Zweites Konzert an St. Martin Bramscher Orgelsommer mit ruhigen Tönen

Von Holger Schulze

Manja Stephan (links) und Nadine Remmert gestalteten das zweite Orgelsommer-Konzert. Foto: Holger SchulzeManja Stephan (links) und Nadine Remmert gestalteten das zweite Orgelsommer-Konzert. Foto: Holger Schulze

Bramsche. „Musik, die für eine Weile die Sorgen betören wird“ lautete die Programmüberschrift, und entsprechend beruhigender Natur waren die Klänge, die am Samstag beim zweiten Konzert des Bramscher Orgelsommers in der St.-Martin-Kirche zu hören waren.

Manja Stephan, Sopran, und Nadine Remmert an der Orgel brachten Werke, unter anderem von Schütz, Händel, Bach, Haydn; Mozart, Weckman, Purcell und Strozzi, mit.

Die Cembalistin und Organistin Nadine Remmert studiert zurzeit an der Hochschule für Künste Bremen in den Fächern Cembalo Solo und Continuospiel. Sie konzertiert regelmäßig bundesweit mit verschiedenen Orchestern, Ensembles und als Solistin. Darüber hinaus wirkte sie an mehreren CD- und Rundfunkaufnahmen für Radio Bremen mit. Manja Stephan ist Studentin der Richtung „Gesang Alte Musik“, ebenfalls in Bremen und wird dort im November ihr Diplom ablegen. Sie gab bereits Ensemble- und Solokonzerte, unter anderem beim Ensemble Weserrenaissance in Bremen unter Manfred Cordes sowie beim „Balthasar Neumann Chor“. Beide Musikerinnen verbindet die Teilnahme an gemeinsamen Projekten, ausgehend von der Hochschule. Der Kontakt zu der Orgelsommerreihe in Bramsche entstand durch eine Einladung von Eva Gronemann.

Das Konzert vor rund 60 Zuhörern selbst begann mit einem Flehen an den Allerhöchsten um schnelle Errettung. Das „Eile, mich Gott, zu erretten“ von Heinrich Schütz ließ schnell den klaren wie warmen Sopran von Manja Stephan wahrnehmbar werden.

Der folgende Vortrag aus dem Messias von Georg Friedrich Händel setzte den ruhigen, elegisch-getragenen Duktus der Konzerteröffnung fort.

Mit dem „Präludium“ von Johann Sebastian Bach konnte Nadine Remmert anschließend die dezente Begleiterrolle verlassen und die Janke-Orgel ihren weiteren Möglichkeiten zuführen. Raumfüllender Klang, ungezählte Tongirlanden und majestätische Basssequenzen erfüllten das Kirchenschiff.

Ein zweites Stück von Bach brachte erneut die menschliche Stimme mit dem sich zurückhaltenden Pfeifeninstrument zusammen. „Höchster, mache deine Güte ferner aller Morgen neu“ ertönte sanftmütig von der Empore hinab.

Die „Fuge in G“, und damit erneut Johann Sebastian Bach, verbreiterte wiederum das Klangbild in der St.-Martin-Kirche. Dieser dicht gewebte Tonteppich für die Orgel allein traf beim anschließenden „Benedictus“ von Joseph Haydn auf die sicheren, anstrengungslos erklommenen Höhen des Soprans von Manja Stephan.

Das „Tu Virginum“ aus dem „Exultate Jubilate“ von Wolfgang Amadeus Mozart bildete die zum getragenen Gesamtkontext passenden Fortsetzungen.

Etwas weniger weltbekannte Komponisten wurden im zweiten Teil von den jungen Künstlerinnen vorgestellt.

Zwei Stücke von Matthias Weckmann für die Soloorgel aus dem 17. Jahrhundert markierten hierbei den Beginn.

Für den weiteren Teil des Konzertes verließen Manja Stephan und Nadine Remmert vorläufig die Orgelempore, um aus dem Altarraum heraus die nächsten Werke zu Gehör zu bringen. Auch von dort aus blieb das Duo seiner Linie treu, ruhige Werke für Sopran und Orgel vorzutragen. Hinzu kam ein rezitativer Teil vor den fremdsprachlichen Stücken, durch den die Textinhalte in deutscher Übersetzung dem Gesang voranschickt wurden.

Kompositionen von Henry Purcell, Barbara Strozzi und weiteren Erschaffern geistlicher Werke führten nach einem nochmaligen Ortswechsel hinauf zur Janke-Orgel das Konzert schließlich seinem Abschluss mit zwei Abendliedern entgegen.


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