Die Welt von oben gesehen Der Mann aus Engter mit der Drohne

Von Holger Schulze

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Professionelle Aufnahmen kann Martin Nobbe mit der Drohne herstellen. Foto: Holger SchulzeProfessionelle Aufnahmen kann Martin Nobbe mit der Drohne herstellen. Foto: Holger Schulze

Engter. Sein Hauptarbeitsplatz befindet sich bereits ein paar Meter über dem Boden. Mit der Firma „Deckenträume“ verleiht Martin Nobbe seit zehn Jahren Geschäftsräumen von Banken, aber auch Bädern oder Küche mit hintergrundbeleuchteten Spanndecken ein stilvolles Ambiente. Doch nun hebt der rührige Unternehmer aus Engter mit einem weiteren Standbein so richtig ab. Eine hochwertige Drohne mit Kamera lässt ihn die Welt aus der Vogelperspektive wahr- und aufnehmen.

„Fluginspektion Osnabrück“ hat Martin Nobbe sein neues Unternehmen genannt. „Ich habe schon früher den Modellbau zum Hobby gehabt. Weil ich auch für meine Firma „Deckenträume“ professionelle Fotos benötige, hat sich hieraus im letzten Jahr die Idee mit der Drohne entwickelt.“ Diese längere Planungsphase, in der er die verschiedenen auf dem Markt befindlichen Drohnen verglich, ist jetzt abgeschlossen. Auch die „Allgemeinerlaubnis für Aufstieg von unbemannten Luftfahrtsystemen“, erteilt durch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, besitzt Martin Nobbe inzwischen. Hierzu musste er beim Hersteller seiner Drohne erst einmal eine Flugprüfung absolvieren. Doch inzwischen kann Martin Nobbe mit dem Fluggerät, für dessen Preis sich andere Menschen einen Mittelklassewagen anschaffen, nun bis zur ihm nur erlaubten Höhe von 100 Metern aufsteigen und die Welt von oben fotografieren.

Da dies nur zum reinen Vergnügen ein sehr teures Hobby wäre, liegt die professionelle Umsetzung für den Fernsteuerungspiloten auf der Hand. Martin Nobbe sind inzwischen zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten eingefallen.

Im Privatbereich sind dies natürlich die Aufnahmen von Eigenheimen aus der Vogelperspektive. Aber auch Schützenfeste und Hochzeiten hat Nobbe bereits von oben gefilmt, denn sein Fluggerät beherrscht neben der statischen Fotografie natürlich auch noch Videoaufnahmen in HD-Qualität. Auch ganze Fußballspiele kann er mit seiner fliegenden Kamera von oben begleiten.

Primär im Fokus hat Martin Nobbe jedoch Aufträge aus der Industrie. „Ich kann durch jeden größeren Laden fliegen“, stellt er im Hinblick auf Werbefilme für Unternehmen fest.

Selbstverständlich kommt die Drohne aber auch in vertikaler Richtung leicht überall dorthin, wo es sonst aufgrund der Höhe schwer wird, sich einen Eindruck zu verschaffen. Die Transformatoren der Oberstromleitungen, so hat Nobbe recherchiert, wurden und werden noch vom Hubschrauber aus kontrolliert. Die Inspektion von Windkraftanlagen erfordere nach traditioneller Arbeitsweise schon mal den Einsatz von drei Steigern. Auch die Schornsteine von Industrieanlagen oder Solaranlagen auf Dächern seien mithilfe der Drohne jetzt einfacher und exakter zu kontrollieren.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit des fliegenden Bildaufnahmegerätes sieht Martin Nobbe in der Natur. Die Kontrolle des Waldbestandes von oben beispielsweise oder die Rettung von Rehkitzen vor dem Mähdrescher kommen ihm da in den Sinn. Letzteres lässt sich mit dem Einsatz einer Wärmebildkamera schnell, sicher und tierschonend realisieren.

All dies kann natürlich nicht mit einer Drohne aus dem Spielwarengeschäft bewerkstelligt werden. Das professionelle Gerät von Martin Nobbe ist Hightech in Höchstform. Mit sechs Rotoren und Satellitenunterstützung lässt sich das unbemannte Luftfahrtsystem präzise an einem bestimmten Punkt in der Luft parken. Wenn an der Fernsteuerung der Akku oder die Funkverbindung zu versagen drohen, steigt die Drohne selbstständig auf eine Höhe von 60 Metern auf und kehrt in Eigenregie zum Startort zurück, um dort ohne Absturz zu landen. Als weitere Investition hat Martin Nobbe eine Spezialbrille bestellt, die es dem Kunden ermöglicht, direkt das Blickfeld der Kamera vor die eigenen Augen projiziert zu bekommen, um so den aus seiner Sicht bestmöglichen Auslösezeitpunkt für die von ihm gewünschten Bilder anzuweisen.

Noch befindet sich das kamerabestückte Fluggeschäft in der Aufbauphase. Doch bereits jetzt hat er zahlreiche Bilder von oben auf dem Computer gespeichert, die Eindrücke von Objekten wiedergeben, die etwas von der Freiheit widerspiegeln, die angeblich erst über den Wolken zu finden ist.


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