Konzert am Dienstag „Fluchtschiff“ legt in Bramsche an

Die Flöße fahren über den Main, den Neckar, den Rhein und dann auf dem Mittellandkanal nach Berlin. Am Dienstag machen sie in Bramsche Station. Foto: Fluchtschiff/LangeDie Flöße fahren über den Main, den Neckar, den Rhein und dann auf dem Mittellandkanal nach Berlin. Am Dienstag machen sie in Bramsche Station. Foto: Fluchtschiff/Lange

S./wek Bramsche/ Osnabrück. Die Flüchtlingsfloßtour macht am kommenden Dienstag Station in Bramsche. „Wir wollen den Flüchtlingsfrauen hier in Bramsche ein herzliches Willkommen bereiten“, sagt Annette Specht von der Bramscher Initiative für das Miteinander der Kulturen. Deshalb bitten Specht und Mitorganisatorin Barbara Brosch um Unterstützung, wenn es am Dienstag, 19. August, darum geht, die Gruppe in Bramsche zu begrüßen.

Brosch, die im Kloster Malgarten lebt und selbst Kanu-Reisen für Frauen und Kinder organisiert, hatte vor einigen Tagen mit Wolfgang Bonfert vom Fahrgastschiff Lyra Kontakt aufgenommen. Ergebnis der Gespräche: „Wir empfangen die beiden Flöße im Kanu oder auf der Lyra“. Barbara Brosch stellt ihre sieben Zweier-Kanus zur Verfügung. Aber auch jeder, der mit einem eigenen oder einem Vereinskanu mitpaddeln möchte, ist herzlich willkommen. Wer nicht selbst paddeln möchte, kann auf der „Lyra“ den Gästen entgegenfahren. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Mittellandkanal bei der Firma Eilers.

Auf die Bühne

Die vom Musiker Heinz Ratz und seiner Band „Strom & Wasser“ initiierte Aktion „Fluchtschiff“ will auf das Schicksal von Flüchtlingen aufmerksam machen. Ratz engagiert sich seit Jahren für Flüchtlinge. Er bringt geflüchtete Musiker auf deutsche Bühnen, um zu zeigen, welche Bereicherung sie für das kulturelle Leben sind. 2012 besuchte er Flüchtlingsunterkünften in ganz Deutschland und stellte Musiker aus Afrika, Russland, dem Balkan, dem Iran und Afghanistan zu einer Band zusammen. Im vergangenen Jahr war er mit Musikern aus Flüchtlingslagern auf Tour.

Während seiner Besuche in den Flüchtlingsunterkünften stellte Ratz fest, dass „die Haupt-Leidtragenden sehr oft die alleine oder mit ihren Kindern fliehenden Frauen sind, die jedoch gleichzeitig eine große Scheu haben, an die Öffentlichkeit zu treten“. Diese Frauen hätten gelernt, sich unsichtbar zu machen, um zu überleben. „Aber leider bedeutet das Unsichtbarmachen auch, dass man nichts von ihrer Situation erfährt.“

Aus dem Projekt entstand der Dokumentarfilm „Can’t be silent“, der in Bramsche bereits im Rahmen der „Grünen Leinwand“ und zur Eröffnung der Schulkinowochen gezeigt wurde.

Das will Ratz ändern. Gereist wird auf Flößen, um die Verletzlichkeit dieser Transportmittel in den direkten Kontrast zu Luxusjachten und Ausflugsdampfern zu stellen. Auf ihrer Route von Nürnberg nach Berlin werden Touristen auf diesen Schiffen seit dem Start der Tour am 14.Juli in Nürnberg täglich mit der dramatischen Situation von Flüchtlingen konfrontiert. Unterwegs findet in Zusammenarbeit mit verschiedenen Flüchtlingsorganisationen ein buntes Programm mit Puppenspielern und Clowns für Kinder in Flüchtlingsunterkünften statt.

Open-Air-Konzert

Am Dienstagabend treten Ratz, seine Band „Strom und Wasser“ und geflüchtete Künstlerinnen ab 19.30 Uhr auf dem Kirchplatz auf. Das kostenlose Open-Air-Konzert wird von Stadtmarketing und Biku veranstaltet. Bereits am Montagabend treten die Musiker um 20 Uhr im Osnabrücker Haus der Jugend auf. Hier kostet der Eintritt 12 Euro.


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