 1820/1821 in Ägypten unterwegs war. 97 der 127 Kisten mit den damals gesammelten Fundstücken gingen auf dem Weg per Schiff nach Berlin in der Elbmündung verloren. Darunter auch „der vergoldete Schädel des Erbauers der Stufenpyramide, Pharao Djoser“, dessen vermeintliches Original inzwischen wieder aufgetaucht ist und gegenwärtig in der Gerichtsmedizin Hamburg auf seine Echtheit hin untersucht wird. Von diesem Kopf existieren weltweit nach den Angaben von Rainer Leive nur zwei Kopien. Eine davon hatte er mitgebracht. Diese Kopie wird ab Montag als Leihgabe die Ausstellung von Thorsten Thomas zusätzlich bereichern.

„Die neue Nutzung des Bahnhofs ist super“, befand Günter Nannen bei seinem Besuch am Samstagnachmittag. „Es ist ein Gebäude mit einem gewissen Charme, der mit dieser Ausstellung noch viel besser zur Geltung kommt. Die Ausstellung selbst ist sehr interessant, weil man hier die Alltagskultur und andere Aspekte beleuchtet, die nicht Schwerpunkt der Mumienausstellung in - Kalkriese sind“, gab der Leiter der Bramscher Stadtbücherei seine Eindrücke wieder.

„Ich bin begeistert, wie alles aufgestellt ist, wie es gemacht wurde. Man kann sich hier ohne Mühe mindestens zwei Stunden aufhalten“, lobte auch Lore Müller aus Neuenkirchen-Vörden die Ausstellung.

Ferienerinnerungen auffrischen, das war für Leona Garrelts eine Motivation, die „Schätze des Niltals“ noch einmal in Kopie aber dafür aus der Nähe zu betrachten. „Ich war schon zwei Mal im Urlaub in Ägypten, mit Nilfahrt und Tempelbesuch. Etliches erkenne ich hier wieder“, erzählte sie bei ihrem Gang zu den Vitrinen.


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