Debatte um Übertragung eröffnet Was zahlt der Kreis für Realschule in Bramsche?

Die Mensa ist die jüngste Erweiterung der Realschule in Bramsche. Bei der Übertragung an den Landkreis müsste dies berechnet werden. Allerdings hat sich der Kreis schon an der Finanzierung beteiligt. Archivfoto: Hildegard Wekenborg-PlackeDie Mensa ist die jüngste Erweiterung der Realschule in Bramsche. Bei der Übertragung an den Landkreis müsste dies berechnet werden. Allerdings hat sich der Kreis schon an der Finanzierung beteiligt. Archivfoto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Die Abgabe des Realschulgebäudes an den Landkreis als IGS-Standort und der dafür zu erzielende Preis waren am Montagabend Thema in der Sitzung des Ratsausschusses für Finanzen, Wirtschaft und Personal. Die CDU brachte schon einmal eine Verkaufssumme von zehn Millionen Euro ins Gespräch.

Rüdiger Paust (CDU) erkundigte sich nach dem aktuellen Buchwert der Realschule, sein Fraktionskollege Jürgen Kiesekamp schob nach: „Für mich gefühlt, liegen wir ungefähr bei zehn Millionen Euro.“ Als langjähriger Kreistagsabgeordneter riet Kiesekamp dazu, bei den Übernahmeverhandlungen mit dem Kreis, in dessen Regie eine Integrierte Gesamtschule (IGS) übertragen würde, auf eine angemessene Entschädigung zu achten. Der CDU-Ratsherr hatte sogar schon eine Empfehlung, wie der Geldsegen verwendet werden könnte: Wenn denn das Krankenhaus gerettet und dort kräftig investiert werden müsse, böte das Geld eine „willkommene Gelegenheit, dort helfend ins Rad zu greifen“.

Der Erste Stadtrat Ulrich Willems trat da erst einmal kräftig auf die Euphoriebremse. Im Verwaltungsausschuss sei bisher nur der Beschluss gefallen, bei einem positiven Ausgang der Elternbefragung zur IGS grundsätzliche Bereitschaft zur Aufnahme von Gesprächen mit dem Landkreis zu zeigen. „Wir sind noch lange vor dem Beginn von Verhandlungen“, betonte Willems. Wenn es dann so weit sei, gelte es immer, den Gesamtkomplex mit Folgekosten zu betrachten.

Bürgermeisterin Liesel Höltermann hatte den Verdacht, die CDU wolle im Finanzausschuss „einen Nebenkriegsschauplatz zum Thema IGS“ aufmachen. Sie wunderte sich, dass ausgerecht Jürgen Kiesekamp, der in der Vergangenheit immer das umsichtige und fürsorgliche Verhalten des Landkreises im Umgang mit den Kommunen gelobt habe, nun davor warne, sich in Verhandlungen über den Tisch ziehen zu lassen.

Selbst wenn die Realschule Standort einer IGS in Kreisträgerschaft werde, dann werde das Gebäude aller Voraussicht nach noch viele Jahre von der Realschule mitgenutzt. „ Das ist eine Sache von Verhandlungen und Positionsabgrenzungen “, fand die Bürgermeisterin, die riet, erst einmal die Elternbefragung und den weiteren Weg der Entscheidungsfindung abzuwarten.

Für die SPD meinte Oliver Neils, der Bilanzwert eines Gebäudes sei die eine Sache, eine ganz andere Frage sei, welcher Preis dafür tatsächlich zu erzielen sei.

Zeitgleich zur Finanzausschusssitzung hatte sich am Montag der Kreistag für Bramsche als Standort einer IGS für den Nordkreis ausgesprochen.. Nach den Sommerferien soll mit einer Elternbefragung der Nachweis der notwendigen Schülerzahlen erbracht werden. Mit dem Beschluss wurde die Kreisverwaltung beauftragt, die Verhandlungen mit der Stadt Bramsche über die Übertragung des Schulgebäudes und der Schulträgerschaft aufzunehmen.


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