WM-Freude und Trauer nach Unfall Der Juni war in Bramsche ein emotionaler Monat

Von Björn Dieckmann


Bramsche. Großer Jubel über deutsche WM-Tore in Brasilien, aber auch tiefe Betroffenheit über den Tod eines Mädchens bei einem Unfall in Kalkriese: Der Juni war in Bramsche ein emotional geprägter Monat.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien startet – und erstmals gibt es in Bramsche Public Viewing auf dem Marktplatz: Kurz vor der ersten Partie gegen Portugal fiel die Entscheidung: Es wird doch zum ersten Mal in Bramsche eine öffentliche Übertragung eines WM-Spiels im Freien geben. Die Stadt erteilte Roman Heyn und Ralf Müller nach langem Hin und Her doch noch die Genehmigung. Die beiden Schausteller machten sich umgehend an die Arbeit, damit bis zum ersten Spiel nicht nur die 20 Quadratmeter große LED-Leinwand steht, sondern daneben auch ein Angebot an Getränke- und Imbisswagen sowie Security und Toilettenwagen. Die Genehmigung geht von etwa 300 Besuchern aus, die das Spiel auf der Großleinwand sehen wollen. Dies wurde bereits bei den Gruppenspielen gegen Portugal , Ghana und die USA deutlich übertroffen.

An den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls in Kalkriese ist ein neunjähriges Mädchen gestorben. Der Unfall ereignete sich auf der B 218 (Venner Straße) in Kalkriese in Höhe des Varusschlacht-Museums. Dort wollte ein Ehepaar aus Lemgo mit seiner neunjährigen Tochter über die Venner Straße gehen. Beim Überqueren der Fahrbahn übersahen der 47-jährige Vater und das Kind vermutlich einen in Richtung Bramsche fahrenden Ford Ka. Dessen Fahrerin aus Cloppenburg konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren und erfasste mit dem Wagen die beiden Fußgänger. Das Kind wurde zunächst in ein Krankenhaus gebracht, verstarb dort aber noch am selben Tag. Sein Vater ist bei dem Unfall schwer verletzt worden.

Mit der feierlichen Unterschrift unter einen Kooperationsvertrag haben die bisherigen drei katholischen Kirchengemeinden Bramsches den Schritt in die gemeinsame Zukunft besiegelt. Zum Pfingstfest wurden die drei Bramscher Kirchengemeinden St. Johannes Evangelist Malgarten, St. Martinus und Heilig Geist aufgelöst und bilden nun die neue Pfarrei St. Martinus Bramsche. Die Kirchenstandorte St. Johannes Evangelist Malgarten und Heilig Geist bleiben erhalten. Am Ende des Gottesdienstes in der St.-Martinus-Kirche setzten Pfarrer Tobias Kotte und die Vertreter der drei Pfarrgemeinderäte feierlich ihre Unterschriften unter die vier Seiten lange Kooperationsvereinbarung. Die Kooperationsvereinbarung legt fest, dass unterschiedliche Traditionen an den drei Kirchenstandorten auch künftig gepflegt werden sollen. Von entscheidender Bedeutung für die Zukunft des neuen Pfarreienverbundes werden die Wahlen zum ersten Pfarrgemeinderat am 15./16. November dieses Jahres sein.

Die Feuerwehren in ganz Deutschland sind im Fieber: Eine nach der anderen beteiligt sich an einem Wettbewerb, der sich „Cold Water Challenge“ nennt. Dabei geht es darum, in möglichst kurzer Zeit ein Video für Youtube zu drehen. Meist ein großer Spaß, ist die Feuerwehr Hesepe jedoch mit einem ernsten Anliegen angetreten: Die Brandschützer rufen dazu auf, sich für die schwer kranke Martje aus Osnabrück typisieren zu lassen. Und auch dank der Unterstützung aus Hesepe war die Aktion ein Erfolg: Tatsächlich ließen sich über 3000 Menschen aus der gesamten Region daraufhin überprüfen, ob ihre Gewebemerkmale mit denen von Martje übereinstimmen könnten. An der „Cold Water Challenge“ indes beteiligen sich mittlerweile auch Rettungsdienste und viele Vereine, wenn auch zumeist nicht mit einem solchen Anspruch wie die Heseper.

Die Pläne für eine weitere Anschlussstelle an der Autobahn 1 im Bereich des Niedersachsenparks werden allmählich konkreter. Bei einem ersten Treffen aller beteiligten Kommunen, des Landesstraßenbauamtes sowie der Niedersachsenpark GmbH einigten sich deren Vertreter auf eine Realisierung des Projektes in den Jahren 2019/2020. „Damit können wir mit der nötigen Sorgfalt und Ruhe die entsprechenden Planfeststellungsschritte einleiten und durchführen“, erklärte der Osnabrücker Kreisrat Winfried Wilkens. Die neue Abfahrt könnte damit parallel zum vorgesehenen sechsspurigen Ausbau der A 1 zwischen Bramsche und Neuenkirchen-Vörden erfolgen. „Alle Beteiligten sehen das Projekt als große Chance für die Region an“, sagte Wilkens.

In Bramsche wird eine neue Gesamtschule entstehen, wenn die Eltern dem Vorschlag von Politik und Verwaltung zustimmen. Das haben der SPD-Kreisvorsitzende Werner Lager und der CDU-Fraktionsvorsitzende Martin Bäumer unserer Zeitung nach Fraktionssitzungen zu dem Thema bestätigt. Damit gilt als sicher, dass die Eltern im Nordkreis nach einer neuen Integrierten Gesamtschule (IGS) am Standort Bramsche befragt werden. Lager sieht Bramsche als ideale Wahl, weil eine Gesamtschule in der Tuchmacherstadt auch Teile der Samtgemeinden Neuenkirchen und Bersenbrück abdecke. „Auch die baulichen Voraussetzungen sind mit der neuen IGS am Standort der Realschule Bramsche gegeben“, betonte Lager. Bäumer ergänzte als Sprecher der CDU/FDP/UWG-Gruppe: „Wir werden den Vorschlag in der Gruppe mittragen.“ Bramsche habe einen Lagevorteil.

Die Firma „Visuvent GbR“ will die Partyszene für junge Menschen in Bramsche neu beleben. Angestrebt wird vor allem, Abitur-Jahrgänge als kompetenter Partner für die Ausrichtung von Abi-Feten zur Verfügung zu stehen, erklärt Firmen-Mitbegründer Jannis Warskulat. Der Veranstaltungstechniker betreibt die „Visuvent“ zusammen mit Peter Gerskamp derzeit noch nebenberuflich. „Wir hoffen, uns auf die Dauer etablieren zu können“, sagt Warskulat. Die Stadt Bramsche ist, was eine Vermietung von städtischen Einrichtungen wie etwa der Mehrzweckhalle Kalkriese angeht, durchaus offen gegenüber dem neuen Modell für Abi-Partys. Auch die Dorfgemeinschaftsanlage in Achmer soll genutzt werden können.

Eine kurze erste Stunde hatten die Bramscher Realschüler kurz vor Monatsende. Nach vier Minuten war Schluss – das Gebäude musste wegen Gasaustritts geräumt werden. Feuerwehr und Rettungsdienst wurden alarmiert, konnten nach einer Stunde aber abrücken. Die Stadtwerke stellten fest, dass nur eine geringe Menge Gas im Chemieraum ausgetreten war. Der Hauptanschluss wurde rasch abgestellt. Der Zwischenfall beruhte vermutlich auf einem technischen Defekt.

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Hemker Straße ist ein 58-jähriger Mann lebensgefährlich verletzt worden. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um den Bewohner der Dachgeschosswohnung, in der das Feuer aus bislang noch nicht geklärter Ursache ausgebrochen war. Die Einsatzleitung erklärte, es habe in zwei Räumen des Dachgeschosses gebrannt. Die Feuerwehr hatte den Brand allerdings so schnell unter Kontrolle, dass er sich nicht weiter ausbreiten konnte.

Der neue Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bramsche heißt Karl-Georg Görtemöller. Der Landwirt aus Schleptrup setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 58 zu 47 Stimmen gegen den Penter Ralf Bergander durch und löst damit Wolfgang Kirchner ab.


Hier fassen wir jeweils zum Ende eines Monats die wichtigsten Themen der vorangegangenen Wochen in Kurzform zusammen. Ähnlich wie in den beliebten Jahresrückblicken der Zeitung können Sie hier alles Wissenswerte des Monats aus Bramsche und Umgebung Revue passieren lassen. Hyperlinks im Text führen Sie bequem zu vorheriger Berichterstattung.

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